Reales Renteneintrittsalter steigt – die Mehrheit geht trotzdem früher

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24. August 2026

Reales Renteneintrittsalter steigt – die Mehrheit geht trotzdem früher

Das reale Renteneintrittsalter rückt nach hinten. Gleichzeitig wählten 2025 fast zwei Drittel der neuen Altersrentner einen anderen Weg als die Regelaltersrente. Aktuell veröffentlichte DRV-Daten zeigen, welche Rentenarten den Übergang bestimmen.

Mehr als 925.000 neue Altersrenten

Das reale Renteneintrittsalter in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen. Nach dem im Juli 2026 veröffentlichten Statistikband „Rente 2025“ der Deutschen Rentenversicherung (DRV) begann für 925.865 Menschen eine Altersrente. Im Durchschnitt waren sie zu diesem Zeitpunkt 64,68 Jahre alt. Männer kamen auf 64,65 Jahre, Frauen auf 64,71 Jahre. Damit setzt sich der langfristige Trend zu einem späteren Rentenbeginn fort.

Nur knapp vier von zehn starten mit der Regelaltersrente

Das Durchschnittsalter allein erzählt jedoch nicht die ganze Geschichte. Lediglich 356.388 Neurentner erhielten 2025 erstmals eine Regelaltersrente. Das entspricht 38,5 Prozent aller neuen Altersrenten. Umgekehrt entfielen 569.477 Zugänge oder 61,5 Prozent auf andere Altersrenten. Die Mehrheit nutzte damit weiterhin einen Rentenzugang vor der persönlichen Regelaltersgrenze oder eine besondere Altersrentenart.

Zwei Wege prägen den frühen Ruhestand

Auffallend häufig war die Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Sie wurde 262.361-mal neu in Anspruch genommen. Wer mindestens 45 Versicherungsjahre erreicht, kann diese Rente vor der Regelaltersgrenze ohne Abschläge beziehen. Das durchschnittliche Zugangsalter lag bei 64,13 Jahren. Weitere 238.028 Menschen entschieden sich für die Altersrente für langjährig Versicherte. Sie setzt mindestens 35 Versicherungsjahre voraus. Beginnen kann diese ab 63 Jahren. Bei einem vorzeitigen Start ist sie in der Regel mit dauerhaften Abschlägen verbunden. Das durchschnittliche Zugangsalter betrug hier 63,43 Jahre. Hinzu kamen 68.999 neue Altersrenten für schwerbehinderte Menschen; ihr Durchschnitt lag bei 62,92 Jahren.

Späterer Rentenbeginn verändert die Verteilung

Gegenüber 2024 sank die Gesamtzahl der neuen Altersrenten von 937.107 auf 925.865. Zugleich ging die Zahl der Regelaltersrenten von 371.735 auf 356.388 zurück. Damit fiel ihr Anteil von 39,7 auf 38,5 Prozent. Das reale Renteneintrittsalter steigt also, ohne dass die Regelaltersrente zum dominierenden Zugangsweg wird. Dafür sorgt auch die schrittweise Anhebung der gesetzlichen Altersgrenzen: Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen den Ruhestand später, können aber je nach Versicherungsverlauf weiterhin unterschiedliche Übergänge wählen.

Vorsorge muss zum geplanten Rentenstart passen

Für die Zukunft der Altersvorsorge und die Perspektiven künftiger Ruheständler ist deshalb nicht nur die gesetzliche Regelaltersgrenze entscheidend. Denn wer früher aufhören möchte, sollte prüfen, welche Rentenart infrage kommt. Genauso wichtig ist es, herauszufinden, wie hoch mögliche Abschläge ausfallen und ob zusätzliche Einkünfte die entstehende Lücke schließen (können). Das reale Renteneintrittsalter ist und bleibt also eher ein faktischer wie statistischer Durchschnittswert. Die individuell entscheidenderen Fragen sind jedoch: Wie hoch ist der finanzielle Spielraum für den eigenen Ruhestand und welche Konsequenzen ziehen potenzielle Rentner daraus.