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Finanzverhalten: Früh übt sich

Die vermeintlich oder tatsächlich geringe Finanzbildung von Kindern und Jugendlichen, sprich von Schülern, ist immer wieder ein kontrovers diskutiertes Thema.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun untersucht, inwieweit Eltern und Schule Einfluss darauf haben, wie Kinder später als Erwachsene mit Geld umgehen können. Frühe Bildung hilft, später besser mit seinen persönlichen Finanzen zurechtzukommen – auch weil diese ein gutes Verständnis für Zahlen und eine Affinität zum Rechnen fördert. Das ist ein Kernergebnis aus einer Untersuchung, die das DIW unlängst veröffentlichte.

Vor allem seit einer entsprechenden OECD-Initiative von 2005 haben alle deutschen Bundesländer inzwischen Elemente finanzieller Bildung in die Inhalte ihrer Schulbildung integriert.

So belegt die DIW-Studie, dass die Wahrscheinlichkeit, vorhandenes Geldvermögen über mehrere Anlageformen zu streuen (und somit vorhandene Risiken zu diversifizieren), um 13 Prozent höher ist, wenn die agierende Person Wirtschaft als Schulfach hatte.

Dazu kommt, dass Jugendliche mit einer qualitativ besseren Schulbildung später sogar ein um durchschnittlich 23 Prozent breiter gestreutes Finanzportfolio aufweisen. Auch die Vorbildwirkung der Eltern prägt das zukünftige Finanzverhalten maßgeblich mit – direkt, zum Beispiel durch Erziehung zum Sparen oder Hilfe beim Budgetieren, oder indirekt.

Wer schon als Kind in der Familie den überlegten Umgang mit Geld, Krediten oder anderen Finanzprodukten erlebt oder von seinen Eltern lernt, trifft auch als Erwachsener öfter angemessenere oder ausgewogenere Entscheidungen – zum Beispiel bei der Kapitalanlage. Bemerkenswert dabei: Das Bildungsniveau der Eltern hat laut der DIW-Studie keinen (messbaren) Einfluss auf das spätere Finanzverhalten der Kinder. Die der Studie entnommene Abbildung zeigt exemplarisch, welche verschiedenen Einflussfaktoren aus Elternhaus oder Schule späteres finanzielles Verhalten prägen können – wobei die Gewichtung dieser Faktoren individuell unterschiedlich ausfällt.


Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW); 07/2015 – Ausführlicher Artikel im DIW-Newsletter