DIA-Umfrage zur Reform der Alterssicherung: Mehrheit wünscht sich vor allem finanzielle Sicherheit im Alter

Pressemitteilung vom 14. Juli 2026

DIA-Umfrage zur Reform der Alterssicherung: Mehrheit wünscht sich vor allem finanzielle Sicherheit im Alter

Bekämpfung von Altersarmut und Sicherung des Rentenniveaus mit 57 Prozent deutlich wichtiger als Fragen der Finanzierung (14 Prozent) und Stärkung der privaten Vorsorge (sechs Prozent)

Berlin, 14. Juli 2026: Für die Mehrheit der Bevölkerung steht bei einer Reform der Alterssicherung die finanzielle Sicherheit an erster Stelle. Das zeigt eine repräsentative INSA-Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Danach nennen 36 Prozent der Befragten die Bekämpfung von Altersarmut als oberste Priorität einer Reform. Weitere 21 Prozent sehen die Sicherung des Rentenniveaus als vorrangiges Ziel an. Damit stellen insgesamt 57 Prozent die Einkommenssicherheit im Alter in den Mittelpunkt ihrer Erwartungen.

Deutlich seltener werden die langfristige Finanzierbarkeit der Alterssicherung (14 Prozent), die Begrenzung der Belastungen jüngerer Generationen (7 Prozent), die Stärkung der privaten Vorsorge (6 Prozent) oder die Förderung eines freiwillig längeren Erwerbslebens (5 Prozent) als wichtigste Reformziele genannt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Bürger die Rentendebatte vor allem aus der Perspektive ihrer persönlichen Absicherung betrachten“, sagt DIA-Sprecher Dr. Peter Schwark. „Für die Mehrheit steht die Frage im Vordergrund, ob das Alterseinkommen ausreicht und Altersarmut vermieden wird. Finanzierungsfragen sind wichtig, stehen aber – anders als in der sozial- und finanzpolitischen Perspektive – nicht an erster Stelle.“

Die Umfrage wurde wenige Tage nach Vorlage des Berichts der Alterssicherungskommission durchgeführt. Sie gibt damit einen Hinweis darauf, welche Erwartungen die Bevölkerung an die Reformüberlegungen knüpft.

Unterschiedliche Perspektiven auf die Rentenreform

Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Generationen. Zwar steht die Bekämpfung von Altersarmut in allen Altersgruppen an erster Stelle. Ihre Bedeutung nimmt jedoch mit dem Alter deutlich zu. Während unter den 18- bis 29-Jährigen lediglich 25 Prozent dieses Ziel nennen, steigt der Anteil bei den 60- bis 69-Jährigen auf 49 Prozent. Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Sicherung des Rentenniveaus kontinuierlich von 8 Prozent bei den Jüngsten auf 30 Prozent bei den über 70-Jährigen.

Jüngere Menschen setzen hingegen andere Akzente. So sprechen sich 14 Prozent der 18- bis 29-Jährigen dafür aus, die Belastungen künftiger Generationen zu begrenzen. Im Bevölkerungsdurchschnitt sind es lediglich 7 Prozent. Bei den 60- bis 69-Jährigen fällt dieser Wert auf lediglich 2 Prozent zurück.

„Deutlich wird, dass sich die Prioritäten mit den Lebensphasen verändern. Mit zunehmendem Alter gewinnt die Sicherung des Alterseinkommens an Bedeutung. Jüngere Befragte richten ihren Blick dagegen häufiger auf die langfristige Tragfähigkeit des Systems und die Belastungen künftiger Beitrags- und Steuerzahler“, erklärt Schwark.

Auch zwischen Frauen und Männern zeigen sich Unterschiede. Frauen nennen die Bekämpfung von Altersarmut mit 41 Prozent deutlich häufiger als Männer mit 32 Prozent. Männer legen dagegen größeren Wert auf die langfristige Finanzierbarkeit der Alterssicherung (17 gegenüber 12 Prozent) sowie auf die Stärkung der privaten Vorsorge (8 gegenüber 4 Prozent).

„Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission werden letztlich daran gemessen werden, ob sie soziale Sicherheit, Generationengerechtigkeit und finanzielle Tragfähigkeit miteinander verbinden können. Die Bevölkerung erwartet von einer Reform vor allem Antworten auf die grundlegenden Fragen der Alterssicherung – erst dann rücken einzelne Instrumente wie die private Vorsorge in den Blick“, sagt Schwark.

Grafik: Welches Ziel hat bei einer Reform der Alterssicherung in Deutschland aus Ihrer Sicht oberste Priorität?

Grafik: Die Vermeidung von Altersarmut ist in allen Altersgruppen das am häufigsten genannte Reformziel (25–49 %). Die Prioritäten verschieben sich jedoch mit dem Alter: Während die Sicherung des Rentenniveaus an Bedeutung gewinnt (8–30 %), verliert die Begrenzung der Belastungen für jüngere Generationen tendenziell an Bedeutung (14–2 bzw. 4 %).

Methodik: Für die repräsentative Umfrage befragte INSA Consulere vom 3. bis 6. Juli 2026 insgesamt 2.010 Personen ab 18 Jahren in Deutschland im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Die Erhebung wurde online durchgeführt

Pressekontakt:
Dr. Peter Schwark (Sprecher)
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Mobil: 0151-51470102


Über das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA)
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) ist eine unabhängige Denkfabrik, die seit 1997 Wissen und Orientierung zur Altersvorsorge in Deutschland vermittelt. Ziel ist es, Menschen zu informieren, zu sensibilisieren und zu aktivieren, damit sie fundierte Entscheidungen für ihre finanzielle Absicherung im Alter treffen können. Dazu unterstützt das DIA den öffentlichen Diskurs über die Weiterentwicklung der Alterssicherungssysteme in Deutschland. Wir setzen Impulse zu Themen wie demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit und notwendigen politischen Reformen.