Es gibt verschiedene Wege, Vermögen aufzubauen. Die Basis bildet immer der Konsumverzicht. Je größer der Verzicht ist, also je größer die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, desto mehr kann investiert und vermehrt werden. Je besser das funktioniert und je mehr Zeit zur Verfügung steht, desto leichter ist es für den Anleger. Aber, welcher Weg ist am besten geeignet, um das Ziel zu erreichen?
Sparen beginnt mit bewussten Entscheidungen
Die naheliegende Lösung scheint immer die Reduktion der Ausgaben zu sein. Viele nutzen das jedoch als Ausrede, warum Sparen für sie nicht funktioniert. Sparen ist schwer, besonders wenn man sich bereits an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt hat. Doch letztlich sind Entscheidungen der Vergangenheit verantwortlich für diese Situation. Niemand wird zu bestimmten Ausgaben oder Prioritäten gezwungen. Wer erfolgreich sein möchte, setzt das Sparen an den Anfang und gibt anschließend nur das aus, was übrigbleibt – und nicht umgekehrt.
Selbst wenn man das beherzigt, bildet das Einkommen eine Grenze. Ein Minimum an Ausgaben ist ebenfalls erforderlich. Wer allerdings konsequent spart und seine Ausgaben auf einem niedrigen Niveau hält, könnte möglicherweise früher in Rente gehen — vorausgesetzt, die Inflation macht nicht einen Strich durch die Planung. Deshalb ist Sparen allein in den seltensten Fällen ausreichend.
Einkommen steigern statt nur verzichten
Warum also nicht lieber das Einkommen steigern? Auch hier gibt es zahlreiche Gründe und Hindernisse, die dagegensprechen. Dennoch lohnt es sich, diese Gründe kritisch zu hinterfragen, denn jeder identifizierte Grund kann der Startpunkt für die Suche nach einer Lösung sein. Ist der Grund wirklich ausreichend? Die offensichtliche „Lösung“, einfach härter zu arbeiten, reicht oft nicht – schließlich gehört den wenigsten Eseln die Mühle. Vielmehr geht es darum, klug und vorausschauend zu handeln.

Sogar das Alter und die Lebenssituation des Anlegers schaffen ein Spektrum unterschiedlicher Voraussetzungen, für das pauschale Hilfestellungen nicht möglich sind. Ein Schüler, der den ersten Nebenjob sucht, befindet sich in einer anderen Situation als ein Auszubildender oder Student. Auch Berufseinsteiger, alleinlebende Angestellte oder junge Eltern stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen und sind nur schwer miteinander zu vergleichen. Die Lösung der Probleme dieser einzelnen Gruppen muss sich daher immer an den spezifischen Rahmenbedingungen orientieren.
Ein zusätzlicher Job ist jedoch für viele eine Möglichkeit, sofern es die verfügbare Zeit noch zulässt. Je flexibler die Freizeit gestaltet werden kann, desto geringer sind die Einschränkungen. Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit verschafft Selbstständigen Vorteile. Doch auch Angestellte können davon profitieren, wenn sie ihren Nebenjob auf selbstständiger Basis ausüben. Im Ergebnis spielt es keine Rolle, auf welche Art und in welchem Umfang das Einkommen gesteigert wird: Jeder zusätzliche Euro hilft und beschleunigt den Vermögensaufbau.
Vermögen als Schlüssel zur Unabhängigkeit
Vermögen bedeutet Unabhängigkeit. Meistens sind es die klassischen vier Feinde, die dafür sorgen, dass viele Anleger nichts an ihrem einmal eingeschlagenen Weg ändern: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dennoch schaffen es einige, ihr Einkommen so weit zu steigern, dass die Ausgaben eben nicht mehr Schritt halten und dadurch Vermögen aufgebaut wird. An dieser Stelle zeigt leider die progressive Einkommenssteuer ihre Wirkung und dämpft häufig die finanziellen Erfolge.
Während erschreckend viele Politiker darüber diskutieren, ab welchem Einkommen jemand als reich gilt, übersehen sie bewusst, dass nicht das Einkommen, sondern die Höhe des Vermögens entscheidend ist. Ein Beamter mit einem Einkommen von 150.000 Euro und der dazugehörigen Pension kann finanziell sorglos leben, wohingegen ein Angestellter mit demselben Einkommen angesichts unsicherer Job- und Rentenperspektiven eine andere Wahrnehmung haben dürfte.
Vermögensentwicklung ist entscheidender als Einkommen
Der Aufbau von Vermögen bedeutet letztlich Unabhängigkeit vom Arbeitseinkommen. Jemand mit einem Vermögen von 30 Millionen Euro ist reich, auch wenn sein Einkommen nur 30.000 Euro jährlich beträgt. Entscheidend ist vielmehr, welchen Vermögenszuwachs er hat, und die Fähigkeit, diesen wesentlich besser vor Steuern schützen zu können. Genau diese Betrachtungsweise ist ein wesentlicher Aspekt, warum das Einkommen zwar für ein stattliches Vermögen ausreichen kann, die Vermögensentwicklung selbst aber deutlich aussagekräftiger ist.
Selbstständige Unternehmer haben durch Skalierung die Chance, ihr Einkommen so stark zu steigern, wie es nur wenigen Angestellten möglich ist. Die Skalierung erfolgt jedoch häufig durch ein oder mehrere Produkte, Mitarbeiter oder geistiges Eigentum, so dass der Vermögenswert noch schneller steigt als das Einkommen. Die daraus resultierende Rendite auf das Vermögen kann innerhalb weniger Jahre zu erheblichen Vermögenszuwächsen führen.