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    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

    Die Börse im Blick: So wird investiert.

    Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 30.11.2021 Drucken

    Fünf Unwägbarkeiten machen 2022 spannend

    Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Unterschätzte oder unvorhergesehene Ereignisse haben das Potenzial, an den Finanzmärkten für starke Bewegungen zu sorgen.

    Fünf Themen, die 2022 für Ungemach bei Anlegern sorgen könnten – oder für Freudensprünge.

    Szenario 1: Realzinsen sinken ins Bodenlose. Die Unterbrechung der Lieferketten, deutlich höhere Energiepreise, eine ultralockere Geldpolitik – all das hat die Verbraucherpreise nach oben getrieben, als sich die Wirtschaft nach dem globalen Lockdown erholte. Die westlichen Notenbanken gehen davon aus, dass dieser Anstieg der Inflationsraten auf vier bis fünf Prozent bald abflacht und die Probleme sich auflösen werden – auch wenn die Erzeugerpreise im Oktober so stark gestiegen sind wie seit 1951 nicht mehr.

    Wie reagieren die Notenbanken?

    Doch was geschieht, wenn die Geldentwertung den Experten zum Trotz auf diesem Niveau verharrt oder sogar weiter anzieht? „Dann könnte es recht ungemütlich werden“, sagt Andreas Glogger von der Glogger & Partner Vermögensverwaltung in Krumbach. Entscheidend sei dann, ob Fed und EZB ihre Anleihen-Kaufprogramme erneut anwerfen, um so die Marktzinsen unten zu halten. Falls dieses Vorhaben gelingt, dürfte der Realzins – also die Differenz zwischen dem nominalen Zinsniveau und der Inflationsrate – noch deutlicher in negatives Terrain rutschen. Davon profitieren manche Anlageklassen, andere wiederum kommen unter die Räder.

    • Gewinner: inflationsgeschützte Anleihen, Aktien (mit Preissetzungsmacht), Gold, Immobilien
    • Verlierer: Cash auf dem Konto, festverzinsliche Staatsanleihen
    • Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent

    Szenario 2: Leitzins wird nach Preis-Lohn-Spirale deutlich erhöht. Unter Umständen könnte aufgrund der Inflation auch eine Preis-Lohn-Spirale als Wiedergänger der 1970er-Jahre in Gang kommen. „In der aktuellen Gemengelage könnten dauerhaft höhere Konsumentenpreise zu hohen Lohnforderungen führen, insbesondere weil die Zahl der Arbeitswilligen nach der Pandemie geringer ist als zuvor. Das stärkt die Macht der Arbeitnehmer“, erklärt Michael Thaler von TOP Vermögen mit Sitz in Starnberg.

    Preis-Lohn-Spirale mit Folgen

    Bei deutlich höheren Löhnen aber wird die Rentabilität der Unternehmen zwangsläufig sinken. Folge: Die recht ambitionierten Bewertungen am Aktienmarkt können sich als übertrieben erweisen, die Kurse in der Folge sinken. Dies vor allem dann, wenn die Notenbanken, die bei einer solchen Preis-Lohn-Spirale mit dem Rücken zur Wand stehen, die Zinsen in schnellen Schritten anheben. „Dann wären sogar eine Rezession und ein Einbruch am Aktienmarkt wahrscheinlich“, so Vermögensverwalter Thaler.

    • Gewinner: Cash auf dem Konto, neu emittierte festverzinsliche Staatsanleihen
    • Verlierer: Aktien, Gold, Immobilien
    • Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

    Szenario 3: Aktienmarkt legt stärker zu, als die meisten erwarten. Vielleicht haben auch die Notenbanker recht, und die Inflation pendelt sich nach wenigen Monaten zwischen 0,5 und 1,5 Prozent ein, sodass die Zinsen nicht erhöht werden. Zu dieser leicht erhöhten Geldentwertung gesellt sich dank der Covid-Pandemie eine gesteigerte Produktivität und Robustheit der Unternehmen. So hat die Digitalisierung die Prozesse in vielen Firmen effizienter gemacht. Robuste Lieferketten führen zunächst zwar zu höheren Kosten, schützen auf Dauer aber gegen schmerzhafte Umsatzeinbrüche. „So gerüstet und dank der aufgestauten Nachfrage der Konsumenten könnten die Gewinne der Unternehmen in den nächsten Monaten stärker zulegen, als es die meisten heute erwarten. Das dürfte die Aktienmärkte antreiben“, so Andreas Glogger.

    • Gewinner: Aktien (breiter Markt), Gold, Immobilien
    • Verlierer: festverzinsliche Anleihen
    • Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent

    Szenario 4: Der Bitcoin wird Gewinner des Jahres 2022. Eine Anlageklasse, die immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist der Bitcoin. Der Grund dafür sind die starken Gewinne, die Anleger in den vergangenen Jahren mit der Krypto-Währung machen konnten. Nach Einschätzung von Experten hat der Bitcoin das Potenzial, langfristig zu einer weltweit anerkannten Reservewährung zu werden, analog zu Gold oder zum US-Dollar.

    Welche Zukunft hat der Bitcoin?

    „Vom Dollar unterscheidet den Bitcoin die Tatsache, dass die Menge an Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt ist. Sollte der Bitcoin zunehmend den Status von Geld erlangen, muss sich dies in einem weiteren deutlichen Anstieg des Dollarpreises äußern“, sagt Michael Thaler. Ob schon 2022 der Sprung über die Marke von 100.000 Dollar gelingt, ist fraglich. Dem Vermögensprofi erscheint für Mutige ein Depotanteil mit Bitcoin von bis zu zwei Prozent als vertretbar. So stehe einem moderaten Verlustrisiko die Aussicht auf eine mögliche Vervielfachung des Einsatzes gegenüber.

    • Gewinner: Bitcoin
    • Verlierer: Dollar, Euro, andere Fiat-Währungen
    • Wahrscheinlichkeit: 35 Prozent

    Szenario 5: Die Immobilienmärkte tauchen ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt jetzt vor ihrer eigenen Geldpolitik. Die Verwundbarkeit der Immobilienmärkte in Europa nehme zu, hieß es im Stabilitätsbericht zum Finanzmarkt. Dazu kommt es vor allem wegen des seit Jahren andauernden Nullzinses und der billionenschweren Anleihe-Kaufprogramme. „Die EZB-Politik führte dazu, dass sich professionelle und private Anleger auf der Risikoleiter nach oben bewegen mussten, da sie mit herkömmlichen Investments kaum noch Renditen erzielten“, bilanziert Vermögensprofi Glogger.

    Immobilienwerte eilten weit voraus

    Folglich stehen die Aktien- und Immobilienmärkte seit Jahren im Fokus der Investoren. Doch während Unternehmen ihre Produktivität und ihre Gewinne erhöhen können und daher höhere Aktienkurse gerechtfertigt sind, eilten die Kaufkosten für Wohnimmobilien in Großstädten der Einkommensentwicklung sehr weit voraus. Die Folge: Immer weniger Mieter können sich die Mieten leisten, die nötig wären, um die Darlehen der späten Investoren abzubezahlen. Das könnte so manchen Finanzplan von Investoren zu Fall bringen und für einen gewissen Druck auf die Hauspreise sorgen.

    • Gewinner: Immobilien-Investoren mit langem Atem und tiefen Taschen
    • Verlierer: Spät gekommene Investoren (Hot money)
    • Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent
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