Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Vorsorgemappe

Newsletter abonnieren & kostenlose Vorsorgemappe anfordern.

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 27.8.2020 Drucken

Neue Grenze für Verluste aus Kapitalanlagen

Zwei Schritte vor, einer zurück. Das ist die Taktik des Gesetzgebers bei der steuerlichen Anerkennung von Verlusten aus Kapitalvermögen. 2021 stehen wieder Änderungen an.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Gerichte den Weg frei machten für eine weitergehende steuerliche Anerkennung von Verlusten aus Aktien, da kommt im nächsten Jahr eine Änderung, die den Rahmen wieder enger spannt.

Verluste an der Börse

Noch bis vor kurzem musste ein Anleger Aktienpositionen verkaufen, damit er die eingetretenen Verluste steuerlich geltend machen konnte. Wurde dagegen eine Aktie wertlos durch die Insolvenz des Unternehmens und die Depotbank buchte irgendwann dieses Papier aus, blieben private Investoren auf den Verlusten sitzen. Begründung: Es fand kein Verkauf statt, der aus Buchverlusten reale machte. Das hielten mehrere Gerichte nicht für angemessen. Auch bei einer Wertlosausbuchung, bei der es keinen Verkauf gab, muss eine Verrechnung mit Gewinnen aus anderen Aktien möglich sein, fanden die Richter.

Gesetzgeber schränkte neue Freiheit gleich wieder ein

Dem Gesetzgeber ging diese neue Freiheit des Steuerzahlers wohl zu weit. Er reagierte kurzfristig in den letzten Monaten des vergangenen Jahres mit einer Änderung des Einkommensteuergesetzes, die zum 1. Januar 2020 in Kraft trat. Damit erhielt Absatz 6 des Paragrafen 20 einen weiteren Satz, der die neue Freiheit gleich wieder einschränkt. Danach können Verluste aus der Ausbuchung oder Übertragung wertloser Wirtschaftsgüter pro Jahr nur noch bis zu einer Höhe von 10.000 Euro mit Einkünften aus Kapitalvermögen ausgeglichen werden.

Vortrag auf Folgejahre möglich

Die anderen Regeln bleiben bestehen, wonach zum Beispiel Verluste aus Aktien auch nur mit Gewinnen aus Aktien verrechnet werden können. Sind die Verluste höher als 10.000 Euro, dürfen Anleger den nichtverrechneten Anteil auf die Folgejahre vortragen. Die neue Grenze von 10.000 Euro ist bereits auf Verluste anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2019 anfielen.

Der geänderte Paragraf 20 des Einkommensteuergesetzes bringt eine weitere Neuerung: Verluste aus Finanzprodukten, deren Wertentwicklung von Termingeschäften abhängt, dürfen ab 2021 nur noch mit Gewinnen aus solchen Produkten verrechnet werden. Auch dafür gibt es eine Deckelung von 10.000 Euro pro Jahr. Solche Finanzprodukte sind zum Beispiel Optionsscheine.

Drei Töpfe für die verschiedenen Verluste

Nicht nur hartgesottene Zocker greifen auf solche Finanzprodukte zurück. Gerade eher konservativ eingestellte Anleger nutzen sie zum Beispiel, um ihre Depots gegen Kursverluste abzusichern. Die Depotbanken müssen wegen der neuen Regelung nun drei Verlusttöpfe führen, um die Abgrenzung zu ermöglichen: einen für Aktien, einen für Termingeschäfte und einen für andere Kapitalanlagen wie Anleihen oder Fonds. Der Gesetzgeber macht es den Anlegern also nicht unbedingt leichter.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit: Oft noch ein Buch mit sieben Siegeln

Von Nachhaltigkeit ist derzeit oft die Rede. In der Kapitalanlage bleibt diese Eigenschaft allerdings für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das zeigt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Viele private Investoren wissen mit dem Begriff “nachhaltige Kapital- und Geldanlagen” nur wenig anzufangen. Gerade einmal 14 Prozent können ihn richtig erklären. […]

Artikel lesen

Stimmt der Fokus bei weltweiten Indexfonds?

Viele Anleger nutzen ETFs auf die großen Indizes wie den MSCI World. Das Risiko: Die USA sind das mit Abstand wichtigste Land im Index mit einem Anteil von mehr als 65 Prozent. Das führt zu einer möglicherweise nicht gewollten US-Konzentration. Exchange Traded Funds (ETFs) erfreuen sich als passive, in der Regel sehr simpel und kostengünstig […]

Artikel lesen
Gold Bitcoin

Bitcoin ist kein Gold und das ist gut so

Nachdem die Kryptowährungen in der Pandemiekrise zunächst gar nicht gut aussahen, haben Bitcoin & Co. jetzt kräftig aufgeholt. Der Absturz ist wettgemacht, ein gutes Plus geschafft. Also ähnliche Situation wie beim Gold? Nein, die beiden Assets haben nichts miteinander zu tun und das ist ein großes Plus für Bitcoin. Lange wurden Gold und Bitcoin in […]

Artikel lesen