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Presse

Pressemeldungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

21.11.2018 Drucken

Sozialsystem hinkt Arbeitswelt hinterher

Deutsches Institut für Altersvorsorge legt Ergebnisse einer Delphi-Studie zur Zukunft der Arbeit vor. Experten gaben darin Prognosen bis 2030 ab.

Moderne Erscheinungen der Arbeitswelt wie zum Beispiel individualisierte Berufswege, brüchige Erwerbsbiografien oder neue, durch digitale Geschäftsmodelle entstandene Erwerbsformen werden vom deutschen Sozialsystem nicht adäquat berücksichtigt. Das ist eine Schlussfolgerung aus einer Studie zur Zukunft der Arbeit, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in dieser Woche veröffentlicht. Die Studie wurde erstellt von f/21 Büro für Zukunftsfragen. Mit Hilfe der Delphi-Methode, einem intuitiven Prognoseverfahren wurden von März bis Juni 2018 Experten zu ihren Zukunftseinschätzungen bis zum Jahr 2030 befragt.

Normalarbeitsverhältnis nicht mehr Maß aller Dinge

Ein Großteil von ihnen sprach sich dafür aus, dass die soziale Sicherung nicht weiter vom Normal­arbeitsverhältnis abhängen darf, da es zunehmend an Bedeutung verlieren wird. Dieses abhängige, in Vollzeit und unbefristet ausgeübte Beschäftigungsverhältnis gilt heute als typische, als vorherrschende Form von Erwerbsarbeit. „Seit geraumer Zeit sind jedoch Anzeichen zu erkennen, dass die Vorstellung einer dauerhaften Vollzeitbeschäftigung als Maß aller Dinge nicht mehr im gleichen Grad wie in der Vergangenheit geteilt wird“, stellt Studienautorin Nora Stampfl fest. „So werden aufseiten der Arbeitenden zeitweise Unterbrechungen der Arbeitsbiografie freiwillig gewählt und als wünschenswert betrachtet.“ Bei den Unternehmen wiederum bestehe der Wunsch nach mehr Flexibilität in der Personalpolitik.

Umbau zur Erwerbstätigenversicherung vorgeschlagen

Zwar werde ein erheblicher Teil der Arbeitskräfte weiterhin im Normalarbeitsverhältnis gut versichert sein, jedoch müssen für einen wachsenden Anteil atypisch Beschäftigter neue Lösungsansätze für eine soziale Absicherung geschaffen werden. So liefere das bestehende System zum Beispiel derzeit noch keine Antwort auf die Frage, wie die in der sich ausbreitenden Plattformökonomie Beschäftigten verlässlich abgesichert werden können. Die befragten Experten erwarten daher vom Umbau der bisherigen Arbeitnehmerversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung, die auch sozialversicherungsfreie Beschäftigte, Selbstständige und Beamte einbezieht, eine systemische Stärkung der Rentenversicherung.

Verteilung der „Digitalisierungsdividende“

Auch eine komplette Neuausrichtung wird ins Spiel gebracht. In diesem Fall erwartet die Mehrheit der an der Studie Teilnehmenden, dass der Fokus eines zeitgemäßen Sozialversicherungssystems stärker auf der Versicherung der Arbeitsfähigkeit als auf dem Risiko der Arbeitslosigkeit liegt und individuelle Lebensläufe der Versicherten besser als bisher berücksichtigt.

Sozialpolitik werde sich, so die Meinung der Experten, künftig wesentlich um die Verteilung der „Digitalisierungsdividende“ drehen, also um die durch den Einsatz digitaler Technik generierten Wohlstandsgewinne. Aus diesem Grund sieht ein Großteil der Teilnehmer an der Delphi-Studie Zeitpolitik als elementaren Baustein des Aufgabenspektrums eines künftigen Sozialstaates. „Die soziale Absicherung wird sich in Zukunft auch darauf erstrecken müssen, Menschen durch entsprechende Maßnahmen und Leistungen bei der Bewältigung von Zeitkonflikten in kritischen Phasen ihrer Erwerbsbiografie zu unterstützen“, heißt es in Auswertung der Delphi-Befragung.

Zukunft der Arbeit 1

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