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Tourismusbranche – mehr als ein Reiseziel

Egal ob Hamburg, München oder Berlin: Deutsche Städte haben in der Gunst der Touristen wieder zugenommen. Summa summarum ist die heimische Tourismusbranche wohl noch nicht in Gänze auf dem Niveau, auf dem sie vor der Pandemie war. Sie ist aber auf einem guten Weg dahin – und zwar nicht nur zwischen Kiel und Konstanz.

An der recht erfreulichen Entwicklung in der Tourismusbranche können auch Anleger partizipieren. Ganz so einfach, wie es sich anhört, ist das aber nicht. Innerhalb dieser Branche gibt es große Unterschiede.

Auch wenn die südlichen Bundesländer noch in den großen Ferien sind, dürfte die Sommersaison 2023 für die heimische Tourismus-Branche zumindest ein kleiner Erfolg werden. Schon allein aufgrund der hohen Inflation haben die Umsätze im Vorjahresvergleich sicherlich angezogen. Die gestiegenen Kosten und die weiterhin vorhandene Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung hat auch viele Familien veranlasst, ihren Aufenthalt in den Ferien zu verkürzen. Doch die Wenigsten blieben allerdings gänzlich zu Hause. Die Sommersaison 2023 war zudem geprägt von einem Paradigmenwechsel. Zwar stehen Sonne, Strand und Meer für die meisten Urlauber noch immer ganz oben auf ihrer Wunschliste, doch aufgrund der teils enorm hohen Temperaturen im Sommer 2022 und Frühsommer 2023 entscheiden sich viele Menschen auch für eine Reise in den kühleren Norden.

Urlauber legen mehr Wert auf Nachhaltigkeit

Im Süden könnte sich dagegen die Saison – nicht kurzfristig, aber womöglich auf längere Sicht – verschieben und künftig eher im Spätsommer stattfinden. Dadurch könnte auch die Anzahl der Ferientage, die sich Singles, Paare und Familien im Jahr gönnen, sogar zunehmen – und der Tourismusbranche insgesamt auf mittlere und lange Sicht zusätzliche Einnahmen bescheren.

Außerdem: Hotels, Ferienparks oder Anbieter von Ferienwohnungen, die schon jetzt großen Wert auf nachhaltige Konzepte legen, könnten zusätzlich an Attraktivität gewinnen – für Urlauber und Anleger. Noch richtet das Gros der Urlauber seinen Blick auf den Preis. Doch die nächste, nachhaltigkeitssensiblere Generation dürfte bei der Auswahl der Unterkunft auch nachhaltige Konzepte belohnen. Investoren in der Freizeit- und Touristikbranche müssen also eine Menge Entwicklungen auf dem Schirm haben, analysieren und in der Lage sein, diese einzuordnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Tourismusbranche ein breit gefächerter Sektor ist. Dies bedeutet: Neben Airlines und Hotels sind auch Reiseportale sowie Betreiber von Freizeitparks und Erlebnisbädern börsennotiert.

Innovationen sorgen für Rendite

Zwar sind einige Aktien aus dem Bereich Touristik und Freizeit bereits gestiegen, doch dürfte der globale, langfristige Aufwärtstrend – schon allein aufgrund der steigenden Weltbevölkerung und dem wachsenden Wohlstand in den aufstrebenden Schwellenstaaten – anhalten. Die Veränderungen innerhalb der Branche sowie die genannten Innovationen haben das Potenzial dazu, mittelfristig sogar zusätzliche Potenziale zu heben. Nicht zuletzt sorgt die Digitalisierung auch in der Reisebranche für Wachstum. Erfolgsgeschichten, wie beispielsweise die von Booking.com oder auch Airbnb, könnten in den kommenden Jahren weitergeschrieben werden.

Um mit Tourismusaktien erfolgreich zu sein, müssen Anleger aber sehr genau hinschauen. Während etwa digitale Plattformen noch immer stark wachsen, schwächelt das klassische Geschäft der Reisebüros. Auch die über Jahrzehnte nahezu identische Pauschalreise kommt bei manchen Anbietern noch immer traditionell daher. Anderswo regiert bereits das Baukastenprinzip – mit allen Vorteilen für Kunden und Anbieter. Für Anleger gilt es daher, Geschäftsmodelle auf Herz und Nieren zu prüfen und einen Fokus auf Ansätze mit Zukunft zu legen.

Smarte Geschäftsmodelle mit Wachstum

Zugleich bleibt wichtig, die Bewertungen im Hinterkopf zu haben. Wachstumsstorys sind am Aktienmarkt nur aussichtsreich, wenn es gelingt, den Titel zu fairen und kalkulierbaren Preisen zu kaufen, natürlich mit Sicht auf die zukünftige Entwicklung. Investoren benötigen dafür einen klaren Kompass und nicht zuletzt Geduld. Bis chancenreiche Aktien wirklich kaufenswert sind, dauert es mitunter etwas. Langfristig bieten Aktien der Tourismusbranche eine interessante Perspektive und auch die Chance auf dynamisches Wachstum. Letzteres entsteht auch im Zuge neuer Trends. Dazu gehören neben der Digitalisierung auch die Nachhaltigkeit der Angebote.


Gastautor Dr. Markus C. Zschaber ist Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.