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Kapitalmärkte und Kapitalanlagen

Die Börse im Blick: So wird investiert.

Kapitalmärkte und Kapitalanlagen | 21.1.2020 Drucken

Der Nahe Osten rückt näher

Tanken wird teurer. Kaum zündeln die Kontrahenten im Ölversorgungsgebiet Naher Osten wieder, macht sich das an den Tankstellen bemerkbar.

Kein Wunder, sind die gegenseitigen Drohungen doch durchaus dazu angetan, den Seelenfrieden zu belasten. Dabei wird es nicht zu einem Flächenbrand kommen. Diesmal noch nicht.

Der Nahe Osten rückt näherDas liegt vor allem daran, dass der Hauptverantwortliche für die Eskalation, Donald Trump, einen wirklichen Konflikt nicht gebrauchen kann. Für eine Wiederwahl ist es zwar hilfreich, die US-Amerikaner gegen einen gemeinsamen Feind hinter sich zu scharen. Es wäre nicht das erste Mal, dass US-Präsidenten diesen Weg gehen. Außerdem benötigt Trump aber auch eine gut laufende US-Wirtschaft. Ein echter Krieg wäre nicht hilfreich, er befördert höchstens das lahmende Geschäft von Boeing und Rüstungsunternehmen. Zumal Trump zum dritten auch eine stabile oder am besten boomende Börse braucht. Hier ist die bereits jetzt aufgekommene Unsicherheit Gift.

Die steigenden Tankstellenpreise sind eigentlich nur Mitnahmeeffekte. Die Ölfirmen nutzen die Aufmerksamkeit, um die Preise zu erhöhen. Obwohl natürlich das gerade an den Tankstellen verzapfte Öl schon lange gekauft, verarbeitet und ausgeliefert ist. Es zeigt aber: Die Angst vor einer weiteren Eskalation ist groß genug, dass die Konsumenten das Argument für die Preiserhöhung schlucken.

Wüste Drohungen, aber kein echter Brand

Was aber kann realistisch erwartet werden? Die Rhetorik ist auf allen Seiten der Auseinandersetzung martialisch. Drohungen werden hin und her gesendet. Fast scheint es, als sei der Nahe Osten wieder zu dem Pulverfass geworden, das er lange war. Doch die Dinge sind anders: Zwar war Iran gezwungen, in irgendeiner auch harten Form zu reagieren. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Reaktion so dosiert bleibt, dass sie zwar Entschlossenheit zur Vergeltung beweist, auf der anderen Seite aber einen Ausweg ohne echten Krieg möglich lässt. Viele Freunde hat der Iran nicht, für die Rolle des unschuldigen Opfers eignet er sich nicht.

So wird es eine ganze Weile noch wüste Drohungen geben, auch Anschläge oder Vergeltungsakte hier wie dort sind möglich. Einen echten Brand in der Region wird dies aber nicht entfachen. Zu sehr sind alle Akteure vor Ort vom einigermaßen reibungslosen Handel mit dem Öl abhängig, um hier alles auf eine Karte zu setzen. Für die Märkte heißt dies, dass nach einer Phase der hektischen Unruhe mit starken Schwankungen eine Phase relativer Ruhe folgen wird.

Jede neue Eskalation führt näher an einen Krieg

Diese relative Ruhe geht allerdings einher mit einem erhöhten Spannungsniveau. Auch wenn sich Märkte an ein neues Normal gewöhnen und die ewigen Drohungen aus Nordkorea kaum noch in Handlungen umsetzen. Der Nahe Osten ist zu nah, um ihn und die dort herrschenden Befindlichkeiten vollständig zu ignorieren. Von diesem Risikoniveau aus ist jede neue Eskalation schon deutlich näher an einem echten Krieg – mit unabsehbaren Folgen. Auch wenn es jetzt nicht sofort zu einem großen Knall kommen wird. Der Nahe Osten ist noch einmal deutlich näher gerückt.


Uwe Zimmer VermögensverwalterAb und zu schreiben Experten für das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), die nicht zum Kernteam gehören. Aber was bedeutet das schon. Gäste empfängt man immer am wärmsten.

Wie Uwe Zimmer. Er ist Geschäftsführer der fundamental capital GmbH in Hennef.

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