Die Lebenserwartung von Rentnern steigt seit Jahrzehnten. Aktuelle DRV-Berechnungen zeigen, wie stark sich der Ruhestand verlängert.
Die Lebenserwartung von Rentnern ist in den vergangenen Jahrzehnten spürbar gestiegen. Ein längerer Ruhestand wird für viele Menschen in Deutschland zur neuen Normalität. Allerdings verlängert sich nicht nur die Dauer des Ruhestands, sondern auch der Zeitraum, in dem Haushalte ihren Lebensstandard finanzieren müssen. Für die Altersvorsorge bedeutet das: Die zentrale Unsicherheit liegt weniger im Rentenbeginn als in der Länge der Entnahmephase. Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung und amtliche Sterbetafeln zeigen, wie deutlich sich die Perspektive seit den neunziger Jahren verschoben hat. Darüber berichtet das Online-Portal der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in einem Beitrag.
Restlebenserwartung: Plusjahre bei 65, 75 und 85

Aus DRV-Sterbetafeln ergibt sich: Mit 65 Jahren liegen im Durchschnitt noch rund 17,6 weitere Lebensjahre vor den Betroffenen. In den neunziger Jahren waren es rund 14,6 Jahre. Auch in höheren Altersstufen bleibt der Zuwachs sichtbar: Mit 75 Jahren beträgt die fernere Lebenserwartung knapp 10,9 Jahre statt 8,8 Jahre, mit 85 Jahren rund 5,6 Jahre statt 4,6 Jahre. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit sehr hoher Lebensalter – und damit der individuelle Finanzierungsbedarf im Ruhestand.
Lebenserwartung von Rentnern: Unterschiede zwischen Geschlechtern
Die amtlichen Sterbetafeln verdeutlichen zudem den Abstand zwischen den Geschlechtern. In der Sterbetafel 2022/2024 liegt die fernere Lebenserwartung im Alter 65 bei 17,71 Jahren für Männer und bei 20,91 Jahren für Frauen. Vor rund 30 Jahren, in der Sterbetafel 1995/1997, lagen die Vergleichswerte bei 14,91 Jahren (Männer) und 18,66 Jahren (Frauen). Die Spanne bleibt damit groß. Beide Gruppen gewinnen zusätzliche Ruhestandsjahre. Somit ist die Richtung eindeutig positiv besetzt.
Was der Befund für die Altersvorsorge bedeutet
Je länger die Bezugsdauer, desto stärker wirken Renditeschwankungen, Inflation und Ausgabensteigerungen zusammen. Ein Ruhestand von zwei Jahrzehnten und mehr erhöht den Druck, sich gegen ein sogenanntes Langlebigkeitsrisiko abzusichern. Hinzu kommt, dass selbst im sehr hohen Alter eine mehrjährige Restlebensdauer statistisch wahrscheinlich bleibt. So liegen die Werte für 85-jährige Frauen in aktuellen Auswertungen bei etwa 6,6 Jahren. Eine fundierte Ruhestandsplanung muss neben den konkreten Kosten von Wohnen über Gesundheit bis Mobilität auch die gestiegene Lebenserwartung von Rentnern berücksichtigen.