Renteneintritt: Babyboomer hinterlassen große Lücke am Arbeitsmarkt

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07. August 2026

Renteneintritt: Babyboomer hinterlassen große Lücke am Arbeitsmarkt

Insbesondere der nahende Renteneintritt der Babyboomer verschärft den Fachkräftedruck in Deutschland weiter. Bis 2040 erreichen 13,3 Millionen Erwerbspersonen die Altersgrenze.

Der Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge wird in den kommenden Jahren zu einer der zentralen Fragen für Arbeitsmarkt, Unternehmen und Sozialversicherung. Was lange als demografische Zukunftsaufgabe galt, rückt nun in die konkrete Personalplanung vieler Betriebe. Denn mit den Babyboomern verlässt eine besonders große und arbeitsmarkterfahrene Generation Schritt für Schritt das Erwerbsleben. Das wird unsere Gesellschaft auf Jahre prägen und verändern.

Renteneintritt der Babyboomer wird zur Arbeitsmarktfrage

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden bis 2040 rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht rund 30 Prozent aller Erwerbspersonen, die dem Arbeitsmarkt im Jahr 2025 zur Verfügung standen. Damit geht es nicht nur um einzelne Branchen oder Engpassberufe. Der bevorstehende Renteneintritt betrifft das Arbeitskräfteangebot in seiner Breite.

Jüngere Jahrgänge können die Lücke nicht schließen

Besonders deutlich wird die Lage beim Blick auf die verschiedenen Altersgruppen. Die 60- bis 64-Jährigen stellten im Jahr 2025 noch 4,5 Millionen Erwerbspersonen. Bei den 55- bis 59-Jährigen waren es sogar 5,5 Millionen. Zusammen kamen diese beiden Gruppen auf 10 Millionen Erwerbspersonen. Jüngere Altersgruppen erreichen diese Größenordnung nicht (mehr). Die 25- bis 34-Jährigen lagen bei 8,8 Millionen Erwerbspersonen, die 35- bis 44-Jährigen bei 9,9 Millionen.

Ältere Beschäftigte bleiben wichtiger

Gleichzeitig zeigt sich, dass ältere Menschen heute häufiger am Arbeitsmarkt aktiv sind als früher. Die Gründe oder Motive dafür sind unterschiedlich – beziehungsweise individuell. Der Anteil der Erwerbspersonen ab 55 Jahren stieg nach Destatis-Angaben von 20,7 Prozent im Jahr 2015 auf 27,0 Prozent im Jahr 2025. Auch die Gruppe ab 65 Jahren ist sichtbarer geworden. Ihr Anteil an allen Erwerbspersonen erhöhte sich im selben Zeitraum von 2,5 auf 4,3 Prozent. Das deutet auf längere Erwerbsphasen hin. Es ändert aber nichts daran, dass die zahlenmäßig starken Jahrgänge nun in Richtung Renteneintritt gehen.

Mehr Erwerbsbeteiligung allein reicht nicht

Für die Sicherung des Arbeitskräfteangebots hierzulande gibt es deshalb keine einfache Lösung. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen kann den demografischen Druck in Deutschland zwar (vorübergehend) mindern. Gezielte Zuwanderung kann ebenfalls helfen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung weist in einem Beitrag jedoch darauf hin, dass solche Faktoren den Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials lediglich abschwächen. Sie ersetzen nicht automatisch die geburtenstarken Jahrgänge, die nun nach und nach ausscheiden.

Renteneintritt wird zur Planungsaufgabe

Für Unternehmen bedeutet der bevorstehende Renteneintritt der Babyboomer vor allem eines: ihre Personalplanung muss früher ansetzen. Wissenstransfer und Weiterbildung, altersgerechte Arbeitsbedingungen sowie flexible Übergänge in den Ruhestand gewinnen an Bedeutung. Doch auch die Politik steht unter Druck. Sie muss Erwerbsanreize, Zuwanderung, Qualifizierung sowie die Vereinbarkeit von Ruhestand und Arbeit ganzheitlicher denken und steuern. Denn der Renteneintritt ist nicht nur ein individuelles Ereignis oder eine neue Lebensphase. Er wird vielmehr zu einem strukturellen Faktor für Wachstum, Fachkräftesicherung und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme.

Grafik: Renteneintritt der Babyboomer. Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2025; eigene Darstellung.