Die geopolitisch hochkomplexe Gemengelage und die Unsicherheiten am Aktienmarkt lassen eine Frage hochaktuell werden: Schaffe ich es als Privatanleger wirklich, in Eigenregie mein Geld langfristig und erfolgreich zu investieren?
Wie soll ich das nur schaffen? Alles geht hin und her. Überall Unsicherheit, die Börsen fallen. Und jetzt soll ich mich um mein Aktiendepot kümmern, mit dem ich meinen Ruhestand finanzieren wollte? Das schaffe ich nicht. Das lass ich jetzt sein!
Kennen Sie solche Überlegungen? Ich denke, die haben gerade viele Anleger. Und das ist auch mehr als verständlich. Waren die Bedingungen für die Geldanlage schon zu Beginn des Jahres nicht einfach, haben sie sich spätestens mit dem Iran-Krieg noch einmal verschlechtert. Die Aktienmärkte kommen unter Druck, weltweit, auch weil die Ölpreise kräftig angezogen sind.
Vermögensaufbau: Hohe Ölpreise sind nicht förderlich, aber auch nicht neu
Steigen die Ölpreise, hat das am Ende immer Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft, die zu schwächeln droht – und auf die Stabilität des Geldes. Es droht Inflation, die Verteuerung aller Waren und Dienstleistungen, weil Öl immer noch eine Schlüsselfunktion in der Wirtschaft einnimmt. Und Inflation kann zu steigenden Zinsen führen, wenn sie aus dem Ruder zu laufen droht. Und steigende Zinsen wiederum belasten viele Aktien. Eine Situation, die hochbrisant, aber nicht einmalig ist. Lieferengpässen gab es auch während der Corona-Pandemie. Steigende Ölpreise gab es auch, wir erinnern uns, in den 1970er-Jahren, als arabische Förderländer den Ölhahn zudrehten. Im Grunde genommen ist das also alles nicht neu, dennoch stellt es die Anleger immer wieder vor neue Herausforderungen. Vor allem vor die Frage: Was soll ich tun?
Vermögensaufbau trotz schwankender Aktienkurse
Pauschale Antworten verbieten sich bei der Geldanlage eigentlich. Dennoch gilt: Aktien können langfristig ein wesentlicher Bestandteil eines ausgewogenen Vermögenskonzepts sein. Die Beteiligung an Unternehmen bietet über längere Zeiträume hinweg Chancen auf Wertzuwachs, bei gleichzeitig unvermeidbaren Schwankungen.

Auch unabhängig von den Themen rund um die Sachanlage als Aktie, die auch noch inflationsschützend langfristig agiert. Auch wenn es manchmal durch die Schwankungen einiges an Nerven kosten kann, der Börse jetzt den Rücken zu kehren, wäre der falsche Schritt. Mit Blick auf die vergangenen 50 Börsenjahre, so waren es immer nur Dellen, nach denen dann die Erholung kam, so zeigt es auch der Chart wie bspw. des S&P 500 oder Dow Jones sowie des DAX. Aber, und darüber sollten Sie sich nun auf jeden Fall Gedanken machen: Wollen und können Sie Ihren Vermögensaufbau, der ja am Ende für Ihren wohlverdienten Ruhestand sorgen soll, tatsächlich in Eigenregie umsetzen? Genau diese Frage sollten Sie sich stellen, nicht die Frage, ob Sie dem Aktienmarkt den Rücken kehren sollten.
„Aktienkurse schwanken, eine an sich sinnlose Bewegung“, ein berühmtes Zitat, das der Anlegerlegende Peter Lynch zugeschrieben wird. Natürlich ist das Zitat nicht wortwörtlich zu verstehen. Dass Aktienkurse schwanken, hat Gründe und ist nicht sinnlos. Aktienkurse schwanken, weil sich die Aussichten für die Unternehmen verändern. Das lässt Aktienkurse steigen und fallen. Was Peter Lynch aber meint, und da hat er völlig recht, dass das Hin und Her oft von Ängsten und Gier getrieben ist – und das macht wenig Sinn. Folglich ist Peter Lynch einer derjenigen, die zu einer langfristigen Aktienanlage raten – und zwar unabhängig von kurz- oder gar mittelfristigen Schwankungen. Was einzig zählt, ist die langfristige Entwicklungen eines Unternehmens, nicht die schnellen Ereignisse, die uns tagtäglich über die Medien erreichen. Letztere veranlassen uns zu schnellen Handlungen, nicht zu einem überlegten langfristigen Agieren. Ein Problem, das heute angesichts der Vielfalt an Informationen umso drängender geworden ist.
Mit Vermögensaufbau „Wert“ schaffen – aber wie?
Ein erfolgreicher Vermögensaufbau mit Aktien steht einzig und allein unter der Frage, wie schaffe ich „Wert“. Wert, in Form von erfolgreichen Unternehmen, die mit soliden Zahlen und aussichtsreichen Produkten am Markt eine herausragende Position einnehmen. Eine Position, die sich nicht einfach so in Luft auflöst, wenn es mal in der Wirtschaft und an der Börse nicht rund läuft. Dass ist die Kernfrage, eine, die sich einfach anhört, die es aber in sich hat. Denn welche Unternehmen schaffen „Wert“? Welche haben Produkte, die auch noch in vielen Jahren gefragt sein werden? Unternehmen, die solide Zahlen liefern und ihre Anteilseigner angemessen beteiligen? Oder, mit Blick auf die neuen Technologien, etwas im Angebot haben, das bestehende Märkte umkrempeln kann? Die disruptive Kraft, die am Ende „Wert“ schafft? Kennen Sie solche Unternehmen?

Dr. Markus C. Zschaber ist Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln, www.zschaber.de