Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 9.5.2019 Drucken

Vereinfachte Förderung statt Riester-Deckel

Die Ausweitung der Riester-Rente auf alle unbeschränkt Steuerpflichtige und die Kopplung der Kinderzulage an das Kindesalter anstelle an die Zahlung des Kindergeldes könnten dazu beitragen, die viel Unfrieden stiftenden Rückforderungen von Förderzulagen weitgehend zu verhindern.

Dieser Vorschlag gehört zu dem Maßnahmenkatalog, den die Autoren der jüngsten DIA-Studie „Revitalisierung der Riester-Rente“ unterbreiten. Im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge hat ein Team der empirica AG in Berlin Verbraucherschützer, Anbieter und Vermittler von Riester-Produkten sowie Vertreter der Rentenversicherung befragt, wie die Riester-Rente einfacher werden kann.

Cover DIA-Studie Revitalisierung der Riester-Rente Drei Ansatzpunkte kamen dabei zur Sprache. Die Zahl der Geschäftsvorfälle muss minimiert, die Einteilung in unmittelbar, mittelbar und nicht förderfähig abgeschafft und die Rückforderungen von Zulagen eingedämmt werden.

Wegen Letzterem plädieren die Autoren um Dr. Reiner Braun auch dringend dafür, die Zulagen vor der Auszahlung zu prüfen. Die dadurch entstehenden Zinsverluste fallen angesichts der gegenwärtigen Niedrigzinsen ohnehin kaum ins Gewicht. Außerdem müsse im Zeitalter der Digitalisierung eine erhebliche Beschleunigung des Zulagenverfahrens auf nur wenige Monate möglich sein.

Dynamisierung der Fördergrenze

Weiterer Vorschlag: Die Obergrenze für den förderfähigen Beitrag sollte auf vier Prozent der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze dynamisiert werden, um die Schließung der Rentenlücke wieder zu ermöglichen. Der Höchstbetrag ist seit Einführung der Riester-Rente eingefroren. Das führte sowohl real als auch in Relation zur Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Entwertung. In der Folge stoßen immer mehr Sparer an den „Riester-Deckel“ und können ihre Rentenlücke nicht mit Hilfe der Riester-Rente schließen.

Über die Dynamisierung der Fördergrenze hinaus sollten Überzahlungen möglichst wie geförderte Vermögen behandelt werden. So könnte bei Brüchen in der Erwerbsbiografie oder schwankenden Einkommen besser „nachgespart“ werden, alle Einzahlungen von Geringverdienern wären „Hartz-IV-sicher“ und die Anbieter könnten eine doppelte Kontenführung vermeiden. Grundsätzlich sprechen sich die Studienautoren dafür aus, einen großen Wurf bei der Vereinfachung der Fördersystematik zu unternehmen statt vieler kleiner jährlicher Anpassungen.

Wahlfreiheit für die Beitragsgarantie

Als grundsätzliche Veränderung schlägt die Studie auch eine Wahlfreiheit bei der nominalen Beitragsgarantie der Riester-Rente vor. Die zu erwartenden Erträge leiden derzeit erheblich unter den Niedrigzinsen. Die Absicherungskosten für die Bruttobeitragsgarantie sind hoch und die Netto-Sparleistungen dadurch niedrig. Im Übrigen werden nominale Garantien ohenhin durch Inflation entwertet. Bei langfristiger Anlage ist eine Risikostreuung wichtiger als Garantien. Die Studie schlägt daher zwar als Standardvorgabe eine 100-Prozent-Beitragsgarantie vor, von der aber abgewichen werden kann. Zum Beispiel in vorgeschlagenen Stufen von 80 oder 60 Prozent oder komplett.

Einen eigenständigen Komplex nehmen in der Studie Vorschläge zur zügigen Vereinfachung von Wohn-Riester ein. So sollten anstatt der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen die Anbieter die Voraussetzungen prüfen. Die Zulagenstelle müsste dann nur noch stichprobenartig die Prüfberichte kontrollieren. Der Verwaltungsaufwand würde sich außerdem drastisch reduzieren, wenn nach der Entnahme für den Bau des Hauses oder den Kauf der Wohnung ausschließlich die ZfA das Wohnförderkonto führt. Außerdem halten die Autoren den Steuerrabatt bei einmaliger Besteuerung des Entnahmebetrages für wenig attraktiv und damit wenig wirksam. Sie schlagen stattdessen eine Fünftelregelung vor. Dabei erfolgt die Besteuerung über fünf Jahre und ist danach erledigt.

Big Bang: Zulage nur für Geringverdiener

Neben der Revitalisierung innerhalb der bestehenden Fördersystematik diskutieren die Autoren der Studie auch einen Big Bang, also den Umstieg auf eine gänzliche andere Form der Riester-Rente. Dabei favorisieren die Autoren eine Förderung, bei der nur noch Geringverdiener bis 20.000 Euro Jahresbruttoeinkommen eine Zulage erhalten. Für alle anderen soll lediglich die nachgelagerte Besteuerung gelten, ohne die für die meisten Gutverdiener technisch ohnehin überflüssige vorherige Zulagenverrechnung.


Die DIA-Studie „Revitalisierung der Riester-Rente“ steht hier zum Down load zur Verfügung. Eine Variante zum Blättern finden Sie hier.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Schlüssel Online-Rentenkonto

Passender Schlüssel zum Online-Rentenkonto

Wurde beklagt, dass es in Deutschland ein säulenübergreifendes Rentenkonto immer noch nicht gibt, erklärten die Skeptiker bislang, es fehle ja auch ein einheitliches und über alle Säulen verbreitetes Identifikationsmerkmal. Der jüngste Forschungsbericht zum Online-Rentenkonto räumt mit dieser Behauptung auf. Mit der steuerlichen Identifikationsnummer (IdNr.) und der Sozialversicherungsnummer (SV-Nummer) existieren zwei Identifikationskennzeichen, „die bei (nahezu) allen […]

Artikel lesen
Lara Hämmerle und Til Klein von Vantik

Altersvorsorge in elf Minuten

Das Berliner Startup Vantik startete Mitte Februar die nach eigener Aussage „erste komplett mobile und flexible Altersvorsorge in Europa“. Ein Gespräch mit den beiden Gründern Lara Hämmerle und Til Klein über ihren etwas anderen Blick auf die Altersvorsorge in Zeiten von Smartphone und Social Media. Sie versprechen Altersvorsorge in elf Minuten. Wer, glauben Sie, ist […]

Artikel lesen
Finanzbildung

Finanzbildung: Note mangelhaft

Die Finanzbildung in Deutschland erhält miese Noten. Zu wenig, schlechte Qualität, aber andererseits auch zu geringes Interesse auf Seiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dabei wird die Schule eigentlich als geeigneter Ort für Finanzbildung angesehen. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut INSA durchgeführt worden ist. So […]

Artikel lesen