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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 13.4.2021 Drucken

Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen

Nachhaltigkeit hat mehr Dimensionen, als viele vermuten. Diese Meinung vertritt Andreas Enke von der Geneon Vermögensmanagement AG in Hamburg. Im Interview gibt er dazu Auskunft.

Sie setzen mit ihrem Unternehmen bewusst und offensiv auf Nachhaltigkeit in der Geldanlage. Was veranlasste Sie dazu?

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Zerstörung der Urwälder – es liegt auf der Hand, dass die Menschheit handeln muss, um das nicht weiter zu verschlimmern. Doch im täglichen Leben ist es eine Herausforderung, auch so zu handeln. Wir wollen dazu beitragen, dass es leichter wird, indem wir nachhaltige Technologien fördern.

Schöne Worte. Doch hat ein Anleger auch was davon, wenn er auf nachhaltige Firmen setzt?

Wir haben 2018 auf der Basis einer Untersuchung von Kirchhoff Consult die Unternehmen im DAX mit einem „Good Company Ranking Index“ gewichtet, der sich an deren ESG-Rating orientierte. Dieser Index hätte von 2007 bis 2018 deutlich besser abgeschnitten als der Deutsche Aktienindex – und zwar um 40 Prozentpunkte.

Das ist eine durchschnittliche Outperformance von 3,5 Prozentpunkten im Jahr…

Wir finden das auch sehr beachtlich. Zumal der GCR-Index auch über drei und fünf Jahre besser abgeschnitten hätte.

Prinzip gilt auch für andere Börsenbarometer

Welche Unternehmen im DAX wurden stärker gewichtet, welche schwächer?

Henkel, Münchner Rück und Infineon erhielten neben anderen ein größeres Gewicht. Weniger stark gewichtet wurden insbesondere SAP und Siemens sowie Bayer und BASF.

Lässt sich dieses Ergebnis auf andere Aktienindizes übertragen?

Wir haben es bislang nicht errechnet, gehen aber davon aus, dass dieses Prinzip auch in anderen Börsenbarometern zu beobachten ist.

Geneon Vermögensmanagement betreut zwei aktiv verwaltete Aktienfonds zur nachhaltigen Geldanlage. Können Sie nachhaltigen Indexfonds (ETFs) dennoch etwas abgewinnen?

Nur in seltenen Fällen. Viele ETFs praktizieren einen Best-in-Class-Ansatz, indem sie aus allen Branchen diejenigen Unternehmen auswählen, die bei den ESG-Rankings vorn liegen. Damit kommen aber auch Aktien aus den Bereichen Atomenergie, Öl, Kohle oder Rüstung ins Depot. Das entspricht nicht den Kriterien, die wir an Nachhaltigkeit anlegen.

Einerseits Ausschluss, andererseits stärkeres Engagement

Also sollten bestimmte Branchen auf jeden Fall ausgeschlossen werden?

Ja, aber das reicht nicht. Uns geht es auch darum, bestimmte Branchen zu definieren, in die verstärkt investiert werden soll.

Gibt es hierzu nicht den Global Challenges-Index der Börsen Hamburg und Hannover?

Ja, ich halte das für einen sehr guten Ansatz. Dieser Index vereint 50 große und kleinere Unternehmen, die mit ihren Dienstleistungen und Produkten viel für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der „Sustainable Goals“ der Vereinten Nationen tun. Er hat sich übrigens seit Jahren besser entwickelt als konventionelle Indizes.

Strenge Kriterien auch für die Fondsemittenten

Was ist mit Branchenindizes, die auf Grüne Energie, Wasser oder eine andere Sparte setzen?

Ich glaube, Anleger sind mit einem breiten Investment in nachhaltige Unternehmen zunächst besser beraten. Solche speziellen Investments müssen enger beobachtet und gehandelt werden, da sie im Wert stärker schwanken als breit anlegende Fonds.

Legen Sie auch bei den Emittenten von Nachhaltigkeitsfonds Ihre strengeren Kriterien an?

Auf jeden Fall! Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen, oft mehr als die meisten wissen. Ohne Namen zu nennen: Ich halte es für sehr problematisch, wenn Fondsemittenten in Steuerskandale verstrickt sind oder nachweislich mit Rüstungsdeals Geld verdienen.

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