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Demographie

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Demographie | 30.3.2017 Drucken

Lebenserwartung: Eltern leben länger

Eine Studie präsentiert, wie sich die Lebenserwartung insbesondere in der Generation 60plus zwischen Eltern und Kinderlosen unterscheidet.

Dass Kinder – neben schlaflosen Nächten und einem abwechslungsreicheren Leben – auf die eine oder andere Weise Glück bedeuten, wissen viele Eltern aus eigener Erfahrung. Auch die Tatsache, dass jene mit mehr Lebensjahren rechnen dürfen, die Kinder in die Welt gesetzt haben, wurde bereits in verschiedenen Forschungsprojekten ermittelt.

KinderIn einer unlängst veröffentlichten Studie dokumentierten nun schwedische Wissenschaftler, welchen Einfluss der Elternstatus auf die Lebenserwartung im Altersabschnitt ab 60 Jahren hat. Zudem ermittelten die Demographen, ob Söhne oder Töchter einen unterschiedlich starken Einfluss haben und ob Mütter und Väter gleichermaßen davon profitieren. Dazu wurden vom Karolinska-Institut (Stockholm) Daten von mehr als 1,4 Millionen schwedischen Bürgern ausgewertet. Deren Geburt datierte zwischen 1911 und 1925. Rund 300.000 Personen von ihnen waren kinderlos. Veröffentlicht wurden die Studienresultate im „Journal of Epidemiology and Community Health“. (Hier in englischer Sprache verfügbar.)

Deutlicher Gewinn bei der Lebensspanne für Eltern

Generell zeigte die Untersuchung, dass das Sterberisiko bei Eltern durchgehend niedriger ausfiel als bei den Kinderlosen. Demnach hatten 60-jährige Väter noch eine Lebenserwartung von weiteren 20,2 Jahren. Der vergleichbare Wert betrug bei den kinderlosen Männern 18,4 Jahre. Nicht ganz so deutlich fiel die Differenz bei den Frauen aus. Während 60-jährige Mütter im Schnitt noch 24,6 Jahre lebten, lag die Lebenserwartung der kinderlosen Frauen bei 23,1 Jahren. Mit zunehmendem Lebensalter sank diese Differenz. So ergab sich für 80-jährige Väter noch eine Lebenserwartung von 7,7 Jahren gegenüber 7,0 Jahren für kinderlos gebliebene Männer. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei 80 Jahre alten Müttern, deren Lebenserwartung noch 9,5 Jahre betrug. Kinderlos gebliebene Frauen hingegen hatten im Alter von 80 Jahren noch durchschnittlich 8,9 Jahre vor sich.

Geschlecht oder Anzahl der Kinder ohne Relevanz

Bisher gingen andere Studien davon aus, dass Töchter das Leben messbar deutlicher verlängern als Söhne. Diesen Fakt konnte die neueste Studie allerdings nicht belegen. Nach deren Ergebnissen spielte es keine Rolle, ob der Nachwuchs männlich oder weiblich war. Ebenso wenig relevant blieb die Anzahl der Kinder. Zudem untersuchten die Forscher, inwieweit es Differenzen zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen und Männern gibt. Dabei kam zutage, dass das Sterberisiko für alleinstehende Männer gegenüber verheirateten Männern etwas größer ausfiel. Bei Frauen zeigte sich kaum eine Differenz zwischen Alleinstehenden und Verheirateten.

Nähe zu den Kindern bleibt wichtig

Interessant ist auch diese Feststellung: Regionale Nähe der Kinder wirkt sich auf die Lebenserwartung der Eltern aus. Aufgrund der soliden und umfangreichen demografischen Datenbasis in Schweden konnte dies erstmals untersucht werden. Die Forscher teilten dafür die Kohorten in Personenkreise ein. In der einen leben die beiden Generationen in einem Radius von weniger als 50 Kilometer. In der anderen ist die Entfernung größer. Ergebnis: Das Sterberisiko der Eltern glich sich dem gegenüber Kinderlosen an, wenn die Eltern im Alter weiter weg (> 50 km) von den Kindern lebten. Dieser Fakt zeigte sich bei Frauen noch deutlicher als bei Männern.

Verschiedene Faktoren denkbar

Bei der Interpretation ihrer Ergebnisse vermuteten die Forscher, dass Eltern länger leben, weil sie im hohen Alter von ihren Kindern unterstützt werden. Kinderlosen hingegen fehle dieser Beistand. Mit der Studie ließ sich aber nicht beweisen, ob dies tatsächlich der Grund ist. Möglich wäre zum Beispiel auch, dass Eltern als Vorbild oder aus Vernunftgründen ohnehin stärker auf ihre Gesundheit achten und  einen gesünderen Lebensstil inklusive Ernährung und Bewegung pflegen. Psychische Komponenten wie eine positivere Lebenseinstellung mit Kindern (und später Enkeln) oder die damit verbundene generationsübergreifende Familienkultur wären ebenfalls positive Kriterien.

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