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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 20.1.2016 Drucken

Sicherheit vs. Risiko: Was wirklich zählt

Die Deutschen gehen bei vielen Dingen ihres Lebens lieber auf Nummer sicher. Das zeigt erneut eine Analyse zu Risikobereitschaft und Sicherheitsbedürfnissen der Bürger im Auftrag des Bundesverband deutscher Banken e.V., die wichtige Präferenzen ermittelt, auch bei der Geldanlage.

Eher risikoscheu und sehr sicherheitsbewusst: So verhalten sich viele Deutsche in nahezu allen Feldern ihres gesellschaftlichen, sozialen und privaten Lebens. Ganz besonders dominiert der Wunsch nach einer umfassenden sozialen Absicherung. Auf der anderen Seite herrscht nach wie vor eine weit verbreitete Abneigung gegen „spekulative“ Anlageformen in der privaten Geldanlage. Um zu prüfen, inwieweit diese Einschätzungen aktuell präsent sind, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach im 4. Quartal 2015 die Stimmungslage der Republik hinsichtlich der Themen Sicherheit und Risiko.

Vor allem der Sozialstaat wird als Quelle und Garant materieller Absicherung betrachtet. Das gilt besonders für kritische Lebenslagen, zu denen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder das Alter gezählt werden. Befragt nach individuell präferierten Sicherheiten, bezeichnen 80 Prozent der Deutschen eine gute Absicherung im Krankheitsfall sowie 76 Prozent die gute Absicherung für das Alter als wichtig. Weitere 69 Prozent zählten zudem den Fall der Pflegebedürftigkeit dazu. In allen Fällen wird der Sozialstaat besonders in die Pflicht genommen.

Risikobereitschaft ist kaum gefragt

Für die Deutschen stehen neben sozialen Komponenten vor allem zwei Sicherheitsaspekte ganz oben auf der Agenda: Für drei Viertel der Bevölkerung (76 Prozent) ist es besonders wichtig und erstrebenswert, finanziell gut abgesichert zu sein.

Sicherheit vs. Risiko: Was wirklich zähltZwei von drei Befragten (68 Prozent) bewerten die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes ähnlich hoch. Dabei geht es den meisten in erster Linie nicht um Reichtum oder materiellen Wohlstand. Ein hohes Einkommen und damit verbundener Luxus ist lediglich für jeden Dritten (34 Prozent) ein Anreiz. Am allerwichtigsten waren den Befragten ihre Beziehungen zu anderen Menschen: „gute Freunde“ (84 Prozent) zu haben und „eine glückliche Partnerschaft“ (78 Prozent) zu leben, standen an der Spitze.

Auf dem letzten Rang landete die (eigene) Risikobereitschaft. Nur neun Prozent der Befragten konnten sich vorstellen, dass dieser Aspekt für sie ganz besonders wichtig wäre oder sie ihn gar für eine erstrebenswerte Eigenschaft hielten. Nicht unerwartet fiel diese Einschätzung über die Generationen hinweg verschieden aus, wenngleich die Differenzen nicht gravierend sind. So halten von den 60-Jährigen und Älteren ganze fünf Prozent Risikobereitschaft für erstrebenswert. Doch auch von den unter 30-Jährigen teilten lediglich zwölf Prozent diese Meinung.

Das mag zum einen daran liegen, dass die spontane emotionale Reaktion zu den beiden Begriffen sehr konträr ausfällt. Während fast jeder Befragte (93 Prozent) mit dem Wort „Sicherheit“ sympathische Assoziationen und nur fünf Prozent unsympathische Gedanken verknüpft, sind die entsprechenden Werte beim Begriff „Risiko“ völlig anders: 60 Prozent („unsympathisch“) und 29 Prozent („sympathisch“).

Übrigens zeigt sich laut Institut dabei im Langzeittrend eine wachsende Aversion. Im Jahr 1993 fanden lediglich 43 Prozent der Deutschen, dass der Begriff „Risiko“ spontan eher für Antipathie sorgte. Diese wachsende Skepsis mag auch damit zu tun haben, dass die Welt nicht nur komplexer geworden ist, sondern dass sich ein Großteil der Bevölkerung seit den letzten zwei Jahrzehnten mit (wachsenden) Risiken konfrontiert sieht. Neben platzenden Börsenblasen und nachfolgenden Wirtschafts-, Banken- und Finanzmarktkrisen liefern nunmehr auch Niedrigzinsumfeld oder Euro-Diskussion ausreichend Gründe für anhaltend ökonomisch geprägte Sorgenszenarien. Dazu kommen gerade im aktuellen Umfeld Befürchtungen, den Belastungen oder Auswirkungen der Flüchtlingskrise nicht gewachsen zu sein, und die Angst vor terroristischen Gefahren.

Sicherheit vs. Risiko: Was wirklich zähltOb und wie diese Erfahrungen und Befürchtungen Auswirkungen auf das Anlageverhalten haben – das beantwortet die Umfrage nicht. Sie zeigt aber zumindest Änderungen bei den individuellen Geldanlage-Präferenzen. Dafür zog die Studie den im Vergleich zu anderen Ländern besonders niedrigen Anteil an Aktionären heran und sieht darin einen deutlichen Beleg für eine weit verbreitete Risikoaversion im Anlageverhalten der Deutschen.

Aktuell besitzt nur jeder Fünfte Aktien oder Fondsanteile. Dazu kommen weitere 17 Prozent, die bereits früher einmal Erfahrungen mit Aktien oder Fondsanteilen gesammelt haben. Jedoch verfügen knapp zwei Drittel (63 Prozent) der deutschen Bevölkerung bisher über keinerlei Erfahrungen mit Aktien oder Aktienfonds. Für die meisten von ihnen ist oder wird das wohl auch kein Thema mehr. So gaben gerade einmal zwölf Prozent der Nicht-Erfahrenen an, dass sie Aktien als Geldanlage überhaupt in Betracht ziehen würden. 39 Prozent der Aktien(fonds)besitzer hingegen würden durchaus (auch mehr) Geld in diese Anlageform investieren.

Zugleich ist die Grundhaltung einer großen Mehrheit von einer ausgemachten Sicherheitsorientierung geprägt. So halten 69 Prozent der Befragten eine möglichst hohe Sicherheit für wichtiger als maximale Renditen. Lediglich elf Prozent räumten umgekehrt den Renditechancen höhere Priorität ein. Jeder Fünfte konnte sich allerdings nicht entscheiden, welchem Kriterium er Vorrang einräumen würde. Ebenso interessant war der Fakt, dass sich die Aussagen der Besitzer von Aktien und Aktienfondsanteilen nur marginal vom Durchschnitt der Bevölkerung abhoben.


Allensbach-Umfrage im Auftrag vom Bundesverband deutscher Banken e.V.


 

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