Inflation in Deutschland: Warum der Preisdruck bleibt

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28. Januar 2026

Inflation in Deutschland: Warum der Preisdruck bleibt

Die Inflation in Deutschland ist seit dem Höhepunkt der Energiekrise deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig bleibt das Preisniveau dennoch hoch und prägt weiterhin den Alltag vieler Haushalte hierzulande. Das hat Ursachen – und Folgen.

Lebensmittel, Mieten und Dienstleistungen kosten spürbar mehr als noch vor wenigen Jahren. Nach Angaben von Destatis lag die durchschnittliche Inflationsrate 2025 bei 2,2 Prozent (vorläufige Schätzung). Damit liegt die Inflation weiterhin leicht oberhalb des allgemein propagierten Stabilitätsziels „2,0 Prozent“ der Europäischen Zentralbank. Insbesondere der Dezember 2025 sorgte für niedrigere Werte, wie das Statistische Bundesamt in einer entsprechenden Pressemitteilung Anfang Januar 2026 mitteilte.

Strukturelle Treiber und positive Erwartungen

Der langsame Rückgang der Inflation erklärt sich vor allem durch ihre Zusammensetzung. Während Energiepreise stark gefallen sind und auch der private Verbrauch zurückging, bleiben andere Komponenten preistreibend. Besonders Dienstleistungen und Mieten verzeichnen weiterhin überdurchschnittliche Preissteigerungen. Für die kommenden Jahre erwarten Deutsche Bundesbank und Europäische Zentralbank eine allmähliche Normalisierung der Inflation in Deutschland. Für 2026 prognostiziert die Bundesbank eine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Im Jahr 2027 soll sich die Teuerung weiter dem Stabilitätsziel von rund 2 Prozent annähern. Beide Institutionen betonen jedoch die Unsicherheit dieser Entwicklung. Geopolitische Spannungen, Energiepreise und die Lohnentwicklung gelten nach wie vor als zentrale Risikofaktoren.

Inflation in Deutschland im internationalen Vergleich

Die gesellschaftliche Dimension der Inflation jenseits bloßer Statistik

Die Inflation in Deutschland ist längst mehr als nur mit abstrakten Kennzahlen verbunden. Sie beeinflusst auf breiter Front öffentliche Diskussion und privates Konsumverhalten, tarifliche Lohnforderungen und politische (Nicht-)Entscheidungen. Viele Haushalte haben ihr finanzielles Sicherheitsbedürfnis erhöht und Menschen ihre Ausgaben neu priorisiert. Dabei rückt auch der reale Werterhalt von Vorsorgevermögen für ihre Altersvorsorge stärker in den Fokus. So wird die Preisentwicklung letztlich zu einem Gradmesser für wirtschaftliches Vertrauen und soziale Stabilität – und damit zu einer zentralen wie anhaltenden Herausforderung in den kommenden Jahren.