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    Altersarmut – heute und in der Zukunft

    Frührentner sind deutlich häufiger von Altersarmut betroffen. Die Gefahr, im Alter arm zu sein, hängt erheblich vom Zeitpunkt des Renteneintritts ab. Zu dieser Feststellung gelangt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

    vom 22.06.2017

    Zur Studie

      Altersarmut – heute und in der ZukunftSo waren im Jahr 2013 etwa 20 Prozent aller Rentner relativ arm, das heißt sie haben weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. Vier Prozent der Rentner bezogen Grundsicherung im Alter und waren damit absolut arm. Unter den Frührentnern im Alter von 55 bis 59 Jahren waren dagegen mit 39 Prozent nahezu doppelt so viele relativ arm. Grundsicherung erhielten sogar viermal so viele als in der Gesamtheit aller Rentner.

      Drohende Altersarmut muss noch im Erwerbsleben bekämpft werden

      Die Gründe für die Frührente sind oft auch die Ursachen für die Altersarmut. Menschen, die erwerbsgemindert sind und vor Rentenbeginn eine Erwerbsminderungsrente beziehen, gehören zu den am stärksten von Altersarmut bedrohten Gruppen. Wer wegen Arbeitslosigkeit früher aus dem Erwerbsleben ausscheidet, muss Rentenabschläge hinnehmen und hatte weniger Zeit, eine Rentenanwartschaft aufzubauen. Die DIA-Studie „Altersarmut – heute und in der Zukunft“ belegt, dass von Armut Bedrohte nicht nur überdurchschnittlich häufig in Frührente gingen, sondern im Laufe des Erwerbslebens auch überdurchschnittlich lange arbeitslos waren. Fast jeder dritte 55- bis 59-jährige Rentner war in der Summe mindestens zwei Jahre arbeitslos. Unter den gleichaltrigen Erwerbstätigen trifft dies nur auf etwa jeden achten zu.

      „Dieser Zusammenhang belegt eines erneut: Die Bekämpfung von Altersarmut muss zuallererst im Erwerbsleben beginnen und nicht mit späteren Umverteilungen im Rentensystem. Je besser es gelingt, möglichst viele Beschäftigte zumindest bis zum regulären Renteneintrittsalter und ohne größere Unterbrechungen in Beschäftigung zu halten, desto geringer wird sich Altersarmut verbreiten“, leitet DIA-Sprecher Klaus Morgenstern eine Schlussfolgerung aus der Studie ab. Außerdem müsse die nächste Bundesregierung noch einmal die Erwerbsminderungsrente verbessern.

      Altersarm mit Immobilie?

      Vermögen, im Besonderen selbst genutztes Wohneigentum, mindert ebenso erkennbar das Risiko, altersarm zu werden. Das selbst bewohnte Haus wird in der Praxis aber oftmals eher zu einem Belastungsfaktor im Alter, weil es Vermögen bindet, aber das laufende Einkommen nicht erhöht.

      „Die klassische Armutsmessung konzentriert sich auf die schiere Einkommensarmut. Unberücksichtigt bleibt dabei Vermögen. Das dürfte im Allgemeinen keine größeren Verzerrungen verursachen, da typischerweise zu Recht unterstellt wird, dass Arme auch über kein nennenswertes Vermögen verfügen“, beschreibt Studienautor Dr. Reiner Braun die Situation. Betrachte man jedoch speziell die Altersarmut, gelte diese Annahme nicht mehr, denn Vermögen werden im Laufe des Lebens akkumuliert. Im Ergebnis haben Senioren überproportional hohe Vermögen. Altersarmut im Sinne einer Einkommensarmut entsteht dann oft erst durch eine unzureichende Altersvorsorge durch laufende Renten. Dessen ungeachtet konnten die Betroffenen aber im Laufe des Erwerbslebens durchaus Vermögen bilden, insbesondere durch den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum.

      Zusätzliches Einkommen im Alter notwendig

      Tatsächlich sinkt das Armutsrisiko aller Personen in Deutschland nur um rund einen Punkt von 16,8 auf 15,6 Prozent, wenn man das Geldvermögen über die Restlebenszeit in ein laufendes Einkommen umrechnet. Das Risiko sinkt um einen weiteren Punkt auf 14,8 Prozent, wenn zusätzlich das Immobilienvermögen Berücksichtigung findet. Anders verhält es sich jedoch bei der Altersarmut. Diese sinkt erheblich um immerhin vier Punkte von 18,5 Prozent auf 14,9 Prozent bei Berücksichtigung des Geldvermögens und um einen weiteren Punkt bei Verrentung der Immobilien. Schließt man das Vermögen in die Betrachtung mit ein, gelten also deutlich weniger ältere Menschen als arm.

      „Die Verrentung der Immobilie – so wie in diesen Berechnungen angenommen – findet aber in der Regel gar nicht statt. So besitzen viele ältere Menschen ein Haus, das zwar über die Mietersparnis ein wenig Entlastung bringt, oftmals auf der anderen Seite aber wegen Reparaturen und Renovierungen Geld kostet“, gibt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern zu bedenken. Daher seien viel stärker noch als bisher Lösungen erforderlich, wie über die Verrentung von Immobilieneigentum zusätzliches Einkommen im Alter generiert werden kann.

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