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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 18.5.2013 Drucken

Teil 4: Welche Rolle spielen die Kosten für die Investoren?

Der Maryland Public Pension Fund in den USA löste im vergangenen Jahr eine Diskussion darüber aus, ob aktive Asset Manager für die Verwaltung von Altersvorsorgevermögen tatsächlich ihr Geld wert sind.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) nahm die Untersuchungen aus den USA zum Anlass, einmal zu beleuchten, wie sich Kapitalanlagekosten von Altersvorsorgeeinrichtungen einsparen lassen und welche Erfahrungen damit bisher gemacht wurden. Teil 4: Welche Rolle spielen die Kosten für die Investoren?

Welche Rolle spielen die Kosten für die Investoren?Vorweg: Eines ist auffällig, schaut man sich Umfragen zur Bedeutung von Kosten und Aussagen von Investoren an. Dem Kostenfaktor wird eine hohe bis sehr hohe Bedeutung beigemessen, allerdings spielt dieser bei der Entscheidung für eine Mandatsvergabe letztlich eine untergeordnete Rolle.

In einer Umfrage von Kommalpha und Telos ist neben den Managerergebnissen insbesondere ein professionelles Risikomanagement bei den Leistungskomponenten ein sehr wichtiges Entscheidungsmerkmal.

Risikomanagement sei das beherrschende Thema bei institutionellen Anlegern und habe das Kriterium Performance inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Der Begriff Risiko werde dabei heute nicht mehr allein mit möglichen Verlusten an den Kapitalmärkten assoziiert, sondern als breitgefächerter Maßstab der gesamten Anlagepolitik des Investors verstanden, heißt es dort.

Erwartungen wurden bereits nach unten korrigiert

Gleichwohl hilft auch ein professionelles Risikomanagement wenig, wenn die Ergebnisse über längere Frist ungenügend sind. Altersvorsorgeeinrichtungen, die mit einem Rechnungszins kalkulieren und ihre Verpflichtungsseite ausfinanzieren müssen, benötigen eine entsprechende Rendite. Bei Anleiheerträgen von reichlich mehr als vier Prozent ist das nicht das Problem. Beim aktuellen Zinsniveau ist dies jedoch eine immense Herausforderung. Gleichzeitig sind die Erwartungen und damit die Ansprüche an den Asset Manager in den vergangenen Jahren einer realistischeren Betrachtung gewichen. Von einer dauerhaft hohen Outperformance geht heute keine Einrichtung mehr aus. Es kommt also auf ein vernünftiges Verhältnis von Performanceleistung zum dafür eingegangenem Risiko an. Wenn sich Ergebnisse im Zielkorridor der Verpflichtungshöhe einstellen, sind viele zufrieden. Der Kostenaspekt spielt insofern wesentlich mit hinein, als er die Leistung schmälert.

Gebührenfrage korrespondiert mit der Performancefrage

Das macht auch Rainer Jakubowski, Vorstand des BVV, deutlich: „Die Gebührenfrage ist immer im Zusammenhang mit der Performancefrage zu sehen. Beide korrespondieren untrennbar miteinander. Für uns sind die Kosten sehr wichtig. Als erstes und wesentliches Kriterium bei einer Entscheidung für eine Mandatsvergabe zählt jedoch die Performance-Erwartung. Letztlich kommt es bei einem aktiven Manager immer auf die Gesamtperformance an.“ Der BVV prüft ausgehend von der Frage, welche Asset-Klassen und Funktionen das Portfolio benötigt, welcher Asset Manager mit welchem Ansatz am besten zur entsprechenden Aufgabe passt. Erst dann nimmt man sich des Themas Gebühren an. Hierzu stellt der BVV im nächsten Schritt Plausibilitätschecks an.

Managementansatz muss überzeugen

Diese Herangehensweise beobachtet auch Herbert Jobelius, Geschäftsführer der Deutschen Performancegesellschaft: „Das wichtigste Kriterium ist die feste Auffassung, einen überzeugenden Managementansatz zu kaufen. Der Ansatz ist mehrstufig. Zunächst ist das Managementkonzept mit der entsprechenden Vergütung abzuklären. Im nächsten Schritt werden die Kosten der Umsetzung einschließlich der weiteren Dienstleister Depotbank und Master-KAG abgeklärt.“ Jobelius fügt hinzu, dass dies im Einzelfall dazu führen könne, dass ein Mandat nicht vergeben wird. Für Wolfram Gerdes, Vorstand Kapitalanlagen und Finanzen der Kirchlichen Zusatzversorgungskassen Rheinland Westfalen, kommt es allein auf den Ansatz und die Qualität eines Asset Managers an; das Kostenkriterium spielt für ihn eine stark untergeordnete Rolle. „Die Schwankungsbreite beziehungsweise die Amplitude von Out- und Underperformance im wirklich aktiven Management ist so hoch, dass für uns die Gebührenfrage letztlich keine Rolle spielt. Sind wir nicht zufrieden, beenden wir eher das Mandat, denn wenn ich zu der Feststellung komme, dass die Qualität unseren Erwartungen nicht standhält, lässt sich das in der Regel seitens des Managers auch nicht beheben“, führt er zur Begründung an.

Identifizierung der Erfolgsfaktoren

Damit Investoren bei der Wahl des Managers richtig liegen und in der Folge keine Überraschungen erleben, ist eine entsprechend genaue Analyse des jeweiligen Ansatzes, der jeweiligen Strategie notwendig. Sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen. Darauf weist Carl-Heinrich Kehr, Principal beim Investment Consultant Mercer, hin: „Investoren wollen verstehen, welche Erfolgsfaktoren für eine Strategie bestehen und unter welchen Rahmenbedingungen beziehungsweise in welchen Marktzuständen diese Strategie funktionieren sollte. Viele setzen sich jedoch nicht intensiv mit den Eigenschaften auseinander“, so seine Einschätzung.

Passen passive Produkte in die Allokation?

Dies kann in der Praxis tatsächlich zu falschen Schlussfolgerungen führen. Beispiel: Ein Anleger vergleicht die Performance von drei Asset Managern, die den gleichen Markt managen, gegenüber einer Benchmark, ohne den jeweiligen Ansatz und dessen Umsetzung eingehend mit einzubeziehen. Allein die Wahl der Benchmark kann die Ergebnisse verzerren, wenn sie die Eigenschaften einer Strategie nicht entsprechend abbildet. Kehr weist auf einen weiteren Aspekt hin, nämlich den Charakter einer Strategie: „Anleger sollten sich bewusst machen, in welchen Phasen ein Ansatz eher funktioniert und wann dies weniger wahrscheinlich ist.“ Der Charakter einer Strategie könne zum Beispiel bedeuten, dass in bestimmten Marktphasen eine Underperformance hingenommen wird, um wiederum in anderen Marktumständen eine deutliche Outperformance zu generieren, welche schlechte Phasen überkompensiert, erläutert Kehr.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob und in welchen Fällen passive Produkte in die Allokation integriert werden sollten. So lautete ja die dringende Empfehlung an den Maryland Public Pension Fund. Gründe wären die geringen Gebühren und das in der Gesamtheit schlechte Abschneiden von aktiven Managern. Die Antwort auf diese Frage folgt im nächsten Teil der Beitragsserie.

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