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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 6.5.2022 Drucken

    Wohnen im Alter – was gibt es zu bedenken?

    Die Frage, wie und wo man im Alter einmal seinen Ruhestand genießen möchte, beantworten die meisten Menschen zu spät. Würden junge Bauherren bereits beim Bau an die Zukunft denken, bliebe dem ein oder anderen im Rentenalter wohl vieles erspart.

    Grundsätzlich ist bei den unterschiedlichen Wohnformen, die sich für Senioren anbieten, zwischen klassischen Pflegeheimen, betreutem Wohnen sowie Senioren-Wohngemeinschaften zu unterscheiden. Dabei ist die Frage nach der richtigen Wohnart eine höchst individuelle. Die Antwort darauf richtet sich nicht nur nach dem Geschmack des Betroffenen. Sie hängt auch davon ab, wie viel Unterstützung jemand im Alltag benötigt und was er sich leisten kann.

    Ein Pflegeheim bietet sich immer dann an, wenn tatsächlich professionelle Pflegeunterstützung angezeigt ist. Anders ist dies beim Betreuten Wohnen. Die Bewohner leben weitgehend selbstständig und werden nur nach Bedarf unterstützt. Das kann beim Einkaufen genauso sein wie bei der Organisation und Erledigung von Alltagsterminen. In der Regel wird aber auch medizinische Hilfe angeboten. Eine Senioren-WG ist vor allem für Menschen geeignet, die alleinstehend sind und Anschluss suchen. Sie wollen nicht allein leben, sondern sich eine Wohnung oder ein Haus mit anderen Personen teilen. Auf diese Weise können sich die Bewohner gegenseitig unterstützen und durch die gemeinsame Nutzung einer Immobilie auch Kosten sparen.

    Auszug ist oft nicht gewollt

    Das Sprichwort “Einen alten Baum verpflanzt man nicht!” bewahrheitet sich in vielen Fällen. Im Alter hat man sich als Immobilieneigentümer nicht selten an seine Umgebung gewöhnt und ist nicht mehr so flexibel, noch einmal umzuziehen. Deshalb kommt für viele Menschen ein Auszug aus ihren eigenen vier Wänden überhaupt nicht in Frage. In aller Regel wohnen Immobilieneigentümer jedoch nicht in alters- oder behindertengerechten Wohnungen oder Häusern. In diesem Fall müssen bauliche Umgestaltungsmaßnahmen erfolgen.

    Bedingungen für Barrierefreiheit

    Das Schlagwort “Barrierefreiheit” wird immer wieder diskutiert. In der eigenen Immobilie ist hierunter vor allem zu verstehen, dass auch Personen mit Gehbehinderung oder -einschränkung problemlos im Haus oder in der Wohnung zurechtkommen. Wesentlich für die Barrierefreiheit ist deshalb vor allem, dass sich die Bewohner auch mit Rollator oder gegebenenfalls Rollstuhl gut in der Immobilie bewegen können. Hierfür ist es erforderlich, dass die Tür entsprechend breit ist, damit sie problemlos mit Hilfsmitteln passiert werden kann. Entsprechend ist der Eingangsbereich zu gestalten. Generell können Rampen über kleinere Stufen ausgebaut werden oder es wird ein Aufzug (Treppenlift) eingebaut.

    Mittel zur sicheren Fortbewegung

    Innerhalb der Wohnung oder des Hauses eignen sich Handläufe, um mehr Sicherheit bei der Fortbewegung zu geben. Generell sollte überall dort, wo zusätzlich zur bloßen Fortbewegung noch weitere Gefahrenquellen lauern, wie etwa durch Wasser in Bad und WC, ein Handlauf angebracht werden. Rutschfeste Badvorleger, Duschmatten, aber auch ein altersgerechter Einstieg in Duschwanne oder Badewanne verhindern Unfälle, die in Sanitäranlagen leider häufig vorkommen. Auch eine helle Ausleuchtung der Immobilie sowie das Verlegen von Kabeln in Kabelläufen beugt Stolperfallen vor und verhindert auf diese Weise Probleme beim Wohnen im Alter.

