Digitale Rentenübersicht: Jeder Zweite kennt das Angebot nicht

Pressemitteilung vom 29. Juli 2026

Digitale Rentenübersicht: Jeder Zweite kennt das Angebot nicht

INSA-Umfrage für das DIA untersucht Bekanntheit und Gründe für die Nichtnutzung

Berlin, 29. Juli 2026. Die Digitale Rentenübersicht soll Bürgerinnen und Bürgern einen gebündelten Überblick über ihre gesetzliche, betriebliche und private Altersversorgung ermöglichen. Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt, dass das Angebot bislang nur einen kleinen Teil der Bevölkerung erreicht.

Jeder zweite Befragte (50 Prozent) gibt an, die Digitale Rentenübersicht bislang nicht gekannt zu haben. 28 Prozent kennen das Angebot zwar, nutzen es aber nicht. Nur rund jeder achte Befragte (12 Prozent) erklärt, die Digitale Rentenübersicht bereits zu nutzen. Die Ergebnisse fügen sich damit in die aktuelle Diskussion über die bislang geringe Nutzung der Digitalen Rentenübersicht ein.

„Die Digitale Rentenübersicht kann ein wichtiger Baustein für mehr Transparenz bei der Altersvorsorge sein. Wer frühzeitig seine voraussichtlichen Ansprüche kennt, kann leichter erkennen, ob zusätzlicher Vorsorgebedarf besteht“, sagt Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). „Die Umfrage macht allerdings deutlich, dass das Angebot noch viel bekannter gemacht werden muss.“

Die Befragung liefert zugleich Hinweise darauf, weshalb viele Menschen das Angebot bislang nicht nutzen. Jeder vierte Nichtnutzer gibt an, sich mit der Digitalen Rentenübersicht bisher noch nicht beschäftigt zu haben. Fast ebenso viele sehen für sich derzeit keinen konkreten Nutzen. 23 Prozent empfinden den Registrierungs- beziehungsweise Anmeldeprozess als zu aufwändig, 22 Prozent nennen Datenschutz- oder Datensicherheitsbedenken.

Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede. Während die 18- bis 39-Jährigen häufiger einen fehlenden Nutzen, Datenschutzbedenken oder den Registrierungsprozess als Hinderungsgrund nennen, steht bei den 50- bis 59-Jährigen ein anderer Aspekt im Vordergrund: Fast jeder Zweite aus dieser Altersgruppe erklärt, sich mit der Digitalen Rentenübersicht bislang noch nicht beschäftigt zu haben.

Mit zunehmendem Alter nimmt zugleich die Bekanntheit des Angebots ab. Unter den unter 40-Jährigen kennt etwa ein Drittel die Digitale Rentenübersicht nicht. Bei den 60- bis 69-Jährigen gilt das bereits für sechs von zehn Befragten, bei den über 70-Jährigen sogar für zwei Drittel.

Der Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge Dr. Peter Schwark erklärt zu den Befragungsergebnissen:

„Die Politik sollte die Digitale Rentenübersicht stärker in den Mittelpunkt ihrer Informationsarbeit stellen, gerade im Kontext der Umsetzung der Empfehlungen der Rentenkommission. Gleichzeitig müssen die Zugangshürden so niedrig wie möglich sein.

Wenn Menschen den Registrierungs- und Anmeldeprozess mit elektronischem Personalausweis, PIN und Steuernummer als kompliziert empfinden, wird das Angebot sein volles Potenzial nicht entfalten können. Ohne Mund-zu-Mund-Propaganda ist eine große Verbreitung kaum zu erreichen. Dazu muss die Anwendung leicht auch im Familien- oder Freundeskreis vorzuführen sein.

Vergleicht man die Digitale Rentenübersicht mit anderen sensiblen Anwendungen, ist das derzeitige Verfahren kaum nachvollziehbar: Auf Online-Banking-Konten oder Wertpapierdepots kann mit Face-ID zugegriffen werden, ELSTER-Anwendungen funktionieren einfach per Elster-Zertifikat. Selbst auf Krankenkassen-Apps kann nach einer einmaligen starken Registrierung unkompliziert per biometrischer Anmeldung zugegriffen werden. Nur bei der Digitalen Rentenübersicht ist der Zugang wiederholt derart kompliziert.

Die Digitale Rentenübersicht sollte nicht nur sicher, sondern auch alltagstauglich sein. Hier braucht es einen Befreiungsschlag bei der Nutzerfreundlichkeit, ohne das tatsächlich nötige Mindestniveau an Sicherheit aufzugeben.“

Methodik

Für den aktuellen DIA-Deutschland-Trend befragte das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere vom 10. bis 13. Juli 2026 insgesamt 2.006 Personen ab 18 Jahren. Die Befragung erfolgte online. Die Stichprobe ist repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung Deutschlands ab 18 Jahren.

Zur gesamten INSA-Umfrage

Die vollständigen Befragungsergebnisse finden Sie auf der DIA-Website oder unter diesem Link.


Pressekontakt:
Dr. Peter Schwark (Sprecher)
Mail:  
Mobil: 0151-51470102


Über das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA)

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) ist eine unabhängige Denkfabrik, die seit 1997 Wissen und Orientierung zur Altersvorsorge in Deutschland vermittelt. Unser Ziel ist es, Menschen zu informieren, zu sensibilisieren und zu aktivieren, damit sie fundierte Entscheidungen für ihre finanzielle Absicherung im Alter treffen können. Dazu unterstützt das DIA den öffentlichen Diskurs über die Weiterentwicklung der Alterssicherungssysteme in Deutschland. Wir setzen Impulse zu Themen wie demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit und notwendigen politischen Reformen.