Frauen in Arbeit: Viele Mütter würden ihre Arbeitszeit ausweiten

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04. März 2026

Frauen in Arbeit: Viele Mütter würden ihre Arbeitszeit ausweiten

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in Deutschland hoch, dennoch arbeiten Mütter deutlich häufiger in Teilzeit als Männer.

Eine aktuelle Umfrage des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeigt, dass viele Mütter grundsätzlich bereit wären, ihre Arbeitszeit auszuweiten. Entscheidend sind jedoch die Rahmenbedingungen in den Betrieben sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die nun im Online-Portal der Deutschen Rentenversicherung vorgestellten Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Debatte um Frauen in Arbeit und das Ausschöpfen vorhandener Fachkräftepotenziale.

Frauen in Arbeit: Arbeitszeitwünsche hängen von Bedingungen ab

Für die repräsentative Befragung wurden im Frühjahr 2025 mehr als 1.500 teilzeitbeschäftigte Mütter befragt. Unter den aktuellen betrieblichen Bedingungen würden lediglich 17 Prozent ihre Arbeitszeit erhöhen. Der überwiegende Teil der Befragten sieht derzeit keine realistische Möglichkeit, zusätzliche Stunden zu übernehmen. Als zentrale Faktoren nennen die Teilnehmerinnen verlässliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie planbare Arbeitszeiten. Ohne solche familienfreundlicheren Voraussetzungen bleibt die Bereitschaft zur Ausweitung der Erwerbstätigkeit also deutlich begrenzt.

Deutlich höhere Bereitschaft bei familienfreundlichen Arbeitsmodellen

Verbessern sich die betrieblichen Rahmenbedingungen hingegen, steigt die individuelle Bereitschaft erheblich. Bis zu 45 Prozent der befragten Mütter würden ihre Arbeitszeit erhöhen, wenn flexible Modelle und bessere Vereinbarkeitslösungen zur Verfügung stünden. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei Müttern mit jüngeren Kindern. Liegt das Alter des jüngsten Kindes unter zwölf Jahren, beträgt die Bereitschaft zur Aufstockung 48 Prozent. Bei Müttern mit älteren Kindern sinkt dieser Wert auf 38 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass (auch) die jeweilige Lebensphase eine zentrale Rolle bei der Entscheidung über Arbeitszeitmodelle spielt.

Strukturelle Rahmenbedingungen und Teilzeitquote

Frauen arbeiten in Deutschland deutlich häufiger in Teilzeit als Männer und übernehmen weiterhin einen großen Teil der unbezahlten Sorgearbeit – also Kindererziehung beziehungsweise familiäre Pflege. Trotz einer laut Statistischen Bundesamt insgesamt hohen Erwerbsquote bestehen strukturelle Barrieren, die eine stärkere Integration von Frauen in Vollzeit oder vollzeitnahe Beschäftigung erschweren. Dazu zählen neben Betreuungsangeboten auch Unternehmenskultur, Karrieremodelle und gesellschaftliche Rollenerwartungen. Die Umfrage verdeutlicht, dass das Potenzial für mehr Frauen in Arbeit vorhanden ist, jedoch stärker von passenden Rahmenbedingungen abhängt als von fehlender Motivation.