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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 2.11.2021 Drucken

    Frauen droht öfter eine Rentenlücke

    Frauen sorgen im Schnitt weniger für das Alter vor als Männer. Ihre Rentenlücke ist deshalb deutlich größer. Aber es gibt Lösungswege. 

    Die Zahlen sind erschreckend: Laut der Deutschen Rentenversicherung erhielten Frauen 2018 im Durchschnitt 437 Euro weniger Altersrente pro Monat als Männer.

    Gleichzeitig sorgen Frauen privat weniger vor, wie der Versicherer Swiss Life Deutschland in einer Analyse feststellt. Demnach sind 56 Prozent der Kunden, die ein Altersvorsorgeprodukt abschließen, männlich, nur 43 Prozent sind weiblich.

    Die Folge: Laut dem Statistischen Bundesamt sind 20 Prozent der Frauen über 65 Jahre armutsgefährdet, bei ihren männlichen Geschlechtsgenossen sind es 15 Prozent. Die Ursachen liegen auf der Hand. „Aufgrund des Nachwuchses haben Frauen durchschnittlich weniger Erwerbsjahre als Männer und sie arbeiten, nachdem die Kinder auf der Welt sind, oft eine gewisse Zeit in Teilzeit“, berichtet Lena Lochner von der Bayerische Vermögen Management. Das schmälert ihr Lebenseinkommen.

    Ehemann ist keine Altersvorsorge

    „Dazu kommt, dass Frauen generell weniger verdienen und oft fälschlicherweise annehmen, ein Ehemann sei eine Altersvorsorge“, stellt Carmen Bandt von der Kidron Vermögensverwaltung fest. „Doch ist der Mann bei einer Trennung zwar für die Kinder unterhaltspflichtig, aber nur sehr begrenzt für die Frau.“

    Frauen sollten also handeln. Aber wie? „Im ersten Schritt gilt es immer zu verstehen, was die Rentenlücke bedeutet und wie viel Geld jemand braucht, um im Alter den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können“, macht Bandt klar. Ein Rechenbeispiel soll das verdeutlichen. „Kernproblem ist die Inflation, die das Geld laufend entwertet“, erklärt Bandt. „Wenn wir eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,5 Prozent annehmen, dann brauchen Sie in 40 Jahren, um sich das Gleiche wie heute mit 2.000 Euro im Monat kaufen zu können, einen Betrag von 5.370 Euro monatlich.“

    Aufschub rächt sich später

    Wer für 30 Jahre Ruhestand Geld zurücklegen will, benötigt über diesen Zeitraum hinweg Monat für Monat 5.370 Euro oder rund 1,7 Millionen Euro insgesamt. Auf den ersten Blick eine erschreckend hohe Summe. „Sie müssen dabei aber vorhandene Vermögenswerte berücksichtigen, vielleicht eine abbezahlte Immobilie, in der Sie mietfrei wohnen können, die gesetzliche oder betriebliche Altersvorsorge und andere Rücklagen“, erklärt Bandt. „Der Betrag, der dann nicht gedeckt ist, das ist die Vorsorgelücke, die es zu schließen gilt.“

    Die gute Nachricht lautet: Es ist nicht aussichtslos. „Wichtig ist, das gilt für jeden Anleger, dass man mit dem Sparen anfängt, sobald man das erste Geld verdient“, so Lochner. „Wer zehn Jahre ungenutzt verstreichen lässt, muss anschließend mehr als das Doppelte pro Monat zurücklegen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen“, klärt Bandt auf.

    An Aktien führt kein Weg vorbei

    Dann gilt es, das richtige Investment zu wählen. Derzeit gibt es mit festverzinsten Anlagen nichts zu verdienen. „Zwar sind Frauen im Durchschnitt risikoaverser, dennoch geht Altersvorsorge heute ohne Aktien nicht mehr, da diese langfristig die Chance auf ordentliche Erträge und einen Inflationsausgleich bieten“, so Lochner.

    Um den Einstieg zu erleichtern, raten die beiden Expertinnen dazu, mit einem Sparplan zu beginnen. „Gerade für Frauen, die aus den genannten Gründen weniger Einkommen zur Verfügung haben, ist das ein guter Weg, weil das schon ab 25 oder 50 Euro pro Monat möglich ist“, erklärt Lochner. Dazu kommt ein weiterer Vorteil: „Sie können, wenn es finanziell eng ist, die Sparrate aussetzen oder reduzieren oder, wenn Sie wieder mehr Einkommen haben, diese jederzeit aufstocken“, sagt die Expertin weiter. Möglichst früh und mit größer werdenden Beträgen in Aktien zu investieren, sei deshalb ein geeigneter Weg, um die Rentenlücke langfristig zu schließen. „Das gilt nicht nur für Frauen, auch wenn es bei ihnen besonders dringlich ist, sondern für jeden“, so das Fazit von Lena Lochner.

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