    Einfache Handhabung im Alltag

    Ein wichtiger Aspekt für altersgerechtes Wohnen ist die leichte Erreichbarkeit von Dingen des täglichen Bedarfs wie etwa Geschirr, aber auch die einfache Bedienbarkeit von Lichtschaltern und das Vorhalten von bequemen und standsicheren Hockern oder Stühlen zum gelegentlichen Ausruhen. Türen sollten immer nach außen zu öffnen sein, um im Falle einer Ohnmacht oder einer vergleichbaren Notsituation des Bewohners als Helfer auch von außen leicht in einen Raum gelangen zu können.

    Ein wichtiger Aspekt bei der altersgerechten Ausstattung ist auch die Haustechnik. Heizung, Lüftung und anderes sollten leicht bedienbar sein. Telefone sollten einfach zu bedienende Notruffunktionen, ein gut leserliches Display sowie gut zu erkennende Tasten besitzen. Es hört sich banal an, aber auch eine gut hörbare Türklingel, gegebenenfalls verbunden mit einem optischen Signal im Falle von Schwerhörigkeit, sind essentiell, um in guter Lebensqualität in den eigenen vier Wänden alt zu werden.

    Nähe zur Familie und medizinischen Versorgung

    Die Nähe zur eigenen Familie ist nicht nur von tatsächlicher Bedeutung, oft stellt sie auch eine psychische Entlastung da. Wer seine Liebsten in der Nähe weiß, fühlt sich als älterer Mensch sicherer. Aber auch für Personen, die keine Verwandten in der unmittelbaren Umgebung haben, ist die Lage der Immobilie äußerst relevant. Pflegepersonal und Ärzte haben es einfacher, wenn der Wohnort des potentiellen Patienten gut erreichbar ist.

    Finanzierung von Umbauten

    Stellt man im Laufe der Zeit fest, dass wesentliche Umbaumaßnahmen nicht ausbleiben können, wenn man langfristig auch im Alter und mit den damit einhergehenden Problemen in der eigenen Immobilie wohnen bleiben will, so ist ein häufiges Thema bei Seniorinnen und Senioren, dass sie sich diese Umbauten mit ihrer Rente nicht leisten können. Allerdings gibt es je nach Alter, Liquiditätssituation und Bonität verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung, wenn das eigene Kapital nicht ausreicht.

    Obwohl die Zinsen derzeit steigen, stellt ein klassischer Immobilienkredit mit einer Besicherung des Darlehens mit der Immobilie immer noch ein gutes Instrument zur Finanzierung von Umbaumaßnahmen dar. Ein Gespräch bei der Bank vor Ort kann hierfür hilfreich sein. Förderbanken bieten immer wieder Spezialkredite an. So gibt es beispielsweise bei der KfW den “Altersgerecht Umbauen-Kredit”, der bis zu einer Höhe von 50.000 Euro und altersunabhängig gewährt werden kann. Die KfW bietet zusätzlich hierzu auch spezielle Zuschüsse an.

    Immobilienverrentung als Alternative

    Die Immobilienverrentung ist vor allem für Personen geeignet, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Bonität keinen klassischen Kredit mehr bekommen oder aus anderen Gründen von den genannten Finanzierungsmöglichkeiten Abstand nehmen. Viele Menschen spricht die Immobilienverrentung aber auch an, weil sie hierüber zu Lebzeiten das Thema “Immobilie” final und selbstbestimmt regeln können. Oftmals zeichnen sich bereits zu Lebzeiten der Immobilieneigentümer Streitigkeiten oder zumindest unterschiedliche Auffassungen darüber ab, was mit der Immobilie im Falle des Versterbens der Eigentümer geschehen soll. Viele Eltern ersparen ihren Kindern diese Streitigkeiten, indem sie die Eigentumsverhältnisse bereits zu Lebzeiten regeln.


    Gastautorin Janine Hardi ist Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der RPI GmbH. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie die unabhängige Internetplattform RenteplusImmobilie.de, die älteren Hauseigentümern Orientierung liefert, wie man im Alter durch eine Verrentung der Immobilie finanziellen Spielraum schaffen kann.

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