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Presse

Pressemeldungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

17.12.2019 Drucken

Finanzbildung braucht einen Anlass

Jugendliche und junge Erwachsene beschäftigen sich mit Finanzthemen vor allem und meist nur dann, wenn es dafür einen konkreten Anlass gibt. Weit seltener werden Finanzinformationen aus freien Stücken gesucht. Eine Finanzbildung „auf Vorrat“ findet in der Regel nicht statt, auch nicht in der Schule. Zu dieser Einschätzung gelangt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge mit dem Titel „Finanzbildung mit Fundament: Fehlanzeige“.

Den mit Abstand größten Antrieb, sich Informationen zu Finanz- oder Wirtschaftsthemen zu beschaffen, liefert die anstehende Steuererklärung. An zweiter Stelle folgt, vielleicht etwas überraschend, weil es im Spannungsverhältnis zu anderen empirischen Befunden steht, die das Interesse an Altersvorsorge. Immerhin 23 Prozent geben zu Protokoll, sich ab und an aus reiner Neugier mit diesen Themen zu beschäftigen.

Anlässe für die Beschaffung von Finanzinformationen

Alles in allem führt die jüngste DIA-Studie aber zu dem Schluss: Jugendliche und junge Erwachsene müssen dort abgeholt werden, wo sie selbst Bedarf an Finanzwissen erkennen. Motivation für Finanzbildung ist das Bewältigen bestimmter Lebenssituationen. Darauf müssen sich auch Angebote der jeweiligen Träger einstellen und gezielt an unterschiedliche Lebenslagen anknüpfen, wenn sie Erfolg haben wollen.

Dabei treten in Abhängigkeit von der Schulbildung ganz unterschiedliche Präferenzen auf. Befragte ohne Schulbildung nannten als Anlass zum Beispiele Probleme mit Versicherungen (20 Prozent) oder den Antrag auf Wohngeld (19 Prozent). Bei Befragten, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden, ist für fast 57 Prozent die Nebentätigkeit (z.B. Ferienjob, Praktikum) der meistgenannte Grund, sich Finanzinformationen zu besorgen. Ebenso spielen bei dieser Gruppe das Interesse an einer Anschaffung (37 Prozent) und für fast 24 Prozent – gleichauf mit der Steuererklärung – der Berufseinstieg eine bedeutende Rolle. Für 32 Prozent der Angestellten/Arbeiter folgt gleich nach der Steuererklärung das Interesse an Altersvorsorge als Informationsanlass.

Bei Anreiz auch anlasslose Beschäftigung

Ein knappes Drittel der Befragten gibt an, man könne sich vorstellen, auch ohne aktuelles Problem oder Anliegen Zeit für Finanzthemen aufzuwenden. Ein größerer Teil von knapp 45 Prozent würde dies jedoch nur im Falle eines Anreizes – zum Beispiel finanzieller Art – tun. Das wiederum könnte ein Ansatzpunkt für Finanzbildungsangebote aus der Wirtschaft sein.

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