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Sparverhalten

Auf der hohen Kante: So spart Deutschland.

Sparverhalten | 3.1.2019 Drucken

Deutschen fehlt Finanzwissen

Die Deutschen wollen viele Zinsen auf ihre Ersparnisse, doch sie investieren kaum in Kapitalanlagen. Es zeichnet sich ein Mangel an Finanzwissen ab.

Die Bundesbürger sparen trotz Niedrigzins überwiegend mit Sparbuch und Girokonto. Die Zinsen sind dementsprechend niedrig. Dabei ist schon erstaunlich, dass drei Viertel der Deutschen eine Rendite von über zwei Prozent im Jahr erwarten. Mehr als die Hälfte will sogar eine Rendite von mehr als drei Prozent jährlich. Dieses Paradoxon lässt sich nur durch mangelndes Finanzwissen über grundsätzliche Zusammenhänge auf dem Kapitalmarkt erklären.

Deutschen fehlt FinanzwissenSo schlussfolgert es zumindest der Vermögensverwalter Flossbach von Storch in einer aktuellen Studie. Der Finanzdienstleister befragte über 10.000 Bundesbürger zu ihrem Sparverhalten und untersuchte die Antworten hinsichtlich Alter, Bildungsstand und Einkommen. Ergebnis: Menschen mit höherem Bildungsgrad haben sich mehr an die Niedrigzinspolitik angepasst als die bildungsärmere Bevölkerung. Je höher zudem das Einkommen, desto eher spart der langfristige Anleger mit Wertpapieren und Aktienfonds.

Jüngere scheuen am meisten die Kapitalmärkte

Insgesamt investieren die Deutschen jedoch überwiegend in niedrigverzinste Anlagen. Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro mit einer Dauer von 18 Jahren wählt knapp jeder Vierte immer noch das Sparbuch. Fast ein Fünftel würde diese Rücklage auf einem Tagesgeldkonto parken. Sieben Prozent lassen den Sparbetrag trotz des langen Anlagehorizonts sogar auf dem Girokonto liegen. Dort verliert es aufgrund kaum vorhandener Zinsen und steigender Inflation Jahr für Jahr an Wert.

Besonders Jüngere tendieren zu den sicheren aber dafür zinslosen Formen. So würde über die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen 18 Jahre lang jeden Monat 100 Euro auf das Sparbuch oder Girokonto stecken. Das bremst den längerfristigen Vermögensaufbau aus, der gerade in dieser Altersgruppe Sinn macht. Senioren hingegen bevorzugen auf lange Sicht Kapitalanlagen. In Gold zu investieren, ist im Übrigen absolut unbeliebt geworden. Nur noch jeder 14. kann sich vorstellen, sein Geld in Edelmetalle anzulegen.

Studierte Männer sind Aktienliebhaber

Allerdings sind nicht alle Deutschen Aktienmuffel. So würden 23 Prozent der Befragten bei einer längeren Ansparphase ihr Geld in diese Anlageform investieren. Männer nutzen Aktien zudem häufiger als Frauen. So haben sich 42 Prozent der Männer in den vergangenen Jahren an die Niedrigzinspolitik angepasst. Bei den Frauen ist es nicht mal ein Drittel.

Neben dem Geschlecht ist darüber hinaus der Bildungsabschluss entscheidend für das Sparverhalten. Menschen mit einem abgeschlossenen Studium befürworten eher Kapitalanlagen als Personen mit Abitur oder geringerem Abschluss. Überraschen ist dabei, dass die Schulbildung kaum ausschlaggebend ist. Unterschiede bei den Präferenzen lassen sich anhand des Bildungsgrads lediglich über die Frage klären, ob der Einzelne studiert hat oder nicht. Egal also ob Hauptschule oder Gymnasium, Schüler wissen offenbar alle gleich wenig über die Finanzmärkte Bescheid.

Sparverhalten vergrößert Schere zwischen arm und reich

Höhere Einkommensschichten sind den Kapitalmärkten ebenso mehr zugewandt als Menschen mit weniger Haushaltseinkommen. Wer viel verdient, geht folglich eher das Risiko ein, durch Wertpapiere Geld zu verlieren. Personen, die mit ihrem Lohn gerade so über die Runden kommen, wählen im Gegensatz dazu lieber die sichere Variante. Das führt dazu, dass reiche Menschen ihr Geld an den Finanzmärkten mehren, währenddessen ärmere Bevölkerungsschichten durch die Niedrigzinspolitik ihr Vermögen auf dem Konto verringern oder zumindest nicht steigern können.

Die über Jahre verfestigte Einstellung zum Sparen ist in den Köpfen nur schwer zu verändern. Bei der Frage, wie die Studienteilnehmer eine plötzliche Erbschaft von 100.000 Euro anlegen würden, bleiben Girokonto und Sparbuch weiterhin die häufigsten Antworten. Also selbst wenn das Einkommen beim Vermögensaufbau ausgeblendet wird, führt das zu keiner Verhaltensänderung. Die Flossbach-Studie kommentiert das folgendermaßen: „Der deutsche Geldanleger hat nicht nur ein Umsetzungsproblem, sondern vor allem ein Erkenntnisproblem.“

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