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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 15.8.2013 Drucken

Riester-Rente oder bAV – was ist besser?

Soll die Frage beantwortet werden, ob eine Riester- oder eine Betriebsrente die günstigere Vorsorge für das Alter ist, so gibt es keinen Königsweg. Aber es können Wegmarken für die individuelle Entscheidung fixiert werden.

Zu diesem Ergebnis führte die DIA-Studie mit dem Titel „Riesterrente oder betriebliche Altersversorgung – Was ist für wen besser geeignet?“ Ein Ergebnis: Die in der Öffentlichkeit häufig zu hörende pauschale Argumentation, dass für Personen mit niedrigem Einkommen die Riesterrente wegen der staatlichen Zulagen generell günstiger ausfällt, stimmt nicht. Auch bei geringen Einkommen, sowohl für ledige als auch verheiratete Personen, kann die betriebliche Altersversorgung eine höhere Nettorente ergeben, als dies bei einem vergleichbaren Riester-Vertrag der Fall ist. Erst wenn mehr als ein Kind vorhanden ist, schlägt das Pendel zu Gunsten der Riesterrente aus.

Riester-Rente oder bAV - was ist besser?Das DIA hat für jeweils 34 Musterfälle die Nettorenten der zwölf größten Anbieter am Markt für einen Riesterrenten-Vertrag und für eine Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung ermittelt und verglichen. Bei einer Nettokapitalanlage von jeweils 100 Euro monatlich wurde berechnet, welche Effekte sich durch die staatlichen Zulagen und die Verschiebung der Besteuerung in die Rentenphase ergeben und welche Leistung nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen für die Alterssicherung zur Verfügung steht. Anders als in vielen bislang veröffentlichten Berechnungen verglich das DIA dabei nicht nur die garantierte, sondern auch die prognostizierte Rente, da dem Sparer später diese Rente zur Verfügung steht, auch wenn sie nicht vom Versicherer garantiert wird.

Berechnungen für 34 Kundentypen

Einkommenshöhe, Kinderzahl und Familienstand variierte bei den einzelnen Musterfällen. Das sind drei Faktoren, von denen das Ergebnis bei Riester- und Betriebsrenten mit abhängt. Für die unterschiedlichen Kundentypen wurden jeweils Brutto- und Nettorente ermittelt. Außerdem berechnete das DIA die Gesamtkostenquote und die Rendite. Daraus konnte für jeden Kundentyp eine Schlussfolgerung abgeleitet werden.


In diesem Beispiel ist die Direktversicherung günstiger:

Riester-Rente oder bAV - was ist besser?

Dieser Kunde erhält mit einem Riestervertrag eine höhere Nettorente:

Riester-Rente oder bAV - was ist besser?


Die Studie führte zu dem Schluss, dass es kein klares Votum für die eine oder andere Vorsorgeform gibt. So bewirkt zum Beispiel der Zuschlag von 0,25 Prozent für einen Single ohne Kinder in der Pflegeversicherung, dass auch bei geringen Einkommen die betriebliche Altersvorsorge günstiger ist als die Riesterrente, trotz der Grundzulage für den Riester-Vertrag. Erst die Zulagen für Kinder lassen einen Vorteil für die Riesterrente entstehen. Bei einkommensstärkeren Sparern (2.500 Euro/Monat) hingegen liegt die Riester-Rente unabhängig von der Kinderzahl im Vorteil, während sich ab 3.000 Euro monatliches Einkommen die Situation wieder umkehrt. Dann wirken die ersparten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in der Ansparphase stärker als die Zulagen, die für die Riesterrente gewährt werden.

Riesterrente profitiert von höherer Kinderzahl

Die Untersuchungen des DIA liefern für das Gros der abhängig Beschäftigten eine modellhafte Entscheidungsgrundlage. So zeichnete sich insgesamt die Tendenz ab, dass die Vorteile für die betriebliche Altersversorgung umso stärker wiegen, je höher das Einkommen ist, weil die Bruttoanlage in der langen Ansparphase die Nachteile der vollen Belastung mit Sozialabgaben und die Steuerprogression aufwiegen. Grundsätzlich sollten vor der Entscheidung für einen Vertrag aber in jedem Fall eine Abwägung an Hand der individuellen Bedingungen vorgenommen werden. So könnte zum Beispiel bei Personen mit einem höheren Einkommen, die drei oder mehr Kinder haben, die Riesterrente wegen der insgesamt höheren Zulagensumme besser ausfallen.

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