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Gesetzliche Rente

Auf Generationen gebaut: So zahlen die Jungen für die Alten.

Gesetzliche Rente | 11.10.2017 Drucken

Weniger Rentenzahlungen ins Ausland

Immer weniger Renten werden von Deutschland ins Ausland überwiesen. Das gilt auch für ausländische Neurentner.

Deutsche Rentner verbringen ihren Ruhestand und Lebensabend zunehmend lieber in der Heimat. Die Gründe dafür sind vermutlich vielfältig. Ebenso unterschiedlich sind auch die Rentenhöhen, die erreicht werden. Beide Aspekte wurden in einer Antwort des zuständigen Bundesministeriums deutlich, die auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken jüngst veröffentlicht wurde. Damit gab es zugleich Informationen zur Grundsicherung im Alter.

Trend hält seit zehn Jahren an

Bereits seit 2006 nimmt die Zahl der Neurentner ab, die sich ihre Rente ins Ausland überweisen lassen. Wurden damals noch nahezu 10.000 neue Rentenzahlungen ins Ausland geleistet, ließen sich zehn Jahre später lediglich noch 6.308 deutsche Neurentner ihre Altersbezüge in ein Land ihrer Wahl schicken. Ein ähnlicher Trend ist auch bei den ausländischen Neurentnern zu beobachten, die ihre hier verdiente Rente seltener in ihrem Herkunfts- oder Heimatland beziehen.

Rückgang auch bei ausländischen Neurentnern

Ohnehin machen Rentenzahlungen ins Ausland nur einen äußerst geringen Teil der jährlichen Neuverrentungen aus. So wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 1,35 Millionen Neurentner gezählt. Davon ließen sich aber nur 0,8 Prozent ihre Renten ins Ausland überweisen.  Dieser Anteil sank binnen einer Dekade von 1,3 Prozent im Jahr 2006 (9.657 Fälle) um gut fünf Promillepunkte. Auch ausländische Neurentner, die sich ihr (hier) verdientes Altersgeld ins jeweilige Ausland zahlen lassen, sind auf dem Rückzug. Nach  46.107 Neurentnern (2006) mit Rentenbezug im Ausland ließen sich im Jahr 2016 nur noch 34.552 ihre gesetzliche Altersrente ins Ausland überweisen. Das macht ein Minus von ca. 2,5 Prozentpunkten innerhalb von zehn Jahren. Damit beträgt ihr Anteil an den derzeitigen Rentenzahlungen rund 4,4 Prozent.

Rentenzahlungen ins Ausland

Gründe für den Rückgang nennt das Fachministerium nicht. Neben familiären Aspekten dürfte auch der hierzulande vergleichbar hohe Standard an medizinischer Versorgung und Pflege dazu gehören. Zudem könnte in Zeiten erhöhter Terrorgefahr, unklarer Flüchtlingsszenarien, schwieriger politischer Verhältnisse in manchen EU-Staaten oder auch im Zuge einer anhaltenden Euro- oder Finanzkrise vielen Deutschland als der etwas sicherere Hafen erscheinen.

Rente an Ausländer nur halb so hoch

Nach den Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund bekamen 2016 deutsche gesetzlich rentenversicherte Frauen und Männer im Rentenneuzugang eine durchschnittliche Altersrente von 895,98 Euro. Für in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer betrug die Rente hingegen durchschnittlich lediglich 441,90 Euro. Die tatsächliche Rentenhöhe variiert extrem. So reicht die Spanne der Rentenzahlungen von 248,73 Euro für ausländische Frauen (nach Erreichen der Regelaltersgrenze) bis zu 841,68 Euro im Monat für besonders langjährig versicherte ausländische Frauen. Die entsprechenden Rentenwerte beim Neuzugang im Jahr 2016 bei ausländischen Männern reichten von durchschnittlich 364,24 Euro bis zu 989,36 Euro für besonders langjährig Versicherte. Bei der Rente für besonders langjährig Versicherte werden in- und ausländische Versicherungszeiten zusammengefasst.

Altersrenten von Ausländern

Zahl der Grundsicherungsempfänger deutlich höher

Auch die Zahl der Rentner, die im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind, stieg deutlich um 44 Prozent an. 2006 erhielten 364.535 Menschen diese Leistung. 2016 waren es bereits über eine halbe Million (525.595). Neben dem generell wachsenden Anteil älterer Menschen wurde als Grund für diese Entwicklung auch die im Jahr 2016 geltende höhere Regelaltersgrenze angeführt. Die Zahl der älteren deutschen Grundsicherungsempfänger erhöhte sich von 2006 bis 2016 um über ein Drittel, von gut 290.000 auf rund 395.000. Betroffen davon waren und sind vor allem Frauen, von denen 2016 rund 231.000 auf Grundsicherung angewiesen waren. Von den in Deutschland lebenden Ausländern im Rentenalter bezogen zuletzt gut 130.000 Personen Grundsicherung. Auch hier sind es mit rund 78.000 Ausländerinnen mehr Frauen als Männer.

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