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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 25.6.2024 Drucken

    Genauer Blick auf zweifelhafte Zertifikate

    Wenn‘s ums Geld geht, dann besser nicht unbedingt jedes Produkt vom Institut ums Eck nehmen. Manchmal empfehlen Berater viel zu schwierige Anlagen, obwohl es einfachere und bessere Lösungen zum Vermögensaufbau gibt.

    Früher war alles so einfach. Da gingen Kunden zur nächsten Sparkasse oder Volksbank und brachten ihr Erspartes aufs sichere Sparbuch. Heute gilt so etwas zu Recht als überholtes Investment und mancher Berater wird sehr kreativ, wenn es um Alternativen geht. Da heißt es aufzupassen. Gerade bei der Hausbank werden verstärkt Zertifikate als Anlagemöglichkeit empfohlen.

    Das Geschäft mit ihnen boomt laut dem Bundesverband für strukturierte Wertpapiere in Deutschland. Zum Jahreswechsel waren 112 Milliarden Euro in diese Art Finanzprodukte investiert, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Die führenden Anbieter stammen aus dem Sparkassen- und Volksbankenlager und teilen sich mehr als zwei Drittel des Marktvolumens. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beobachtet diese Entwicklung gerade genau und prüft, ob noch ein anlegergerechter Vertrieb gewährleistet ist. Solche Produkte sind nicht für jedermann geeignet und können hohe Verluste einbringen, wie der folgende Fall zeigt.

    Fallbeispiel: Teure Anlagealternative

    Eine 91-jährige wollte vor etwas mehr als zwei Jahren ihre Ersparnisse von 20.000 Euro anlegen. Sie bekam dafür vom Berater ihrer örtlichen Sparkasse ein Zertifikat mit vermeintlich besseren Zinsaussichten als zum Beispiel bei einem Tagesgeldkonto empfohlen. Tatsächlich klangen garantierte 2,3 Prozent im Jahr nach einem guten Angebot in damaligen Zeiten von mehr oder weniger Nullzinsen. Leider war sich die betagte Sparerin aber wohl nicht ganz darüber im Klaren, zu welchen Bedingungen sie investierte. Die Zinsgarantie galt nur in den ersten zwei Jahren.

    Anfang diesen Jahres blieb dann nicht nur der Ertrag aus, der ab da an die Entwicklung eines Referenzzinssatzes gebunden war. Auch der Kurswert des Zertifikats sank um mehr als 50 Prozent. Was sie wohl ebenfalls nicht ganz verstanden hatte: das Produkt besaß eine Laufzeit von 20 Jahren. Das eingesetzte Kapital wird erst im Jahr 2041 vollständig zurückgezahlt. Da sie nicht so lange warten wollte, verkaufte die inzwischen 93-jährige das Zertifikat mit rund 10.000 Euro Verlust. Ein teurer Versuch, die damals mageren Zinsen auf einem Tagesgeldkonto zu umgehen.

    Höhere Rendite, aber auch höhere Risiken

    „Der Vergleich mit Tagesgeldangeboten verbietet sich“, erklärt Michael Thaler, Vorstand beim Starnberger Vermögensverwalter Top Vermögen AG. Solche Produkte, obwohl sie oft auch als sicher eingestuft werden, sind deutlich komplexer als die bekannten Sparprodukte und grundsätzlich nichts anderes als Schuldverschreibungen. „Anleger haben mit strukturierten Zertifikaten in der Regel durchaus höhere Renditechancen, aber eben neben dem Emittentenrisiko auch so gut wie immer ein Kursrisiko, das von den Entwicklungen am Kapitalmarkt abhängt“, erläutert Anlagefachmann Michael Thaler und rät, auch die manchmal gar nicht so geringen Kosten mit einzukalkulieren.

    Kein Produkt für jeden

    Auch Marian Henn, Vermögensverwalter und Partner bei der Allington Investors AG aus Bad Homburg, sieht die Produkte zumindest für normale Anleger kritisch: „Zertifikate sind hauptsächlich ein Investmentwerkzeug für Profis, da haben sie auch ihre Berechtigung.“ Aber für Ottonormalverbraucher, der meist nur Geld parken oder relativ sicher Vermögen aufbauen will, eignen sie sich meist nicht. Er empfiehlt dafür eher einen Sparplan auf einen klassischen Aktien- oder Mischfonds, um langfristig Kapital zu bilden, statt auf Zertifikate zu setzen. Nur wer ganz genau versteht, zu welchen Bedingungen investiert wird, wofür ein Zertifikat geeignet ist und welche Risiken es hat, sollte es nutzen.

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