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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 17.8.2015 Drucken

Deutlich mehr Ältere im Erwerbsleben

Länger arbeiten, später in Rente? Von der politischen Agenda zum Trend? In der laufenden Reformdebatte um die Erwerbstätigkeit Älterer warten die Analysten der Deutschen Rentenversicherung Bund mit aufschlussreichen detaillierten Zahlen auf.

Im rentennahen Alter und darüber hinaus stehen zunehmend mehr Menschen im Arbeitsleben als noch vor 15 Jahren. Die Veränderungen im Rentenrecht, aber auch die gute Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sind dafür nach Einschätzung der Deutschen Rentenversicherung Bund maßgebend. Wie entwickelt sich die Erwerbstätigkeit im Alter in Deutschland und im europäischen Vergleich? Für ihre Analyse hat die DRV Bund Zahlen aus verschiedenen Quellen ausgewertet.

 

Steiler Anstieg mit Basiseffekt

2015-08-17_Arbeiten_im_Alter_1Um zwei Millionen ist die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs von 2008 bis 2013 gestiegen. Das entspricht einem Plus von sieben Prozent. Dabei zeigt sich ein überproportionaler Anstieg der älteren Jahrgänge in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung – um fast 37 Prozent bei den 55- bis unter 65-Jährigen und um fast die Hälfte bei den über 65-Jährigen. Hier macht sich allerdings ein Basiseffekt bemerkbar, wie der Leiter des Geschäftsbereiches Forschung und Entwicklung, Dr. Reinhold Thiede, bei der Präsentation der Zahlen anmerkte. So gab es im Jahr 2008 gerade in der Altersgruppe über 65 mit 122.000 eine relativ geringe Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter.

 

Im Beschäftigungsniveau gleichgezogen

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Bei den 55- bis 59-Jährigen liegt die Erwerbstätigkeit mit rund 77 Prozent mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie in der Gruppe der 20- bis 64-Jährigen insgesamt. Ältere zwischen 60 und 64 Jahren erreichen diese Quote noch nicht. Aber auch dort zeigt der Trend nach oben. Hier unterscheidet die Statistik allerdings nicht, ob die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig ist oder nicht oder ob es sich um eine selbstständige Tätigkeit handelt. Vor allem in der Neujustierung im Rentenrecht sieht Thiede die Gründe für diese Entwicklung, aber auch in Veränderungen im vorgelagerten Tarifrecht mit Altersteilzeit und ähnlichen Optionen. Eine Rente mit 60 ist heute bekanntlich nicht mehr möglich – ausgenommen Erwerbsgeminderte.

Steiler Anstieg mit Basiseffekt

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Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch, wie sich innerhalb der rentennahen Jahrgänge die Relation von Erwerbstätigen und Rentnern in den vergangenen Jahren verschoben hat. Waren im Jahr 2000 fast zwei Drittel der 60- bis 64-Jährigen in Rente und lediglich 20 Prozent erwerbstätig, hat sich dieses Verhältnis mittlerweile de facto umgekehrt. 2013 war die Hälfte erwerbstätig, 37 Prozent waren Rentner.

Sukzessive ausgedehnt

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Auch wenn man die einzelnen Altersjahrgänge (Alterskohorten) miteinander vergleicht, zeichnet sich der Trend zum längeren Erwerbsleben ab. So waren im Alter von 60 Jahren im Geburtsjahrgang 1934 nur noch etwa 25 Prozent erwerbstätig. Zehn Geburtsjahre weiter – im Geburtsjahrgang 1944 – traf das im Lebensalter 60 bereits auf rund 40 Prozent zu. Nur drei Jahrgänge weiter – 1947 – stieg dieser Anteil auf ca. 45 Prozent. Jeder Geburtsjahrgang hat seine Erwerbstätigkeit zeitlich etwas stärker ausgedehnt.

