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    Private Altersvorsorge

    In die eigenen Hände genommen: So schließt sich die Rentenlücke.

    Private Altersvorsorge | 9.12.2021 Drucken

    Ampel plant Opting-Out – wie kommt diese Idee an?

    Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, der in dieser Woche nun unterschrieben wurde, steht im Rentenkapitel ein neuer Altersvorsorgefonds mit einer Abwahlmöglichkeit. Eine DIA-Umfrage zeigt ziemlich ambivalente Reaktionen auf diesen Vorschlag.

    Noch ist es nur ein Prüfauftrag. Aber die Ampel-Regierung geht mit dem Gedanken eines öffentlich verantworteten Altersvorsorgefonds schwanger, der ein sogenanntes Opting-Out enthält.

    In den Fonds sollen zunächst alle einbezogen werden. Zugleich besteht die Möglichkeit, sofort oder später wieder auszusteigen. Solche Modelle gibt es bereits in anderen Ländern. In Deutschland wäre Opting-Out weitgehend Neuland, sieht man einmal von kleineren Versorgungswerken auf betrieblicher Ebene ab. Im Rahmen seines Deutschland-Trend initiierte das DIA daher eine Befragung zum neuen Altersvorsorgefonds. Das Ziel: Herausbekommen, was die Bürger von dieser Idee halten.

    Die Umfrage, die INSA Consulere im Auftrag des DIA durchführte, ermittelte unter anderem die Bereitschaft, in einen solchen Fonds einzuzahlen. Die Ergebnisse fielen durchwachsen aus. 29 Prozent der Befragten gaben an, nach der automatischen Einschreibung im Fonds verbleiben zu wollen und Beiträge einzuzahlen. Fast ebenso viele (26 Prozent) würden dagegen widersprechen und aus dem Fonds sofort wieder aussteigen. Zustimmung und Ablehnung halten sich also etwa die Waage.

    Wie viel Unsicherheit ist im Spiel?

    Genauso auffällig ist der große Anteil jener, die sich noch nicht auf eine Entscheidung festlegen wollen oder können. Immerhin 36 Prozent antworteten auf diese Weise.

    Das war die größte Gruppe bei dieser Frage. Es existiert also offenkundig noch viel Unsicherheit und Unkenntnis im Zusammenhang mit derartigen Opting-Out-Modellen. Hinzu kommen ein starkes Bildungs- und Einkommensgefälle. So ist die Bereitschaft unter Befragten mit Abitur beziehungsweise Fachhochschulreife mit 36 Prozent am höchsten. Unter den Besitzern eines Hauptschulabschlusses würden dagegen nur halb so viele einzahlen (18 Prozent). In gleicher Weise hängt die Teilnahme an einem solchen Altersvorsorgesystem vom Einkommen ab. In der Einkommensklasse von 4.000 Euro und mehr gaben 38 Prozent an, dass sie Beiträge an den Fonds leisten würden. Mit sinkendem Einkommen fällt die Bereitschaft stetig ab. Bei einem Einkommen unter 1.000 Euro waren es dann nur noch 21 Prozent.

    Wie wirkt der Altersvorsorgefonds wirklich?

    Sollten diese Befragungsergebnisse das tatsächliche spätere Verhalten in den einzelnen sozialen Schichten richtig widerspiegeln, verbirgt sich darin gesellschaftliche Brisanz. Es droht damit die Gefahr, dass gerade jene Schichten, in denen eine ergänzende Altersvorsorge bislang am geringsten verbreitet ist, also in den unteren Einkommensgruppen und bei Beschäftigten mit einfacheren Tätigkeiten, ein solcher Fonds mit Abwahlmöglichkeit weniger gut wirkt.

    Welche Rolle spielt das Beharrungsvermögen?

    Aber das muss nicht sein. Wie die jüngste Studie des DIA zeigt, spielt bei solchen Altersvorsorgemodellen das Beharrungsvermögen der Menschen eine erhebliche Rolle. Es kann also durchaus dazu kommen, dass viel mehr Teilnehmer im Vorsorgeprogramm bleiben, als zunächst explizit angegeben. Zumal der Anteil der Unentschlossenen außergewöhnlich groß ist. Es bleibt daher abzuwarten, was letztendlich aus dem Prüfauftrag aus dem Koalitionsvertrag wird.

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