Private Altersvorsorge: 2026 wird das Jahr der Aktie!

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20. März 2026

Private Altersvorsorge: 2026 wird das Jahr der Aktie!

Der Dax steigt von Rekord zu Rekord, die Zahl der Aktionäre nimmt zu, und das von der Politik beschlossene Altersvorsorgedepot kommt.

Es gibt also Nachrichten, die Mut machen, dass in Deutschland doch noch eine Aktienkultur entstehen kann:

  • Die Zahl der Menschen, die Aktien besitzen – ob als Einzeltitel oder in Form von Fonds oder ETFs – ist 2025 auf 14,1 Millionen gestiegen. Das sind laut Deutschem Aktieninstitut zwei Millionen mehr als 2024 oder anders ausgedrückt: Jeder fünfte Mensch in diesem Land ist Aktionär.
  • Der deutsche Leitindex DAX liegt seit Jahresanfang auf hohem Niveau um die 25.000 Punkte. Hier bestehen gute Chancen, dass die Kurse noch weiter steigen.
  • Das Altersvorsorgedepot soll im Laufe dieses Jahres kommen. Das ist die Meldung, die vielen Menschen am meisten bringt. Denn nur mit Aktien sind die Renditen möglich, um die Rentenlücken, die sich bei vielen Menschen auftun, zu füllen.

Wer spart, verliert Geld, wer investiert, vermehrt es

Beim Sparen gab es 2010 eine Zeitenwende, als die Europäische Zentralbank ihre Politik der niedrigen Zinsen startete. Zwar gab es 2022 eine Zinswende nach oben, doch diese machte sich vorwiegend für Kreditnehmer bemerkbar. Menschen, die mit Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten sparen, sind noch immer von den Spätfolgen der Niedrigzinspolitik betroffen. Denn die durchschnittlichen Zinsen für Sparanlagen liegen meist unterhalb der Inflationsrate. Die wenigsten Menschen springen von einem Lockzins zum nächsten. Und so sind die über zwei Billionen Euro, die auf Bankkonten liegen, der Inflation preisgegeben.

Es liegt weniger an der Politik als an uns

Der Schwenk hin zu einer aktienorientierten Altersvorsorge verursacht bei vielen Menschen zunächst ein mulmiges Gefühl. Denn in Aktien zu investieren, heißt, mit Kursschwankungen zu leben. Die sind zugegebenermaßen nicht leicht auszuhalten, es gibt aber Wege, mit dem Auf und Ab der Märkte zurechtzukommen.

Damit das Altersvorsorgedepot nachhaltig zum Erfolg wird, braucht es eine gute Kommunikation der Bundesregierung und der Finanzbranche und ein wenig Mut seitens der Sparerinnen und Sparer. So muss die Bundesregierung ein positives Bild des Kapitalmarkts vermitteln – also keine Politiker-Aussagen mehr wie „Mir reicht mein Festgeldkonto“. Gleichzeitig muss die Finanzbranche Produkte auf den Markt bringen, die einfach konstruiert, einfach zu verstehen und kostengünstig sind.

Am schwersten ist es mit der Psychologie von Anlegern, die womöglich jeden Tag auf Ihren Kontoauszug schauen. Diesen Menschen wird in der Regel erklärt, dass Aktien auf lange Sicht immer steigen. Die Renditedreiecke, die auf den Internetseiten des Deutschen Aktieninstituts zu sehen sind, zeigen überdeutlich, dass mit den Jahren das Risiko, am Aktienmarkt Geld zu verlieren, rapide abnimmt. Das ist schön und gut zu wissen, hilft aber dem nicht, der trotzdem nachts wachliegt, nachdem das Depot den dritten oder vierten Tag in Folge im Minus ist.

Es lohnt sich aber, sich dieser Furcht zu stellen, im Zweifel in kleinen Schritten, z.B. über einen Fonds- oder ETF-Sparplan oder mit einer gemischten Depotstruktur aus Aktien und Zinsanlagen. Der Mut, in Aktien zu investieren, sollte langfristig mit einer Durchschnittsrendite von sechs bis acht Prozent jährlich belohnt werden. Dieser Mehrwert gegenüber reinen Zinsanlagen bedeutet letztlich auch mehr Wohlstand im Alter.

Unser Rat:

Grundsätzlich sprechen die höheren Renditeerwartungen weiter für einen höheren Aktienanteil in der Geldanlage, vor allem für denjenigen, der nicht auf das Geld angewiesen ist und optimalerweise über einen längeren Zeithorizont von mehr als zehn Jahren investiert bleiben kann. Dabei können auch ältere Menschen noch einen hohen Aktienanteil fahren, wenn sie ihr Geld ohnehin vererben wollen.


Dr. Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG in München