Jetzt Anlagestrategie 2026 überprüfen!

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02. Januar 2026

Jetzt Anlagestrategie 2026 überprüfen!

Neues Jahr, neue Chancen! Welche Trends, Assetklassen und Sektoren 2026 besonders spannend sein könnten – und wie Anlegerinnen und Anleger jetzt ihre Anlagestrategie überprüfen und sich anschließend klug neu positionieren –, soll hier untersucht werden.

Trends verstehen: Warum Timing entscheidend bleibt

Trends zeigen zwei Besonderheiten: Häufig halten sie länger als das Vertrauen der Anleger, weshalb diese bedauerlicherweise regelmäßig die beste Phase eines Trends verpassen – die Schlussphase. Außerdem finden Trendwechsel eher zu Jahresbeginn statt und bestätigen sich im Schlussquartal. Das soll nicht bedeuten, dass Trends nie unterjährig enden, aber in normalen Jahren wiederholen sich die oben genannten Muster.

Assetklassen im Fokus: Anleihen, Zinsen und begrenzte Ertragsperspektiven

Die richtige Auswahl und Kombination der Assetklassen richtet sich in erster Linie nach der eigenen Risikobereitschaft. Dennoch gibt es auch hier Trends, die sich maßgeblich auf den Anlageerfolg auswirken. Ein ausgeprägter Zinssenkungstrend erhöht die Chance auf eine Outperformance der Anleihen. Häufig waren Anleihen besser als Aktien, auch wenn Aktien über einen langen Zeitraum als Gewinner gelten. 2026 dürfte es für Anleihen allerdings nicht einfach werden, weil die hohe staatliche Kreditaufnahme weiterhin auf Anlegerzurückhaltung trifft. Im Ergebnis ist das Ertragspotenzial gemäß den aktuellen Plutos-Prognosen für 2026 nur begrenzt und reduziert sich auf den Zinsertrag im Euroraum und in den USA abzüglich der weiterhin zu vermutenden US-Dollar-Schwäche. Die derzeit noch erwarteten Zinssenkungen von FED und EZB helfen hier leider nur wenig.

Konjunktur und Aktienmärkte: Regionale Unterschiede und politische Impulse

Erfreulich ist allerdings eine sukzessive Verbesserung der Wirtschaft im Jahr 2026. Dabei sollte der Aufschwung in Europa gut erkennbar sein, in den USA leicht stärker ausfallen und in China weiterhin durch die Immobilienkrise belastet sein. In Summe tut sich beim Weltwirtschaftswachstum zwar nicht viel, aber es gibt bessere und weniger gute Regionen. Positiv sind jene Regionen, die durch ihre Rohstoffvorkommen am übergeordneten Preisanstieg der Rohstoffpreise partizipieren. Für die USA erwartet die Plutos-Prognose drei weitere Zinssenkungen sowie nur eine Zinssenkung in Europa um 25 Basispunkte. Belastend wirkt allerdings der anhaltende Preisauftrieb, dessen Verursacher auch die steigenden Rohstoffpreise sind.

Im Ergebnis sollten sich Anleger vornehmlich um die richtige Aktienstrategie kümmern. Nachdem 2025 zahlreiche geopolitische Krisen im Vordergrund standen, bietet das Jahr 2026 die große Chance auf Entspannung. Historisch sind die sogenannten Midterm Elections in den USA eher mit volatilen, aber im Schnitt positiven Aktienjahren verknüpft. Entscheidend ist diesmal die konjunkturelle Schwäche vor den Zwischenwahlen, die Donald Trump zu Stimulationsmaßnahmen für US-Wirtschaft und Arbeitsmarkt verleiten dürfte. Dem Aktienmarkt sollte das gefallen.

Sektorenauswahl 2026: Technologie, Infrastruktur, Gesundheit und Energie

Bleibt für Anleger nur noch die richtige Auswahl der Aktiensektoren. Der weltweite technologische Fortschritt – insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz – lässt Technologieaktien weiterhin im Rampenlicht stehen. Allerdings sollte es zu einem Favoritenwechsel kommen, da viele neue Unternehmen an die Börse streben und der Bereich Künstliche Intelligenz damit mehr Anlagealternativen bietet. Der sukzessiv steigende Stromverbrauch und der Wunsch nach sicheren Netzen sorgen für einen weiteren Trend. Die lebenswichtige Infrastruktur der Versorgungsunternehmen und insbesondere der Netzwerkbetreiber und ihrer technischen Ausrüster macht den Sektor spannend.

Der Gesundheitssektor wurde bereits 2025 wiederentdeckt. Die Innovationsschritte in der Biotechnologie sind rasant. Seit 2023 hinkte die globale Aktienkursentwicklung des Gesundheitssektors dem Gesamtmarkt hinterher, was kein Dauerzustand bleiben dürfte. Nach der laufenden Gesundheitsreform in den USA ist mit weiteren Verbesserungen zu rechnen.

Die sich belebende Rohstoffnachfrage – getragen vom Bevölkerungswachstum und den Investitionen in Infrastruktur – wirkt sich positiv auf Minenbetreiber und ihre Zulieferindustrie aus. Aber auch der von vielen Anlegern kaum noch beachtete Ölpreis könnte eine Renaissance erleben. Der Sektor Energie mit seinen Unternehmen aus der klassischen Öl- und Gasindustrie und den erneuerbaren Energien ist dabei historisch günstig bewertet. Letztlich sollte die Rückkehr der Konsumenten, die ihre Sparquote wieder reduzieren, auch bei Aktien aus diesem Sektor Chancen auf Kursaufschläge eröffnen.


Kai Heinrich ist Vorstandsvorsitzender der Plutos Vermögensverwaltung AG