Das private Geldvermögen der Haushalte in Deutschland ist im Jahr 2025 weiter deutlich gewachsen und hat erstmals die Marke von zehn Billionen Euro überschritten.
Nach Berechnungen der DZ BANK nahm das private Geldvermögen um gut sechs Prozent zu. Darüber berichtet das Geldinstitut in einer aktuellen Pressemitteilung und dokumentiert die Ergebnisse der entsprechenden Studie. Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund einer schwachen Konjunktur, einer steigenden Arbeitslosigkeit sowie anhaltender geopolitischer Risiken. Trotz dieser Belastungsfaktoren blieb der Vermögensaufbau robust, wenn auch weniger dynamisch als im Vorjahr.
Hohes Sparverhalten prägt den Vermögensaufbau
Der zentrale Treiber des Anstiegs beim privaten Geldvermögen war auch 2025 das ausgeprägte Sparverhalten der privaten Haushalte. Die DZ BANK schätzt die Sparquote für das Gesamtjahr auf 10,4 Prozent des verfügbaren Einkommens. Damit liegt sie weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie. Ursachen für die anhaltende Sparneigung sind vor allem wirtschaftliche Unsicherheiten, die Sorge um die künftige Einkommensentwicklung sowie ein insgesamt gedämpfter Konsum.
Kapitalmärkte als zweiter Wachstumsmotor

Neben der hohen Ersparnis trugen erneut die Kapitalmärkte wesentlich zum Vermögenszuwachs bei. 2025 war bereits das dritte Jahr in Folge mit deutlichen Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Bewertungsgewinne aus Aktien, Fonds und vergleichbaren Anlageformen summierten sich laut DZ BANK auf rund 290 Milliarden Euro. Diese Kursgewinne machten einen erheblichen Teil des gesamten Vermögenszuwachses aus und verdeutlichen die wachsende Bedeutung kapitalmarktorientierter Anlagen.
Struktur des privaten Geldvermögens
Trotz der Kursgewinne an den Börsen bleibt die Struktur des privaten Geldvermögens in Deutschland stark sicherheitsorientiert. Einlagen und Bargeld stellen weiterhin die größte Vermögensposition dar. Es folgen Ansprüche gegenüber Versicherungen sowie Fonds- und Aktienvermögen. Diese Zusammensetzung zeigt, dass viele Haushalte weiterhin risikoarme Anlageformen bevorzugen, auch wenn renditestärkere Anlagen an Bedeutung gewinnen.
Weitere Daten zeigen allgemeine Zufriedenheit mit Einkommen
Interessant in diesem Kontext ist auch die Einkommenssituation hierzulande. Laut einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft hat sich die Einkommensverteilung in Deutschland in den vergangenen Jahren kaum verändert. Zwar profitieren Haushalte mit höheren Einkommen stärker von Kapitalmarkterträgen, gleichzeitig wirken Lohnzuwächse, Sozialtransfers und steuerliche Entlastungen stabilisierend auf die Einkommensverteilung. In der Summe wird ihre Einkommenssituation von den meisten Menschen (82 Prozent) als „gut bis sehr gut“ beschrieben. In keinem anderen EU-Land war dieser Anteil höher.
Ausblick: Vermögensentwicklung 2026
Für das Jahr 2026 erwarten die Experten der DZ BANK einen weiteren Anstieg des privaten Geldvermögens. Allerdings gehen sie von einer etwas geringeren Dynamik aus. Unter der Annahme moderater Kursentwicklungen an den Kapitalmärkten und einer leicht sinkenden Sparquote könnte das Geldvermögen zum Jahresende hin auf rund 10,5 Billionen Euro steigen. Damit dürfte sich der langfristige Trend eines kontinuierlichen Vermögensaufbaus fortsetzen, der auch für Fragen der privaten Altersvorsorge von zentraler Bedeutung ist.