Private Ruhestandsplanung: Fast jeder Zweite baut kein eigenes Polster auf

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31. Juli 2026

Private Ruhestandsplanung: Fast jeder Zweite baut kein eigenes Polster auf

Mit Blick auf die private Ruhestandsplanung sind die Zahlen eindeutig: Nur knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland legt privat Geld für das Alter zurück.

Das zeigt eine aktuelle INSA-Umfrage für BILD und die „Bild am Sonntag“. 49 Prozent der Befragten sorgen nach eigenen Angaben privat vor. Als Beispiele nennt die Umfrage Aktien und das Sparbuch. 42 Prozent tun dies allerdings nicht. Weitere neun Prozent wissen es nicht oder machten keine Angabe. Damit baut fast jeder Zweite kein eigenes finanzielles Polster für das Alter auf. Wer weder eine Erbschaft zu erwarten hat noch über Wohneigentum oder andere Einkommensquellen im Alter verfügt, dem drohen in der Regel finanzielle Engpässe im Alter – bis hin zur Altersarmut.

Viele wollen keine längere Lebensarbeitszeit

Die obige Umfrage beleuchtet nicht nur die rein private Vorsorge. Sie dokumentiert zugleich, wie die Deutschen über mögliche Reformen der gesetzlichen Rente denken. 58 Prozent lehnen längere Lebensarbeitszeiten ab. Nur 28 Prozent sprechen sich dafür aus. Gleichzeitig befürworten 51 Prozent eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Arbeitsjahre. Wer früh in das Berufsleben startet, könnte dann früher in Rente gehen. Das bedeutet beispielsweise: Akademiker würden meist länger arbeiten, weil sie später einzahlen.

Mehr Steuergeld für die Rente findet am meisten Zustimmung

Auch bei der Finanzierung des Rentensystems gibt es klare Präferenzen in der Bevölkerung. 28 Prozent sprechen sich für (noch) mehr Steuergeld aus. 18 Prozent halten höhere Rentenversicherungsbeiträge für einen geeigneten Weg. 15 Prozent würden langsamer steigende Renten akzeptieren. Keine dieser Optionen erreicht eine Mehrheit. Das zeigt, wie schwer ein gesellschaftlicher Konsens über die künftige Finanzierung der Rente zu erreichen ist. Somit ist dieses Umfragebild auch symptomatisch für den Rentenkonflikt in der Politik, der sich auchin den unterschiedlichen Vorschlägen der Alterssicherungskommission widerspiegelt.

Erwartungen und eigenes Handeln passen oft nicht zusammen

Deutlich wird in den Ergebnissen der Umfrage auch ein auffälliger Widerspruch. Viele Menschen wollen hierzulande weder länger arbeiten noch stärkere Einschnitte hinnehmen. Zugleich verzichtet ein großer Teil auf zusätzliche private Vorsorge. Dadurch fehlt häufig ein eigenes Polster. Die gesetzliche Rente soll (allein) den Lebensstandard sichern. Wie realistisch das ist, bleibt ungewiss. Ein Report vom Herbst 2025 zeigte zudem, dass besonders viele Menschen unter 30 Jahren noch nicht privat vorsorgen. Das ist problematisch, weil gerade ein langer Anlagezeitraum den Aufbau von Vermögen erleichtert.

Private Ruhestandsplanung schafft einen realistischen Überblick

Die private Ruhestandsplanung sollte sich nicht auf ein einzelnes Vorsorgeinstrument konzentrieren, sondern mit grundlegenden Aspekten beschäftigen. Am Anfang steht dabei die Frage: Welches Einkommen im Alter benötigt oder gewünscht wird – und wie es erreicht und abgesichert werden kann. Danach werden gesetzliche Rente, betriebliche Ansprüche und vorhandenes Vermögen zusammengeführt. Erst dann wird sichtbar, ob künftig eine Versorgungslücke besteht. Die INSA-Zahlen machen jedoch heute schon eines deutlich: Die politische Rentendebatte allein beantwortet derartig persönliche Fragen eher nicht. Wer also seinen gewünschten Lebensstandard im Ruhestand sichern will, braucht zusätzlich einen eigenen wie realistischen Plan – und möglichst genügend Zeit, diesen umzusetzen.

Zwischen Vorsorge und Verzicht – was die Zahlen aussagen