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    Einkommen & Vermögen | 19.7.2022 Drucken

    Tresor daheim oder lieber Schließfach?

    Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist hoch. Doch gibt es davon immer weniger. Wer wertvolle Dinge dennoch sicher lagern möchte, hat inzwischen aber Alternativen.

    „Wir stellen immer wieder fest, dass gerade in Krisenzeiten die Nachfrage nach Gold zunimmt“, sagt Rolf Ehlhardt von der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung in Mannheim. Im aktuellen Umfeld, das von rasant steigender Inflation, Zinswende, geopolitischen Unsicherheiten wie dem Krieg in der Ukraine sowie von Rezessionssorgen geprägt ist, scheint das nicht anders zu sein. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) kauften europäische Privatanleger im ersten Quartal dieses Jahres rund 78 Tonnen Gold – der höchste Quartalswert seit zehn Jahren. 47 Tonnen davon erwarben übrigens deutsche Investoren.

    Sicherheit Depot Vorsorge

    Gleichzeitig stellt sich damit aber die Frage, wo man Gold und andere wertvolle Gegenstände oder wichtige Unterlagen sicher aufbewahren kann. „Eine Möglichkeit ist die Anschaffung eines Tresors für die eigenen vier Wände“, erklärt Ehlhardt. Allerdings sollte man sich das, vor allem wenn es um größere Vermögenswerte geht, sehr gut überlegen. Immerhin gab es laut Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr mehr als 54.000 Wohnungseinbrüche mit Diebstahl. „Außerdem gilt es zu bedenken, dass Einbrecher ein gewisses Gewaltpotenzial mitbringen können“, so der Vermögensverwalter. „Deshalb kann die Aufbewahrung wertvoller Dinge zu Hause mit deutlichen Risiken verbunden sein.“ Die Alternative ist ein Bankschließfach. Allerdings gibt es hier eine anderes Problem. Auch wenn genaue Zahlen fehlen, es scheinen immer weniger Schließfächer hierzulande zur Verfügung zu stehen.

    Banken schließen immer mehr Filialen

    „Das ist schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet, dass die Banken immer mehr Filialen schließen und deshalb kaum noch ein freies Schließfach vorhanden ist“, erklärt Ehlhardt. Laut dem Bankenverband existierten 2004 noch 35.760 Bankfilialen in Deutschland. 2020 waren es noch 24.100 – ein Rückgang um 33 Prozent. Bis 2030 sollen es laut Strategieberatung Oliver Wyman nur noch 15.800 Filialen sein. Damit dürfte die Zahl der Schließfächer noch weiter abnehmen.

    In diese Lücke stoßen alternative Schließfachanbieter wie die Firma Trisor, die mit Berlin und München über zwei Standorte verfügt und in den kommenden Jahren Zweigstellen in 20 weiteren deutschen Städten eröffnen will. „Tatsächlich haben wir festgestellt, dass die Google-Suchanfragen nach Schließfächern zwischen 2018 und 2022 um 150 Prozent zugenommen haben, während es gleichzeitig in manchen Bankfilialen keine freien Schließfächer mehr gibt“, sagt Dr. Justus Westerburg, Geschäftsführer von Trisor.

    Sicherheit steht ganz obenan

    Doch worauf gilt es bei solchen Anbietern zu achten? Der erste Punkt ist das Thema Sicherheit. Der Tresorraum, die Schließfächer und der Zugang sollten höchsten Sicherheitsstandards genügen. Bei Trisor sorgt neben zertifizierten Tresoren zum Beispiel eine Drei-Faktoren-Authentifizierung dafür, dass keine Unbefugten Zugang bekommen. „Außerdem haben wir rund um die Uhr einen externen Wachdienst oder einen Mitarbeiter vor Ort“, so Westerburg weiter.  

    Ein zweites Thema, das gilt für Schließfächer aller Art, ist der Versicherungsschutz.  „Meist ist in der Gebühr, die in der Regel bei 50 bis 70 Euro pro Jahr liegt, ein Versicherungsschutz für einen Wert von bis zu 5.000 Euro inbegriffen“, erklärt Ehlhardt. „Wer Gegenstände in höherem Gegenwert im Schließfach lagert, sollte dies der Bank mitteilen, da dann eine Nachversicherung notwendig ist.“ Tut er dies nicht, dann ist dort gelagertes Vermögen – zum Beispiel bei einem Raub – nur bis zur Summe von 5.000 Euro versichert.

    Alternative zum Tresor daheim

    Zwar sind alternative Schließfachanbieter teurer als Bankschließfächer. „Dafür sind die verwahrten Wertgegenstände bei der Trisor GmbH jederzeit zugänglich, individuell versicherbar und das Schließfach kann online verwaltet werden“, erklärt Westerburg. Für Kunden, denen das Risiko der Verwahrung in den eigenen vier Wänden zu groß ist, kann diese Lösung also durchaus eine Alternative sein.

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