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Private Altersvorsorge

In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

Private Altersvorsorge | 4.12.2020 Drucken

LV-Verzinsung: Einer rudert gegen den Strom

In den letzten Wochen jedes Jahres schauen aktive Altersvorsorgesparer gespannt auf die Verlautbarungen der Lebensversicherer.

Im November oder Dezember geben die ersten Gesellschaften ihre Überschussbeteiligungen für das kommende Jahr bekannt. Schon seit geraumer Zeit lösen sie mit den jeweils neuen Zahlen zur LV-Verzinsung wenig Freude aus. Der Trend zeigt klar nach unten. Wenn es gelingt, die Überschussdeklaration stabil zu halten, feiern die Versicherer das schon als Erfolg.

Das Jahr 2020 macht da keine Ausnahme. Eine der ersten Gesellschaften, die ihre Zahlen vorstellte, war der Berliner Versicherer Ideal. Er hatte in den letzten beiden Jahren mit 3,3 Prozent den Spitzenplatz für sich reklamiert. 2018 sogar als große Ausnahme mit einer Erhöhung von 3,0 auf 3,3 Prozent für Aufsehen gesorgt. Doch in diesem Jahr ging es wieder drei Zehntel Prozentpunkte nach unten.

Viele Lebensversicherer schauen in dieser Phase erwartungsvoll auf den Marktführer Allianz. Das Unternehmen gilt als kapitalanlagestark und gut diversifiziert in den sogenannten Alternativen Anlagen jenseits der klassischen Anleihen. Auch die Allianz reduzierte die laufende Verzinsung. Sie hatte sich einige Jahre zuvor gegen eine Absenkung gestemmt.

Bestandsversicherer setzt ein Achtungszeichen

Ein Marktteilnehmer jedoch rudert gegen den Strom: die Athora Lebensversicherung. Sie erhöhte die laufende Verzinsung von 2,75 Prozent auf 3,0 Prozent, nachdem sie bereits für dieses Jahr den Wert angehoben hatte. Bei Athora handelt es sich um einen sogenannten Bestandsversicherer. Dieser betreibt selbst kein Neugeschäft und übernimmt von anderen Unternehmen Versicherungsbestände.

In der jüngeren Vergangenheit hatte es immer mal wieder öffentliche Diskussionen gegeben, wie sich die Übernahme von Lebensversicherungsbeständen durch ein fremdes Unternehmen auswirkt. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat deshalb in diesem Frühjahr eine Untersuchung vorgestellt, die der Frage nachging, ob solche Verkäufe von Vor- oder Nachteil für die Kunden sind.

DIA-Studie untersuchte den Run-off-Markt

Laut dieser Studie lassen sowohl die niedrigere Stornoquote als auch die absolute Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Erträgen der Versicherer, die nach einem Verkauf festzustellen sind, keinerlei Benachteiligung der Kunden erkennen. Die von den Plattformen versprochenen Effizienzvorteile bei der Verwaltung großer LV-Bestände und die daraus resultierende höhere Verzinsung seien bislag allerdings noch nicht in größerem Maßstab eingetreten, wandten die Studienautoren ein. Das sei auch dem Umstand geschuldet, dass der Run-off-Markt in Deutschland aktuell noch sehr klein ist.

Die mit der Untersuchung beauftragten Wissenschaftler fanden an Hand der Geschäftsberichte aus früheren Jahren auch keine Bestätigung dafür, dass die Bestandsversicherer, die viele Verträge auf ihren Plattformen bündeln können, in der Kapitalanlage grundsätzlich überlegen sind. In dieser Hinsicht setzte die Athora Leben nun ein Achtungszeichen mit der Deklaration der laufenden Verzinsung. „Athoras Anlagestrategie hat in volatilen Märkten robuste Ergebnisse erzielt“, erklärte Claudius Vievers, Sprecher des Vorstands der Athora Lebensversicherung. „Dies ist auch der Immunisierung unserer Bilanz gegen Zinsrisiken und steigenden Vermögenswerten im Laufe des Jahres zuzuschreiben. Wir erwarten, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahr fortsetzt.“

Durchschnitt aller Anbieter sinkt weiter

Die beiden Gesellschaften, die derzeit mit ihrer laufenden Verzinsung an der Spitze rangieren (Athora, Ideal), werden mit ihren Werten ein ganzes Stück über dem Durchschnitt liegen. Noch hat erst ein kleiner Teil der Anbieter die Pläne für das kommende Jahr vorgestellt. Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata rechnet am Ende bei den klassischen kapitalgedeckten Lebensversicherungen mit einer laufenden Verzinsung von durchschnittlich 2,10 bis 2,15 Prozent. Im laufenden Jahr sind es immerhin noch 2,29 Prozent.


Eine Übersicht der vorliegenden Überschussdeklarationen, die laufend aktualisiert wird, finden Sie hier.

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