Frühstartrente: Eltern sparen viel – aber selten fürs Alter

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31. August 2026

Frühstartrente: Eltern sparen viel – aber selten fürs Alter

Die meisten Eltern sparen für ihre Kinder. Für deren Ruhestand legen jedoch nur wenige gezielt Geld zurück. Die Frühstartrente könnte diese Perspektive verändern und so ultralange Ansparprozesse in Gang setzen, die sich am Ende auszahlen können.

Viele Eltern legen Geld für ihre Kinder zurück

Die Frühstartrente soll Kindern einen frühen Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglichen. Sie trifft dabei auf eine ausgeprägte Sparbereitschaft in den Familien. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von Union Investment. Danach legen 70 Prozent der Eltern regelmäßig Geld für ihre Kinder zurück. Weitere 15 Prozent tun dies unregelmäßig. Lediglich 13 Prozent sparen gar nicht für ihren Nachwuchs.

Kurzfristige Ziele stehen im Vordergrund

Das zurückgelegte Geld ist bislang allerdings meist nicht für den Ruhestand bestimmt. 45 Prozent der Eltern sparen für den Führerschein, 43 Prozent für Ausbildung oder Studium. Ein eigenes Auto nennen 24 Prozent als Ziel. Nur 13 Prozent bauen gezielt eine Altersvorsorge für ihre Kinder auf. Weitere 37 Prozent legen Geld zurück, ohne einen konkreten Verwendungszweck zu haben. Die Zahlen machen deutlich: Finanzielle Unterstützung ist vielen Eltern wichtig, doch der sehr langfristige Vermögensaufbau spielt bisher eine Nebenrolle.

Die Sparbeträge sind durchaus beachtlich

Unter den Eltern, die Geld zurücklegen, spart die größte Gruppe jährlich zwischen 500 und 750 Euro. Dies geben 24 Prozent an. 18 Prozent schaffen sogar 1.500 Euro oder mehr im Jahr. 17 Prozent legen höchstens 300 Euro zurück. Bei den Anlageformen liegen Investmentfonds mit 55 Prozent vorn. Das Sparbuch nutzen 39 Prozent, Tagesgeld 22 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

Frühstartrente schafft einen neuen Vorsorgeanlass

Das Bundeskabinett hat am 12. August 2026 den Gesetzentwurf zur Frühstartrente beschlossen. Vorgesehen sind monatlich zehn Euro staatliche Förderung für jedes Kind vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Das Geld soll in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot fließen. Eltern können freiwillig zuzahlen. Wird kein eigenes Depot eröffnet, soll die Förderung über eine staatliche kollektive Anlage erfolgen. Das Gesetzgebungsverfahren soll noch 2026 abgeschlossen werden; die ersten Zahlungen sind ab 2027 vorgesehen.

Bekanntheit und Beratung bleiben wichtige Aufgaben

Zum Zeitpunkt der Befragung im Mai 2026 hatten erst 30 Prozent der Eltern von dem damaligen Vorhaben gehört. 68 Prozent kannten es nicht. Bei einem Abschluss würden 48 Prozent einen selbstständigen Online-Weg wählen. 42 Prozent bevorzugen eine Bank oder einen Finanzdienstleister mit persönlicher Beratung. Damit bietet die Frühstartrente beiden Zugangswegen Raum. Entscheidend für den Erfolg dieses neuen staatlich geförderten Anlageprodukts wird es sein, dessen Funktionsweise und Kosten akzeptabel zu gestalten sowie Chancen und langfristige Bindung verständlich zu kommunizieren.