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    Einkommen & Vermögen

    Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

    Einkommen & Vermögen | 11.3.2022 Drucken

    Geldanlage ist bei Frauen gut aufgehoben

    Von wegen Finanzangelegenheiten sind Männersache. Frauen sollten die Dinge selbst in die Hand nehmen, dann schneiden sie oft auf Dauer besser ab, wissen Expertinnen. Dieser Rat gilt das ganze Jahr über, nicht nur aus Anlass des Frauentags.

    Laut Deutschem Aktieninstitut waren im Jahr 2021 von 12,1 Millionen Aktienbesitzern nur gut vier Millionen Frauen.

    Frauen und Geldanlage

    „Reden wir mehr über Geld – und das ganz besonders mit unseren Müttern, Töchtern und Enkelinnen“, fordert deswegen Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. Aber brauchen Frauen überhaupt Nachhilfe für Anlagethemen? Unter dem Strich schneidet „Sie“ beim Investieren sogar oft besser ab als „Er“. Wenn Frauen die folgenden sieben Tipps bei Geldanlagethemen beherzigen, haben sie beste Chancen.

    Einstellung ändern. „Frauen sollten sich bei Finanzangelegenheiten mehr zutrauen“, sagt Petra Ahrens, Vorstand bei der MAIESTAS Vermögensmanagement AG aus Köln. „Nur weil Männer gern mit ihren Erfolgen prahlen, heißt das nicht, dass sie immer die besseren Entscheidungen treffen.“ Gut zu wissen: Die Depots weiblicher Anleger schneiden dank besserem Risikomanagement in Vergleichen über längere Zeiträume oft besser ab als die Portfolien von Männern. Aber nur etwas mehr als eine von zehn Frauen nutzt Aktien oder Fonds zum Vermögensaufbau. Das sollte „Sie“ dringend ändern.

    Behutsam Erfahrungen sammeln

    Langsam anfangen. Langfristig Investieren ist etwas ganz Anderes als im Casino beim Roulette auf eine Zahl zu setzen und das Beste zu hoffen. Einsteigerinnen sollten nicht damit anfangen, einzelne Werte herauszupicken. „Je nach Anlagementalität ist es sinnvoll, nicht gleich mit einer Aktienstrategie zu starten, sondern erst einmal mit einer ausgewogenen Anlagestrategie ein erstes Gefühl für die Geldanlage zu bekommen“, rät Julie Bossdorf von der Habbel, Pohlig & Partner – Vermögensverwaltung aus Wiesbaden. Aber wie geht das?

    Informieren oder Rat suchen. Die Wissensquellen zu Finanzthemen angefangen bei Büchern über Zeitschriften bis zu vielfältigsten Internetangeboten sind nahezu unerschöpflich. Im Prinzip kann sich hier jede Frau schnell ein Basiswissen aneignen. Sie interessieren sich aber einfach nicht dafür? „Sich das einzugestehen ist nicht weiter schlimm, solange das nicht bedeutet, gar nichts zu machen“, sagt MAIESTAS-Finanzfachfrau Petra Ahrens. „Investieren Sie wenigstens einmal Zeit und etwas Geld in eine unabhängige Beratung, um die wichtigsten Weichen richtig zu stellen und später nicht mit leeren Händen dazustehen.“ Bei auf den ersten Blick kostenlosen Beratungen ist aber eher Skepsis angesagt, denn hier gibt es selbst bei der Hausbank nicht selten Interessenkonflikte. „Ein Berater sollte nur an die Interessen der Mandantin denken und keine mehr oder weniger versteckten Provisionen oder Konzernvorgaben im Hinterkopf haben“, rät Ahrens, die sich auch im VUV, dem Verband der unabhängigen Vermögensverwalter engagiert.

    Die höherer Lebenserwartung im Blick

    Vorsorgelücke schließen. Frauen sind zwar schon lange nicht mehr allein für Heim und Kinder zuständig, aber meist ist doch „Sie“ es, die beruflich zurücksteckt. Trotz gesetzlicher Regelungen zur Anrechnung dieser Phasen auf die Rentenansprüche führt das nicht selten zu einem niedrigeren Gehaltsniveau. Der geringere Verdienst bringt im Vergleich zu männlichen Kollegen ein Altersvorsorgedefizit mit sich. Vermögensverwalterin Julie Bossdorf rät, sich folgende Frage zu stellen: „Welche Rentenlücke ist eventuell durch die Familienzeit entstanden und wie kann man diese in Form von zusätzlichem Vermögensaufbau schließen?“ Gerade Frauen sollten darauf frühzeitig Antworten finden und eine konsequente Altersvorsorge aufbauen, denn sie sind auch länger darauf angewiesen. Nach den Daten des Bundesamtes für Statistik lebt eine 65-jährige Frau heute im Schnitt noch 21,1 Jahre und damit rund drei Jahre länger als ein Mann.

    Ruhig bleiben. An der Börse aktiv zu werden, kann sich sogar für Frauen besonders gut rentieren. Sie haben im Geschlechtervergleich oft das bessere Händchen bei Aktien und Co. Das angeblich starke Geschlecht spekuliert gerne auf schnell verdientes Geld, statt strategisch bei Qualitätswerten auf Durchhalten zu setzen. „In turbulenten Börsenzeiten neigen Männer öfter dazu, ihre Anlagen zu verkaufen, während Frauen die Schwächephase aussitzen“, sagt Julie Bossdorf: „Das wird am Ende mit einem positivem Anlageergebnis belohnt.“ Schwankungen bei langfristig real rentabler Geldanlage gehören nun mal dazu, aber wer lernt, das ein Stück weit auszuhalten und durch eine gute Strategie auszugleichen, macht einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Anlageerfolg.

    Gegenseitig Stärken ergänzen

    Nachwuchs einbinden. Der Grundstein für Finanzinteresse wird oft schon früh gelegt. „Eltern können viel bewirken, wenn sie nicht in alten Stereotypen denken und eine moderne Aufteilung vorleben“, sagt Petra Ahrens. Kinder sollten mitbekommen, dass Geldangelegenheiten ganz selbstverständlich zwischen Männern und Frauen auf Augenhöhe besprochen werden. Warum nicht gleich selbst die Vorsorge für den Nachwuchs starten? „Ich habe für meine Tochter von Geburt an einen monatlichen Sparplan in einen weltweiten Aktienfonds angelegt“, erzählt Julie Bossdorf, „so wird sie sich zu ihrer Volljährigkeit über ihr erstes Wertpapierdepot freuen dürfen und wird früh mit dem Thema Geldanlage konfrontiert.“

    Erfolgsfaktor Ausgewogenheit. Unternehmen, die um Gleichstellungsthemen bemüht sind, schnitten in den letzten Jahren besser ab als der europäische Marktdurchschnitt. „Das allein ist für uns noch kein Grund für ein Investment“, sagt Börsenexpertin Petra Ahrens, „jedoch die Erfahrung zeigt, das gemischte Führungsmannschaften, in denen sich Frauen und Männer, aber auch junge und alte Mitglieder ergänzen, oft zu besseren Lösungen kommen.“ Ein Prinzip, von dem auch Ehepaare und Familien profitieren können. Warum nicht die Stärken des anderen nutzen, um die eigenen Schwächen auszugleichen? Am Ende geht es nicht darum, ob Frauen oder Männer besser investieren. Das Ziel sollte es völlig geschlechtsneutral immer sein, eine langfristig funktionierende Balance zwischen Chancen und Risiken zu wahren.

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