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Geldvermögen auf Schrumpfkurs

Das globale Geldvermögen verzeichnete 2022 laut Allianz Global Wealth Report signifikante Veränderungen. Auch in Deutschland fiel es weiter zurück.

2022 – im ersten Nach-Corona-Jahr – erlebte es einen beispiellosen Rückgang und schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent. Dieser Abfall stellt das stärkste Minus seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 dar. Noch deutlicher sank das Geldvermögen in Deutschland (4,9 Prozent).

Insgesamt gingen binnen Jahresfrist Finanzwerte in Höhe von 6,6 Billionen Euro verloren. Dies führt dazu, dass sich das globale Geldvermögen zum Jahresende 2022 „nur“ noch auf 233 Billionen Euro belief. Diese und weitere Zahlen dokumentiert der „Allianz Global Wealth Report 2023“. Deutschland spürt die Auswirkungen des finanziellen Abschwungs in besonders starkem Maße. Der Rückgang des Brutto-Geldvermögens fiel so deutlich aus, dass er sogar den Rückgang während der Finanzkrise 2008 übertraf. Auch die ab den letzten Monaten des Jahres 2022 zunehmende Inflation verstärkte die realen Wertverluste.

Diese Entwicklungen führten auch zu einer Verschiebung im globalen Vermögensranking. Beim Netto-Geldvermögen pro Kopf rutscht Deutschland mit einem Durchschnittswert von 63.540 Euro pro Einwohner nunmehr auf den 19. Platz. Diese Platzierung wurde bereits 2002 erreicht. Nunmehr liegen wir direkt hinter unserem Nachbarn Österreich. Im Gegensatz dazu thronen die USA mit einem beeindruckenden Durchschnittswert von 253.450 Euro pro Kopf an der Spitze, dicht gefolgt von der Schweiz. Das drittplatzierte Dänemark hat innerhalb der letzten 20 Jahre bei dieser Kennziffer den größten Sprung gemacht. 

Der weltweite Schuldenberg und seine Dynamik

Weltweit beliefen sich die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte Ende 2022 auf 55,8 Billionen Euro. Obwohl die globale Privatverschuldung im Jahr 2021 noch um 7,8 Prozent gestiegen war, verlangsamte sich das Wachstum im Jahr 2022 dann auf 5,7 Prozent. China erlebte die stärkste Abschwächung der Dynamik mit einer Schuldenzunahme von 5,4 Prozent. Dies war das langsamste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen für das Land. Ebenso bemerkenswert ist der Fakt, dass die globale Schuldenquote der privaten Haushalte um mehr als zwei Prozentpunkte auf 66,1 Prozent gesunken ist.

Die Inflation als besonders kritischer Faktor

Die Inflation war 2022 eine zentrale Herausforderung für die Finanzwelt – also auch für Sparer und Verbraucher. Das reale Geldvermögen fiel in Westeuropa um 2,6 Prozent und in Deutschland um 2,2 Prozent. In diesem Kontext hob Ludovic Subran, der Allianz-Chefvolkswirt, bei der Präsentation des Reports die zentrale Rolle der Inflation hervor und bezeichnete sie als den „wahren Feind der Sparer“. Zumal immer noch eher bescheidene Sparzinsen die Inflation keinesfalls ausgleichen können.

Leichter Optimismus für 2023

Trotz dieser Entwicklungen im Jahr 2022 deuten laut Studienautoren einige Signale auf eine Erholung hin und wecken leichten Optimismus für das Jahr 2023. Jedoch bezieht der Ausblick derzeitige geopolitische Herausforderungen nicht bis ins Detail mit ein. Generell hebt die Studie hervor, dass Länder mit einer ausgeprägteren Aktienkultur deutlich besser positioniert sind, um von einer möglichen Erholung zu profitieren. Beispielsweise hat sich das kapitalmarktorientierte Sparverhalten mittels Wertpapieren in den USA als besonders vorteilhaft erwiesen. Demgegenüber speist sich ein Vermögenswachstum in Deutschland in der Regel lediglich aus neuen Ersparnissen. Laut Report führt dieser markante Unterschied dazu, dass das Geldvermögen in den USA langfristig etwa 50 Prozent stärker wächst als bei uns.


Die jährlich von der Allianz veröffentlichte Vermögensstudie Global Wealth Report bietet in der mittlerweile 14. Auflage einen tieferen Blick auf das globale Geldvermögen und die Verschuldung privater Haushalte in insgesamt 57 Ländern. Diese Staaten repräsentieren 91 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 72 Prozent der globalen Bevölkerung. Die Analysen untersuchen verschiedene Vermögenswerte. Dazu zählen Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Versorgungsansprüche aus Versicherungen und Pensionsfonds. Nicht berücksichtigt werden hingegen Immobilien.