Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 15.5.2018 Drucken

Ausschüttung 2018: Dividende ohne Ende?

Es ist mal wieder soweit. Die jährliche Dividendensaison steht vor der Tür.

Wie gewohnt übertrumpfen sich die deutschen Unternehmen von Jahr zu Jahr. Auch 2018 steht für die DAX-Unternehmen mit voraussichtlich über 46 Milliarden Euro ein neuer Ausschüttungsrekord an.

Zinsen und DividendenEine Steigerung von neun Prozent  gegenüber 2017. Die vier größten Dax-Zahler (Allianz, Daimler, Deutsche Telekom und Siemens) werden dabei knapp 30 Prozent der Gesamtsumme ausmachen. In den letzten Jahren sind diese erfreulichen Ausschüttungen gerade bei Großinvestoren, aber auch bei Privathaushalten ein willkommener Zinsersatz, denn die für Sparer schmerzliche Niedrigzinsphase geht mittlerweile ins neunte Jahr. Marktteilnehmer fragen sich zu Recht, ob diese Ausschüttungsorgien auch zukünftig so weitergehen können.

Zur Beantwortung dieser Frage sollten sich Anleger vor Augen führen, woher diese hohen Summen stammen. Unternehmen zahlen einen Teil ihrer Gewinne in Form von Dividenden. Die robuste Weltkonjunktur der letzten Jahre hat gerade der exportlastigen deutschen Wirtschaft enorme Gewinne beschert. Werden diese Gewinne in den Unternehmen nicht operativ neu investiert, in Aktienrückkäufe gesteckt oder an die Mitarbeiter ausgezahlt, dann ist die Ausschüttung, wie derzeit, besonders hoch.

Es gab auch schon andere Zeiten

Dass es auch Jahre mit rückläufigen Dividendenzahlungen geben kann, mussten Aktienanleger 2008 und 2009 während der Finanzkrise feststellen. Unternehmen verloren Aufträge, machten teilweise Verluste. Rückstellungen mussten gebildet werden. Der Weltkonjunkturmotor geriet vorübergehend ins Stocken. Seit 2010 schütteten die deutschen Unternehmen, mit Ausnahme des Jahres 2013, wieder jährlich steigende Dividenden aus. Anleger sollten dennoch mit der nötigen Sorgfalt ihre Aktien auswählen, denn die derzeit auf Hochtouren laufende Weltkonjunktur wird auch wieder wachstumsschwächere Zeiten sehen.

Gewinne werden künftig langsamer wachsen

Eine leichte Abnahme der Wachstumsdynamik zeichnet sich bereits ab. Gewinne werden zukünftig wieder langsamer wachsen. Dieser Prozess könnte durch ausufernde globale Handelsbeschränkungen noch verstärkt werden. Besonders zyklische Geschäftsmodelle würden dann leiden. Geringere Gewinne sind mit geringeren Dividendenzahlungen gleichzusetzen.

Investoren setzen in solchen Phasen deshalb gern auf defensive bzw. konservative Geschäftsmodelle, die nicht zu sehr von der konjunkturellen Zyklik abhängen. Zudem können Anleger die Ausschüttungshistorie der Unternehmen prüfen, um nachhaltige Dividendenzahler zu finden. Sollten in absehbarer Zeit anziehende Zinsen die Investition in Anleihen als Alternative zur Dividende wieder attraktiver erscheinen lassen, dann drohen auch defensiven Aktien Mittelabflüsse, die wiederum zu Kursverlusten führen können. Noch bleibt die Weltwirtschaft aber robust, dennoch ist Vorsicht bei der Anlage anzuraten.


Ab und zu schreiben Experten für das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), die nicht zum Kernteam gehören. Aber was bedeutet das schon. Gäste empfängt man immer am wärmsten.

Wie Jan-Patrick Weuthen. Er ist Senior Portfoliomanager bei der B&K Vermögen GmbH in Köln.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Biotech

Biotech: Viele Chancen, viele Risiken

Der globale Gesundheitsmarkt brummt. Die Investitionen in allen Bereichen steigen, bis 2020 werden allein in Deutschland rund 90 Milliarden Euro mit Gesundheitsdienstleistungen umgesetzt. 2016 waren es etwa 75 Milliarden Euro, von denen allein circa 47 Milliarden Euro auf die Pharmaindustrie entfielen. Im Fokus vieler Überlegungen steht die Biotechnologie, kurz gesagt Biotech. „Als eine Schlüsseltechnologie des […]

Artikel lesen

Kommt die Sommerrallye?

Das Börsenjahr 2018 zeigt bisher ein sehr gemischtes Bild. Der amerikanische S+P 500-Index liegt aktuell auf unverändertem Niveau gegenüber Dezember 2017. Der Eurostoxx 50 und der DAX zeigen eine leicht negative Performance von rund drei Prozent. Diese Entwicklung überrascht, da viele fundamentale Aspekte eher für steigende Aktienmärkte sprechen. Wo liegen die Gründe und welche Aussichten […]

Artikel lesen

Die Suche nach den richtigen Aktien

Wer an der Börse die richtige Aktie findet, wird reich. Von dieser Botschaft leben einige hundert Börsenbriefe. Allerdings eher vom Schreiben darüber als vom Finden. Allein Bauchgefühl bringt einen nicht weiter auf der Suche nach den besten Aktien. Warren Buffett ist der Prototyp eines Suchenden. „Warum soll ich die zweitbeste Aktie nehmen, wenn ich die […]

Artikel lesen