Diversifikation mal etwas anders gedacht: Im Ruhestand sollte das Einkommen aus mehreren Quellen kommen. Neben der gesetzlichen Rente und betrieblichen Altersversorgung spielen dabei auch private Versicherungen und Kapitalanlagen eine wichtige Rolle. Eine Studie hat jetzt ermittelt: Jeder Dritte plant, später Geld aus Kapitalanlagen zu entnehmen. Besonders häufig trifft das auf die Generation Z zu.
Finanzielle Ziele stützen sich auf mehrere Einkommensquellen
Die Deutschen setzen bei ihren finanziellen Zielen für den Ruhestand mehrheitlich nicht (nur) auf eine einzige Einkommensquelle. Im Durchschnitt nennen sie 2,1 Vorsorgebausteine. Das zeigt der „Vorsorge-Index 2026“, für den das Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Allianz Lebensversicherungs-AG mehr als 1.000 Menschen zwischen 25 und 65 Jahren befragt hat. Die gesetzliche Rente – für viele Menschen hierzulande die grundlegendste Absicherung im Alter – ist in dieser Berechnung bereits enthalten.
Gesetzliche Rente bleibt die häufigste Nennung
In der Summe sind es 78 Prozent, die im Alter mit Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen. Danach folgen die betriebliche Altersversorgung mit 39 Prozent und private Lebens- oder Rentenversicherungen mit 36 Prozent. Entnahmen aus Kapitalanlagen nennen 33 Prozent. Mieteinnahmen und sonstige Einkünfte kommen jeweils auf 12 Prozent. Mehrfachnennungen waren jeweils möglich.
Drei Viertel planen mit mehr als einer Einkommensquelle
75 Prozent der Befragten erwarten im Ruhestand mehr als eine Einkommensquelle. 19 Prozent nennen außer der gesetzlichen Rente keinen weiteren Baustein. Sechs Prozent geben an, über gar keine der abgefragten Einkommensquellen für das Alter zu verfügen. Die Durchschnittszahl von 2,1 sagt deshalb wenig darüber aus, wie gleichmäßig die Vorsorge verteilt ist oder welche Beträge im Ruhestand tatsächlich zur Verfügung stehen.
Generation Z setzt besonders häufig auf Kapitalanlagen
Zwischen den Generationen unterscheiden sich die individuellen Erwartungen deutlich. Von den nach 1995 geborenen Befragten (Generation Z) rechnen 38 Prozent mit Entnahmen aus Kapitalanlagen. In der Generation Y sind es 36 Prozent, in der Generation X 30 Prozent und bei den Babyboomern 31 Prozent. Gleichzeitig nennen nur 58 Prozent der Befragten aus der Generation Z die gesetzliche Rente. Bei den Babyboomern sind es 87 Prozent.
ETFs und Aktien liegen bei Kapitalanlagen vorn
Unter den Befragten, die Kapitalanlagen als Einkommensquelle im Ruhestand vorsehen, dominieren Wertpapiere auf breiter Front. So nennen 57 Prozent dieser Gruppe Indexfonds oder ETFs, 51 Prozent Aktien und 45 Prozent Investmentfonds auf die entsprechende Frage. Es folgen Tages-/Festgeld mit 37 Prozent sowie festverzinsliche Sparkonten und Gold mit jeweils 20 Prozent. Auch hier waren mehrere Antworten möglich.
Zuversicht trifft auf Zweifel an der eigenen Vorsorge
Der breitere Vorsorge-Index ordnet Erwartungen in die finanziellen Ziele und die persönlichen Perspektiven der Deutschen ein. 70 Prozent sind grundsätzlich zuversichtlich, ihre Pläne finanziell verwirklichen zu können. Das ist ein bedeutender Anteil der Bevölkerung. Allerdings sind Erwartungen kein Ergebnis. Doch finanzielle Absicherung im Alter hat einen hohen Stellenwert. Für die kommenden fünf Jahre nennen 55 Prozent einen komfortablen Ruhestand als wichtiges Ziel. Zugleich glaubt nur jeder Fünfte, für das eigene Alter gut und ausreichend vorgesorgt zu haben. 31 Prozent befürchten, nicht genug für den Ruhestand zurückzulegen. Die Herausforderungen einer breiten und stabilen Altersvorsorge bleiben für die Mehrheit der Deutschen bestehen.
