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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 31.3.2021 Drucken

„Genau hinsehen bei Waldinvestments“

Holz und Co. versprechen beste Renditechancen und werben mit grünem Charme. Stephan Witt, Kapitalmarktstratege bei der FiNUM.Private Finance AG in Berlin, rät dennoch, die Risiken nicht zu übersehen.

Stichwort Waldinvestments: Was halten Sie von Angeboten dieser Art „Regenwald schützen und acht Prozent verdienen“?

Stephan Witt

Es mag hier Anbieter mit besten Absichten geben. Das will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber generell erfordert das schon sehr viel Vertrauen, das gilt ganz besonders bei Laufzeiten von 20 Jahren und mehr. Wer kann schon wirklich beurteilen, ob es diese Flächen, die oft weit weg in Südamerika liegen, überhaupt gibt? Wie lässt sich überprüfen, ob sie tatsächlich nachhaltig bewirtschaftet werden? Auch kann wahrscheinlich niemand sicher abschätzen, ob dort die rechtlichen Rahmenbedingungen in den nächsten Jahrzehnten stabil bleiben.

Einige Anbieter versuchen, solche Zweifel an Waldinvestments mit Nachhaltigkeitssiegeln auszuräumen. Hilft das?

Natürlich ist externe Kontrolle besser als nichts, aber auch hier heißt es, ganz genau hinzusehen. Welche Kriterien gelten für das Siegel und wer überprüft sie? Wer garantiert für die Unabhängigkeit oder ist es vielleicht sogar eine Eigenmarke des Anbieters? Nicht zuletzt: entspricht das dadurch belegte Verständnis von Nachhaltigkeit den eigenen Vorstellungen?

Schädlinge, Sturm, Feuer – es gibt viele Gefahren

Welche Gefahren bei Waldinvestments gibt es noch?

Da kommen mir einige in den Sinn. Es fängt bei möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Baumbestand an, was sich hierzulande in den trockenen Sommern bereits beobachten lässt. Aber auch Schädlingsbefall, Sturmschäden, Feuergefahr können zum Totalverlust führen. Wie gut ist hier der Versicherungsschutz des Anbieters?

Sind Investments in landwirtschaftliche Nutzflächen überhaupt rentabel?

Tatsächlich konnten Anleger in Deutschland mit Acker und Wald in den letzten Jahren zum Teil sogar eine bessere Rendite als mit dem DAX erzielen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen sind. Dafür geeignete Flächen sind allerdings hierzulande rar und auf dem Markt sind viele große Player unterwegs. Der durchschnittliche Privatanleger kommt da eher selten zum Zug. Ein Grund für das hohe Interesse ist neben der Rendite unter anderem, dass diese Flächen oft als Betriebsvermögen eingestuft werden und das kann Vorteile bei der Erbschaftssteuer für große Familienvermögen bringen.

Grüne Anlageperspektive vor Ort suchen

Gibt es weniger riskante Alternativen für “normale” Anleger, um in Holz und Co. zu investieren?

Grundsätzlich sind Bereiche wie Nahrungsmittel, Bioenergie oder grünes Baumaterial sicher interessante Themen in jedem Depot. Hier wird auch in Zukunft eine stabile Nachfrage relativ unabhängig von wirtschaftlichen Zykluskapriolen erwartet. Investiert werden kann zum Beispiel in die Wertschöpfungskette der Holzindustrie über börsennotierte Aktien oder Indexfonds. Wenn es aber eher vorrangig um eine grüne Anlageperspektive geht, gibt es auch direktere Möglichkeiten, am besten vor Ort. Ich habe mich zum Beispiel privat an einer Genossenschaft beteiligt, die Apfelbäume pflegt. Hier kann ich mir als Rendite ein paar Mal pro Jahr eine Kiste leckerer Äpfel abholen.

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