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Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 7.7.2015 Drucken

Rentensysteme im globalen Vergleich

Unsere Welt ist in Bewegung, das gilt auch für die unterschiedlichen nationalen Rentensysteme.

Allianz International Pensions hat die Systeme von 49 Staaten verglichen. Der dafür entwickelte Retirement Income Adequacy (RIA) Indikator analysiert mehrere Einkommensquellen (staatliche, betriebliche, private Altersvorsorge, finanzielle Vermögenswerte, Immobilien) sowie im Alter übliche Ausgaben. Aber auch Fragen nach der eigenen Lebenserwartung sowie der geplanten Ruhestandsregelung flossen mit in die Betrachtung ein. Im Ergebnis misst dieses Tool so die Tragfähigkeit der Rentensysteme und die Chancen für die jeweiligen Rentner, mit ihrem Einkommen im Ruhestand ein Auskommen zu haben oder eben auch nicht.

Die Frage, ob den zukünftigen Rentnern ein angemessenes Alterseinkommen zur Verfügung steht, hängt von vielen Faktoren ab – sowohl auf der Einkommensseite als auch bei den Ausgaben. Während sich spätere Renten überwiegend aus dem Erwerbsleben begründen – ergänzend kann eine betriebliche oder private Altersvorsorgesäule hinzukommen – stehen dem auf der Kostenseite die Ausgaben im Alter gegenüber. Diese umfassen beispielsweise Pflegebedarf und Gesundheitsversorgung, aber auch Wohnen und Freizeit. Dabei sind in den verglichenen Ländern durchaus unterschiedliche Standards oder Bedürfnisse anzutreffen. Das ist den Studieninitiatoren durchaus bewusst. Sie erheben daher auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sehen ihre Untersuchung als Impuls, das Thema Nachhaltigkeit und Ausgewogenheit der Rentensysteme sowohl auf der politischen als auch auf der sozialen Agenda an vorderer Stelle zu platzieren.

Deutschland liegt im oberen Mittelfeld

Ein wichtiges – allerdings auch nicht unerwartetes – Fazit lautet: vor allem Staaten, in denen gesetzliche (staatliche), betriebliche und private Lösungen weitgehend ausgewogen sind, schaffen es im Ranking auf die vordersten Positionen und können ihren Bürgern mit hoher Wahrscheinlichkeit ein angemessenes Renteneinkommen bieten. An der Spitze stehen die Niederlande, dicht gefolgt von Dänemark und Norwegen. Deutschland liegt mit Rang 13 im oberen Mittelfeld der Vergleichsgruppe.

Rentensysteme im globalen VergleichCharakteristisch für einige Länder im Mittelfeld ist, dass sie sich lediglich durch eine starke Säule auszeichnen – beispielhaft erwähnt die Studie dazu Österreich. Zu den Schlusslichtern im Ranking zählen vornehmlich Entwicklungsländer, die überhaupt keine umfassenden Rentensysteme aufweisen und in denen Altersvorsorge entweder ein „Glücksfall“ (Stichwort: pensionsberechtigte Beamte) ist oder innerhalb familiärer Strukturen organisiert wird. Indonesien und Indien belegen die hinteren Plätze.

Zum deutschen Rentensystem und dessen Tragfähigkeit in der Zukunft resümieren die Autoren der Studie, dass es zwar eine relativ solide Basis biete, langfristig werde es aber erforderlich sein, sinkende Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung stärker zu kompensieren.

In diesem Kontext wird sowohl die kapitalgedeckte Alterssicherung als „weiterhin ausbaufähig“ bezeichnet als auch auf die (zu) geringe Durchdringungsquote in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) mit gerade einmal 56,4 Prozent hingewiesen. Ein Punkt, der auch in der anhaltenden bAV-Diskussion in Deutschland immer wieder auftaucht: Gerade für kleine und mittlere Unternehmen müssen die Eintrittsbarrieren zur bAV reduziert werden.

Neue Quellen für Renteneinkommen

Die Studie gelangt zur Schlussfolgerung, dass in den meisten (untersuchten) Staaten sich die Renteneinkommen zukünftig auch aus anderen Quellen speisen müssen und sich die prozentuale Zusammensetzung der individuellen Renteneinkommen ändern wird. In ihrem Ausblick gehen die Autoren davon aus, dass zunehmend staatliche Rentenleistungen durch kapitalgedeckte Elemente ersetzt und leistungsorientierte Pensionspläne in beitragsorientierte umgewandelt werden. Weiterhin wird erwartet, dass sich bisherige familienunterstützte Strukturen im Zuge demografischer Entwicklungen (Stichworte: zunehmende Singularisierung in Industriegesellschaften, sinkende Geburtenraten) zu mehr formalisierten, staatlichen Strukturen entwickeln könnten.

Reformen auf den Weg gebracht

Auf diese Trends deuten einige bereits realisierte beziehungsweise eingeleitete oder zumindest angekündigte Reformen hin, die in den einzelnen Ländern und von politisch durchaus verschieden ausgerichteten Regierungen umgesetzt oder geplant werden. Diese Reformen werden in der Regel vom Bemühen getrieben, mit einem geringeren staatlichen Renteneinkommen die Lebensqualität künftiger Rentner abzusichern. So sieht dies auch Dr. Renate Finke, Senior Economist bei Allianz International Pensions und Verfasserin der Studie: „Die Altersversorgung hat sich zu einem Drahtseilakt entwickelt, bei dem die finanzielle Nachhaltigkeit der staatlichen Rentensysteme gewahrt … sowie ein gewisses Level an Renteneinkommen für zukünftige Generationen sichergestellt werden müssen.“


Veröffentlichung der Studie „Retirement Income Adequacy Indikator“  durch Allianz International Pensions (07/2015)


 

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