Nachricht an die Redaktion

    Ihre Nachricht an uns


    Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

    Vorsorgemappe

    Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

    DIA Update

    Abonnieren Sie den kostenlosen
    Newsletter des DIA.

    DIA-Studien

    Drucken

    Warum arbeiten Menschen im Rentenalter?

    Unzureichendes Einkommen aus Rentenbezügen und anderen Quellen sowie ein geringes Vermögen sind nicht die vordringlichen Beweggründe, die Menschen veranlassen, auch nach Eintritt in das Rentenalter einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das ist eines der wesent­lichen Ergebnisse der Studie „Arbeiten trotz Rente – Warum bleiben Menschen im Ruhestand erwerbstätig?“, die Christian Pfarr und Christian Maier von der Universität Bayreuth im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) angefertigt haben.

    vom 04.03.2015

    Zur Studie

      Warum arbeiten Menschen im Rentenalter?Anknüpfend an die öffentlich sehr kontrovers geführte Diskussion über die Frage, warum Menschen im Rentenalter weiterhin arbeiten, untersuchten die Autoren Gründe und Einflussfaktoren für eine solche verlängerte Erwerbstätigkeit. Dazu werteten sie die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus.

      Personen mit einer sehr geringen Rente, die von Altersarmut am ehesten betroffen sind, engagieren sich nicht stärker am Arbeitsmarkt als Menschen mit einem höheren Renteneinkommen. Unter den nicht-erwerbs­tätigen Rentnern sind kaum Bezieher einer Jahresrente, die 15.000 Euro übersteigt, zu finden. Zum anderen bietet die Gruppe der Erwerbstätigen ein ebenso überraschendes wie eindeutiges Bild: 2012 waren alle Einkommensgruppen nahezu gleich verteilt. Die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit ist also unabhängig von der Rentenhöhe gleich groß. Damit lässt sich – zumindest für den gegenwärtigen Zeitpunkt – die viel diskutierte Aussage entkräften, dass für eine Erwerbstätigkeit trotz Rentenbezugs die Höhe des Renteneinkommens eine entscheidende Rolle spielt.

      In der Gruppe der erwerbstätigen Rentner machen zudem Personen mit einem Haushaltsnettovermögen von mehr als 250.000 Euro den größten Anteil aus. In der Gruppe der Nicht-Erwerbs­tätigen wiederum vereinen Menschen mit keinem Vermögen den größten Anteil auf sich. Fortgesetzte Erwerbstätigkeit nach Rentenbeginn wird also nicht primär von finanziellen Notwendigkeiten getrieben.

      Über die deskriptive Auswertung hinaus nahm die Studie eine ökonometrische Analyse in mehreren Stufen vor, um die Wahrscheinlichkeiten zu ermitteln, mit der die einzelnen Faktoren die Erwerbstätigkeit im Rentenalter beeinflussen. Daraus wird ersichtlich, dass vor allem Männer, Westdeutsche und Personen mit einer früheren Teilzeitanstellung im Ruhestand erwerbstätig sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen nach Renteneintritt weiter erwerbstätig bleiben, ist niedriger als bei Männern. In den neuen Bundesländern ist eine Weiterbeschäftigung seltener. Lebt eine Person in einer festen Partnerschaft, so besitzt das Alter des Partners für die Aufnahme einer Tätigkeit im Ruhestand eine Bedeutung: Die Tendenz, im Ruhestand weiterhin erwerbstätig zu sein, sinkt mit dem Alter des Partners. Verwitwete Personen arbeiten seltener. Je größer das Einkommen und/oder Vermögen, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit nach Rentenbeginn.

      Unter den Einflussfaktoren gibt es eine Hierarchie entsprechend ihrer Stärke. So beeinflussen vor allem soziodemografische Faktoren wie Geschlecht und Alter sowie berufsspezifische Faktoren wie Branchenzugehörigkeit die Erwerbstätigkeit im Alter. Einen nicht ganz so starken, aber doch signifikanten Einfluss haben Familienstand und Wohnort (differenziert nach Ost- und Westdeutschland) sowie die Tatsache, ob man mit einer hilfsbedürftigen Person in einem Haushalt lebt.

      Einen hohen Anteil machen Selbstständige, mithelfende Familienangehörige und Freiberufler aus. In der Erwerbsform „Selbständigkeit“ findet sich zudem der größte Anteil an Personen, die trotz Bezugs einer gesetzlichen Rente weiterhin einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Bei mitarbeitenden Familienangehörigen und bei abhängig Beschäftigten dominiert dagegen die geringfügige Beschäftigung, gefolgt von Teilzeitbeschäftigung.

      Nachricht an die Redaktion

      Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

      Nachricht an die Redaktion

      Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

        Ihre Nachricht an uns


        Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

        Artikel teilen

          Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
          Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

          Ausgewählte Artikel zum Thema
          DIA-Studie_Arbeiten-trotz-Rente

          Rente beginnt, Erwerbstätigkeit geht weiter

          Wenn über die vermeintlich anwachsende Altersarmut in Deutschland diskutiert wird, dient als Beleg häufig auch die steigende Zahl Erwerbstätiger über 65 Jahren. In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe tatsächlich deutlich angestiegen. Dieser Zuwachs wird vor allem in der linken politischen Ecke auf die Absenkung des Rentenniveaus zurückgeführt. Da[...]

          Artikel lesen

          Heute arbeiten deutlich mehr Ältere

          Die jüngste DIA-Studie "Arbeiten trotz Rente - warum bleiben Menschen im Ruhestand erwerbstätig?" zeigt, wie die Zahl älterer Berufstätiger seit 1995 zugenommen hat.  Studienautor Christian Pfarr schildert die Entwicklung. Arbeitsmarktexperten empfehlen schon seit einiger Zeit, den Beschäftigungsgrad älterer Menschen zu erhöhen, um so Fachkräfte länger im Beruf zu halten. Ist Deutschland dabei vorangekommen? In den[...]

          Artikel lesen
          Umfang der Erwerbstaetigkeit im Alter

          Wenn Rentner arbeiten, bevorzugen sie Minijobs

          Die jüngste DIA-Studie zeigt: Die Zunahme der Erwerbstätigkeit Älterer seit 1999 gründet sich vor allem auf geringfügige Beschäftigung. Erwerbstätigkeit im Alter ist vor allem geringfügige Beschäftigung: Der Zuwachs unter den arbeitenden Rentnern, der seit 1999 in Deutschland stattfand, gründet sich vor allem auf Minijobs. Gleichzeitig hat der Anteil vollzeitbeschäftigter Rentner in den beiden letzten Jahrzehnten[...]

          Artikel lesen
          Kompass_Arbeiten im Alter

          Warum arbeiten Menschen im Rentenalter?

          Die jüngste DIA-Studie mit dem Titel "Arbeiten trotz Rente - Warum sind Menschen im Ruhestand erwerbstätig?" räumt mit einer weit verbreiteten Meinung auf: Unzureichendes Einkommen aus der gesetzlichen Rente und aus anderen Quellen sowie ein zu geringes Vermögen sind nicht die vordringlichen Beweggründe, die Menschen veranlassen, auch nach dem Renteneintritt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Studie[...]

          Artikel lesen