Frühstartrente: DIA fordert Ausweitung auf Altersvorsorgedepots

Pressemitteilung vom 24. September 2026

Frühstartrente: DIA fordert Ausweitung auf Altersvorsorgedepots

Berlin, 24. September 2026. Anlässlich der morgigen ersten Lesung des Frühstartrentengesetzes im Deutschen Bundestag begrüßt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) grundsätzlich das Ziel der Bundesregierung, junge Menschen frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und den langfristigen Vermögensaufbau für die Altersvorsorge zu stärken.

Bereits in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf hatte das DIA dieses Anliegen ausdrücklich unterstützt. Gleichzeitig sieht das DIA weiterhin erheblichen Verbesserungsbedarf bei der konkreten Ausgestaltung des Gesetzes. „Wer die Aktienkultur in Deutschland stärken will, sollte jungen Menschen und ihren Familien echte Erfahrungen mit Kapitalmarktentscheidungen ermöglichen. Zu viele Einschränkungen laufen diesem Ziel im Regierungsentwurf noch entgegen“, erklärt Dr. Peter Schwark, Sprecher des DIA.

Individuelle Altersvorsorgedepots zulassen und Verbot von Vertriebskosten überdenken

Kritisch sieht das DIA weiterhin die Beschränkung auf sogenannte Standarddepots. Diese geben die Fondsstruktur bereits vor und lassen kaum Raum für eigene Anlageentscheidungen. Das Ziel der finanziellen Bildung werde dadurch kaum erreicht. Nach Auffassung des DIA sollten neben Standarddepots auch individuelle Altersvorsorgedepots zugelassen werden. Familien und Heranwachsende könnten dadurch unterschiedliche Anlagestrategien kennenlernen und praktische Erfahrungen mit Rendite, Risiko und langfristigem Vermögensaufbau sammeln.

Das DIA hält zudem an der Forderung fest, auf das vorgesehene Verbot von Abschluss- und Vertriebskosten zu verzichten. Die Regelung erschwere insbesondere bei den zu erwartenden kleinen Vertragsvolumina die wirtschaftliche Erbringung von Beratung und könne dazu führen, dass sich kaum Anbieter aktiv im Markt engagieren und Familien ohne individuelle Beratung bleiben. „Gerade Haushalte mit geringer Finanzbildung benötigen häufig persönliche Beratung und einen Anstoßgeber. Wer Beratung wirtschaftlich erschwert, riskiert eine geringe Beteiligung und wenig Wettbewerb“, betont Schwark. Er warnt, „dass am Ende nur Bürokratiekosten entstehen ohne erkennbare Effekte für die finanzielle Bildung.“

Staatliche Auffanglösung ausschreiben

Darüber hinaus fordert das DIA ein offenes und transparentes Auswahlverfahren für den Auffang-Anbieter der Frühstartrente. Statt sich ohne Not einseitig auf die Bundesbank festzulegen, sollte nach Auffassung des Instituts ein wettbewerbliches Verfahren durchgeführt werden, an dem auch private Anbieter teilnehmen können.

Positiv bewertet das DIA allerdings, dass die im Referentenentwurf vorgesehene ausschließliche Anlage der Bundesbanklösung in Aktien und Aktienfonds gestrichen worden ist. Das DIA hatte gewarnt, passive Teilnehmer an der staatlichen Auffanglösung ohne jede eigene Entscheidung auf eine 100%ige-Aktienstrategie festzulegen. Im Ergebnis sollte die Bundesbank die privaten Anbieter im Wettbewerb nicht ersetzen, sondern das eingezahlte Kapital an den Kriterien Rendite, Sicherheit und Liquidität orientiert anlegen, bis es zur Einzahlung in ein privates Altersvorsorgeprodukt abgerufen wird.

Pressekontakt:

Dr. Peter Schwark (Sprecher)
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Tel.: 0151-51470102

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Über das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA)

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) ist eine Denkfabrik, die seit 1997 Wissen und Orientierung zu Altersvorsorge und Vermögensbildung vermittelt. Das DIA analysiert Entwicklungen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersversorgung, schafft mit Studien und Umfragen empirische Grundlagen und ordnet aktuelle Entwicklungen und Reformvorhaben ein. Als Ansprechpartner für Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bringt das DIA seine Erkenntnisse in den öffentlichen Diskurs ein und ist Impulsgeber zu Themen wie demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit und zukunftsfester Alterssicherung.