Wohnkosten gehören zu den größten finanziellen Posten vieler Haushalte. Die entsprechende Wohnkostenbelastung verschärft sich auch durch den Fakt, dass in Deutschland über die Hälfte der Bevölkerung zur Miete lebt.
Damit sind wir europaweit Spitzenreiter, allerdings mit negativen Folgen. Denn für einen wachsenden Teil der deutschen Haushalte nähern sich die Wohnkosten kritischen Schwellenwerten oder überschreiten diese bereits. Zudem wirkt sich eine zunehmende Wohnkostenbelastung ungünstig auf die private Finanzplanung oder individuelle Altersvorsorge aus.
Wenn die Wohnkostenbelastung zur Überbelastung führt

Nach aktuellen Destatis-Daten lebten 2024 rund 52,8 % der Bevölkerung zur Miete. Laut EU-SILC-/Destatis-Daten lebten 2024 etwa 12 Prozent der deutschen Bevölkerung in Haushalten, deren Wohnkosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens ausmachten. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen. Für sie steigt das Risiko, kaum noch Rücklagen bilden zu können. Derart überlastet schrumpft sozusagen auch deren finanzielle Resilienz.
Regionale Belastungsunterschiede
Zum Jahresende 2024 gab es hierzulande rund 43,8 Mio. Wohnungen. Trotz eines damit verbundenen Bestandszuwachses bleibt die Lage vielerorts und gerade in Ballungsräumen angespannt. Auch der Hausbau ist von dieser Entwicklung betroffen. Die Hauspreise stiegen im vierten Quartal 2024 um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das hat nicht nur Auswirkungen auf einen angestrebten Immobilienerwerb, sondern perspektivisch auch auf die Mieten.
Folgen für die individuelle Altersvorsorge
Hohe Wohnkosten schränken zunehmend die Fähigkeit vieler Menschen ein, ausreichend zu sparen oder für das Alter vorzusorgen. Das verdeutlichen entsprechende Zahlen. Gerade Haushalte mit hoher Wohnkostenbelastung zeigen geringere Sparquoten und sind stärker von finanziellen Unsicherheiten bedroht. Doch eine realistische Kalkulation der Wohnkostenbelastung ist und bleibt ein prinzipieller Faktor für die private Vorsorge- wie Ruhestandsplanung. Zumal insbesondere die letzten zwei Jahre diesbezüglich keine Entspannung brachten. Preisniveau, Nachfrage und begrenzter Wohnraum halten die Belastung weiterhin hoch. Das gilt insbesondere für Mietwohnungen.