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Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 17.1.2012 Drucken

Abkehr vom traditionellen Altersbild

Die Diskussion über die Rente mit 67, wie sie derzeit geführt wird, ist grundlegend falsch. Stattdessen wird eine Flexibilisierung bei der Gestaltung des Übergangs von der Erwerbs- in die Rentenphase benötigt.

Diese Forderung formulierte Prof. Dr. Norbert F. Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung auf dem SCHUFA-Thementag 2012, der unter dem Titel „Demografischer Wandel – Chance zur Erneuerung?“ in Berlin stattfand.

Abkehr vom traditionellen AltersbildSchneider skizzierte auf dem SCHUFA-Thementag die Megatrends des Wandels der Lebensführung in Deutschland. In den letzten 50 Jahren haben sich seiner Beobachtung nach bedeutsame Veränderungen in den Lebensläufen der Deutschen ergeben. So stieg die Lebenserwartung bei Geburt um etwa elf Jahre auf 78 Jahre bei den Männern und 83 Jahre bei den Frauen. Nach Berechnungen des Max-Planck-Institutes in Rostock am Beispiel der französischen Bevölkerung entsprach im Jahr 2010 die Sterberate von 70-Jährigen der von 40-Jährigen im Jahr 1910.

Es gibt heute eine signifikante Veränderung der Lebensphase „Alter“ mit einer Ausdifferenzierung in „Drittes“, „Viertes“ und „Fünftes Alter“. Gleichzeitig seien, so Schneider, die traditionellen Altersbilder in den Köpfen der Menschen sehr beständig, die Gesellschaft orientiere sich weiterhin am bisherigen 3-Phasen-Modell. Alter sei aber vielfältiger als „20 Jahre Rest“, gab er zu bedenken.

Familie nur als Option

Neben der größeren Differenzierung der Rentenphase sind weitere Veränderungen in der Lebensführung zu beobachten, die ebenfalls erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen haben. So fand in den zurückliegenden 50 Jahren eine Pluralisierung der Lebensformen statt, die eine Abkehr von der bürgerlichen Kernfamilie zur Folge hatte. Vor allem in Ostdeutschland ist dieser Trend unübersehbar. Dort leben 65 Prozent der zwischen 1966 und 1970 Geborenen in einer nichtkonventionellen Lebensform, im Westen des Landes sind es 49 Prozent. Familiengründung wird allenfalls als eine Option wahrgenommen. Deutschland hat zudem weltweit einen der höchsten Anteile dauerhaft kinderloser Frauen und gehört zu den Ländern mit den ältesten Müttern.

Doch während sich die Lebensführung in einigen Aspekten sehr deutlich geändert hat, weist die gesellschaftliche Entwicklung auch einige sehr stabile Elemente auf. Frauen sind mittlerweile zwar stärker in das Erwerbssystem integriert, aber bei Müttern kann nur eine moderate Zunahme festgestellt werden. „Traditionelle geschlechtstypische Elternrollen bestehen weitgehend fort“, erklärte Prof. Schneider. Daher ist in den letzten Jahren der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 55 bis 65 Jahren zwar sowohl bei Frauen und Männern angestiegen, im Alter von 35 bis 55 Jahren sind aber unverändert deutlich weniger Frauen in Vollzeit erwerbstätig als Männer.

Stärkere Inklusion der jungen Alten

Für das politische Handeln leitete Prof. Norbert F. Schneider aus den Veränderungen in der Lebensführung mehrere Implikationen ab. „Angebracht erschein eine stärkere gesellschaftliche Inklusion vor allem junger Alter durch Erwerbsarbeit, zivilgesellschaftliches Engagement und über den Markt.“ Er forderte mehr Altersdiversität und lebenslanges Lernen als Programm. Nötig sei zudem die Etablierung neuer Solidarbeziehungen jenseits von Familie und Markt sowie die Förderung neuer Wohn- und Gemeinschaftsformen. Grundlage notwendiger Änderungen, so Schneider, ist die Abkehr von traditionellen Altersbildern und von weiterhin am klassischen 3-Phasen-Modell orientierten sozialen Institutionen.

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