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Veranstaltungsberichte

des Deutschen Instituts für Altersvorsorge

9.10.2018 Drucken

Bekommt die Betriebsrente mehr Schubkraft?

Seit dem Betriebsrenten-Stärkungsgesetz ist ein knappes Jahr vergangen. Haben die Tarifpartner die neuen Möglichkeiten genutzt? Wie kommen die Betriebsrenten in den kleinen und mittleren Unternehmen voran?

Über diese Fragen diskutierte der Betriebswirt Professor Dr. Fred Wagner am 8. Oktober in der DIA-Lounge mit dem Deutschen Institut für Altersvorsorge in Berlin. Professor Wagner besitzt einen Lehrstuhl am Institut für Versicherungswissenschaften der Universität Leipzig. Ebenso ist er Mitglied im Fachbeirat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin. Kürzlich beschäftigte er sich in einer Studie mit der Umsetzung des Sozialpartnermodells durch Arbeitgeber und Gewerkschaften.

Bekommt die Betriebsrente mehr Schubkraft? – DIA-Lounge 2018Ziel des Betriebsrenten-Stärkungsgesetzes ist eine bessere Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung, insbesondere in mittleren und kleinen Unternehmen. Das Reformpaket trat Anfang dieses Jahres in Kraft. Zeit also, sich zu fragen, ob und wie die neuen Regelungen wirken. Wie gut kennen sich die Sozialpartner überhaupt mit dem neuen Gesetz aus? Professor Wagner stellt dazu am Anfang der DIA-Lounge die Ergebnisse seines Forschungsprojekts von AXA und V.E.R.S. Leipzig vor, in dem ein Stimmungsbild zur betrieblichen Altersversorgung abgefragt wurde. Die Zahlen sind alarmierend.

Den Unternehmen fehlt es an Know-how

Ein Viertel der Arbeitgeberverbände schätzt die eigenen Kenntnisse zur betrieblichen Altersversorgung als „mittelmäßig“ bis „eher schlecht“ ein. Unter den Gewerkschaften sind es halb so viele. Darüber hinaus kannten manche Interviewpartner gar nicht das neu in Kraft getretene Betriebsrenten-Stärkungsgesetz. Grundsätzlich sind aber sowohl die Gewerkschaften als auch die Arbeitgeberverbände bereit, ein Sozialpartnermodell zu vereinbaren. Allerdings bevorzugt die Hälfte eine branchenübergreifende Lösung. 40 Prozent sprechen sich im Vergleich dazu für die Umsetzung eines eigenen Modells aus.

Das große Problem mit den Betriebsrenten ist den Studienergebnissen zufolge der erhebliche Informationsmangel in den Unternehmen. Dieser Eindruck bestätigt sich auch in der DIA-Lounge. Die bAV wird als zu kompliziert angesehen. Das schreckt besonders Arbeitgeber in kleinen und mittleren Betrieben ab, da sie sehr viel Zeit in die Umsetzung einer Altersversorgung für ihre Mitarbeiter stecken müssten. In größeren Unternehmen hingegen ist in der Regel eine Personalabteilung vorhanden, die sich mit solchen Belangen beschäftigt. Mitunter gibt es dort sogar extra einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich mit der bAV beschäftigt. In kleinen Firmen hingegen fehlt es oft an Kapazität. „Das ist der Grund, warum eine Betriebsrente in mittleren und vor allem in kleinen Unternehmen praktisch nicht vorhanden ist“, erklärt Professor Wagner.

Wagners Geheimrezept für die Betriebsrente

Doch die erste Säule der Altersvorsorge (gesetzliche Rente) reicht allein nicht aus, um den Lebensstandard im Ruhestand halten zu können. Die betriebliche Altersversorgung gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Wie also kann es funktionieren, dass in Zukunft alle Arbeitnehmer in Deutschland die Möglichkeit dazu haben? Als das DIA Professor Wagner nach seinem Lösungsansatz fragt, muss der Betriebswirt erst einmal kurz überlegen. „Es ist nicht leicht, denn niemand kann plötzlich Geld zaubern. Wie sollen die Menschen eine bAV in Kleinunternehmen bezahlen? Vielleicht ist ein einfacheres System vonnöten.“

Auch Moderator Klaus Morgenstern stellt fest, dass der Gesetzgeber mit den neuen Reformen zwar etwas Gutes für die Arbeitnehmer tut, gleichzeitig aber den Verwaltungsaufwand und die Bürokratie für die Arbeitgeber erhöht. „Die bAV ist unheimlich komplex. Das Betriebsrenten-Stärkungsgesetz hat die Sache nicht gerade einfacher gemacht.“

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