Länger im Beruf, aber sehr abhängig von der Berufsgruppe

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Parallel dazu hat sich auch das durchschnittliche Berufs-Ausstiegsalter verschoben – schon bei vier Geburtsjahrgängen Unterschied zum Teil um anderthalb Jahre nach oben. Maler und Lackierer und verwandte Berufe des Geburtsjahrgangs 1941 beispielsweise machten hier demnach im Alter von 61,6 Jahren den beruflichen Schnitt, beim 1945er-Geburtsjahrgang war das wiederum ein Stück zeitversetzt mit 63,2 Jahren der Fall. Je nach Berufsgruppe gestaltet sich dies allerdings sehr verschieden. Unter anderem für Gesundheitsberufe verzeichnet die Statistik einen Rückgang beim durchschnittlichen beruflichen Erwerbsausstiegsalter. Inwiefern dabei Tarifverträge oder auch eine verstärkte berufliche Umorientierung eine Rolle spielen, müsste noch tiefere Ursachenforschung offenlegen.

Auch eine Frage der Qualifikation

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Bei der Erwerbstätigkeit jenseits der Regelaltersregelgrenze schält sich – nach den Worten von Thiede „nicht unerwartet“ – Folgendes heraus: Menschen mit höherem beruflichen Abschluss sind eher über 65 Jahre hinaus erwerbstätig als solche mit niedrigem Abschluss. Ihr Anteil unter den Erwerbstätigen jenseits der 65 ist weitaus höher als in der gleichaltrigen Bevölkerung insgesamt. Das spricht aus Sicht des Rentenexperten eher dagegen, dass Altersarmut zu Erwerbstätigkeit jenseits der 65 treibt.

Deutschland über dem EU-Durchschnitt

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Zur Jahrtausendwende bewegte sich die Erwerbstätigenquote der Älteren hierzulande etwa im EU-Durchschnitt – bei gut 37 Prozent. Nunmehr liegt sie deutlich über dem EU-Durchschnitt. Der erhöhte sich von 2000 bis 2014 auf 52 Prozent. Deutschland verbuchte im genannten Zeitraum fast eine Verdoppelung auf gut 65 Prozent bei den 55- bis unter 65-Jährigen. Das ist die zweithöchste Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe in Europa – nur in Schweden erreicht sie mit 74 Prozent einen noch deutlich höheren Wert. Der Trend zeigt in der EU mehrheitlich nach oben. Zu den Ausnahmen mit rückläufiger Quote gehören unter anderem Griechenland und Portugal. Hier wird der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung einerseits und Beschäftigung Älterer andererseits deutlich, die aufgrund hoher Arbeitslosigkeit offensichtlich nicht mehr realisierbar ist.

Altersgruppe 60+ maßgeblicher Faktor

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Der außerordentlich starke Anstieg der Erwerbstätigenquote der Älteren in Deutschland ist dabei wesentlich von der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen getrieben. Auf diesen Fakt macht der Rentenexperte der DRV Bund besonders aufmerksam.

Überproportional zugelegt

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Im internationalen Vergleich hat – wie das Zahlenwerk weiter zeigt – in Deutschland nicht zuletzt auch der Beschäftigungsgrad von geringqualifizierten Älteren überproportional zugenommen. Hier verdoppelte sich die Erwerbstätigenquote seit der Jahrtausendwende annähernd auf fast 50 Prozent. Im EU-Durchschnitt legte sie von 31,4 auf 37,9 Prozent leicht zu.

Hier gestiegen, dort gesunken

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Noch einen weiteren interessanten Fakt förderte die Analyse in diesem Zusammenhang zutage: Im EU-Durchschnitt erhöhten sich Erwerbstätigenquoten aller Beschäftigten zwischen 20- und 65-Jahren seit der Jahrtausendwende von 66 auf 69 Prozent. Dabei fand in Deutschland im Unterschied zum entsprechenden EU-Durchschnitt auch bei Niedrigqualifizierten ein Anstieg statt. Während die entsprechende Quote im EU-Bereich gesunken ist.

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