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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 18.7.2019 Drucken

Mit der „KonMarie-Methode“ in den Ruhestand

Die von einer Japanerin entwickelte „KonMarie-Methode“ soll für Ordnung sorgen auch im Hinblick auf die eigenen Finanzen. Doch was genau hat es damit auf sich?

„Ordnung ist das halbe Leben“, so lautet ein deutsches Sprichwort, das preußischer kaum sein kann. Dabei ist der Begriff „Ordnung“ im Deutschen eigentlich ein Lehnwort. Ordnung zu schaffen und zu halten ist scheinbar derzeit eines der dringlichsten „Erste-Welt-Probleme“.

Mit der „KonMarie-Methode“ in den RuhestandAufräumen liegt offensichtlich im Trend. Das Leben im Überfluss hat dazu geführt, das Aufräum-Ratgeber die Bestsellerlisten anführen und Ordnungsberater, so die offizielle Berufsbezeichnung, berühmt und reich werden.

Die Japanerin Marie Kondo hat sich als Aufräum-Genie weltweit einen Namen gemacht. Sie hat nicht nur drei Bücher inzwischen veröffentlicht, sondern besitzt auch ihre eigene Serie auf Netflix. Die von ihr entwickelte KonMarie-Methode soll nicht nur für Ordnung sorgen, sondern auch glücklich machen. Räumen Sie noch auf oder „konden“ Sie schon? Inwieweit die Welt darauf gewartet hat, sei dahingestellt. Allerdings sind die Tipps der Ordnungsqueen auch für die privaten Finanzen und die richtige Planung des Ruhestands hilfreich. Die „KonMarie-Methode“ lässt sich in drei Teile aufspalten.

1. Alles auf einen Haufen

Im ersten Schritt tragen Ordnungswillige alles, was aufgeräumt werden soll, auf einem Haufen zusammen. Das lässt sich einfach auf die eigenen Finanzen und die Planung des Ruhestands übertragen. Aktuelle Steuerbescheide, Depotauszüge, Kontoauszüge, Kapitalanlagen, Rentenbescheide und Versicherungsunterlagen werden zusammengetragen. Die Feststellung des Status quo ist die ideale Ausgangssituation für die Planung der nächsten Jahre und Jahrzehnte.

2. Der Nutzen steht im Vordergrund

Dann beginnt die entscheidende zweite Phase. Bei der „KonMarie-Methode“ wird nur das behalten, was glücklich macht. Die Aufräum-Jünger sprechen von „Sparking Joy“. Versprüht ein Teil beim Anfassen Glücksgefühle, darf es bleiben, ansonsten kommt es weg. Für das Aufräumen des Kleiderschranks mag das ausreichend sein. Leider stellt sich bei einem Steuerbescheid oder einer Versicherungspolice nur selten spontan ein Glücksgefühl ein. Bei einem Depotauszug passiert das schon eher, ist aber sehr zeitpunktabhängig. Der individuelle Glückswert eignet sich demnach für die Finanzplanung nicht.

Stattdessen steht der Nutzen für die Ruhestandsplanung im Vordergrund. So mancher Versicherungsvertrag, der in jungen Jahren einmal abgeschlossen wurde, ist inzwischen überflüssig. Oft handelt es sich nur um kleine Beträge, in der Summe lassen sich diese aber zielführend für den weiteren Vermögensaufbau einsetzen. Diversifikation in der Geldanlage ist wichtig, allerdings braucht man dafür keine fünf Depots bei unterschiedlichen Banken. Bei mehr als zehn Depotpositionen wird eine Überwachung kompliziert. Weniger ist manchmal mehr.

Konsolidierung hilft, den Überblick zu behalten und unnötige Kosten zu vermeiden. Ein zertifizierter Finanzplaner hilft, die Finanzen aufzuräumen. Er simuliert die Entwicklung der Liquidität und des Vermögens in den nächsten Jahren. Schwachstellen zeigen sich, Risiken ebenso, notwendige Handlungsempfehlungen können formuliert werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Positiver Nebeneffekt: die Ordner werden aufgeräumt. Grundsätzlich gilt für Dokumente wie Rechnungen, Depotübersichten, Kontoauszüge und Co. die Faustregel, diese für maximal sieben Jahre aufzubewahren. Der Rest kann weg.

3. Alles hat seinen festen Platz

Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, folgt der nächste wichtige Grundsatz der „KonMarie-Methode“: Alles bekommt einen festen Platz. Der Finanzplan bietet die ideale Gliederung in digitalisierter Form. Einnahmen, Ausgaben, Vermögensbestandteile, Immobilien und nicht zuletzt die Versicherungen sind in übersichtlicher Form aufgelistet. Alle wichtigen Daten auf einem Blick ersichtlich. Nicht nur für den Status quo, sondern auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Jede neue Entscheidung für ein Finanzprodukt kann entsprechend danach ausgewählt werden, ob sie dem finalen Ziel dient. Mit dieser Methode und der richtigen qualifizierten Betreuung wird die Ruhestandplanung fast ein Kinderspiel.

Natürlich kann eine in die Zukunft gerichtete Planung per se niemals richtig, sondern nur plausibel sein. So lautet auch einer der sieben Grundsätze ordnungsgemäßer Finanzplanung. Allerdings hilft es, den Nebel der Unsicherheit, was zukünftige Entwicklungen angeht, zu lichten. Wenn man gut vorbereitet und organisiert ist, stellen die Unsicherheiten der Zukunft keine so große Bedrohung mehr da. Ein positiver Nebeneffekt der Planung und des Aufräumens der Finanzordner ist das Heben von zusätzlichen freien Mitteln. Wer seine Kapitalanlagen von unnötigem Ballast befreit, kann wesentlich effektiver und einfacher sein Ziel erreichen. So mancher, der seinen individuellen Finanzplan in den Händen hält, überrollt dann doch noch eine Welle des Glücks.


Markus RichertAb und zu schreiben Experten für das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), die nicht zum Kernteam gehören. Aber was bedeutet das schon. Gäste empfängt man immer am wärmsten.

Wie Markus Richert. Er ist CFP® und Seniorberater Vermögensverwaltung bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln.

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