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Einkommen & Vermögen

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Einkommen & Vermögen | 15.9.2016 Drucken

Entzauberte Mythen zur Ungleichheit

Zur Einkommensentwicklung in Deutschland kursieren viele Mythen. Einer davon lautet: Vor allem die Markt- und Lohneinkommen driften stark auseinander. Übersetzt heißt das: Ohne Umverteilung über Steuern und Transfers herrsche große Ungleichheit. Aber stimmt das wirklich?

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ging dieser Frage nach und legte dazu Zahlen vor, die auf dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) beruhen. Erster Fakt: Rechnet man die Verzerrungen heraus, die eine Veränderung der untersuchten Stichprobe auslöste, dann ging die Ungleichheit der Markteinkommen seit 2005 sogar noch stärker zurück als die Ungleichheit der Nettoeinkommen. Letztere werden in der Regel in den konventionellen Verteilungsstatistiken betrachtet, um auch die Umverteilung durch Steuern und Transferleistungen zu erfassen. Die Markteinkommen beschreiben dagegen die Einkommen der Bürger vor dieser staatlichen Umverteilung. Dazu gehören sämtliche Erwerbseinkommen aus selbständiger und abhängiger Beschäftigung sowie Kapital- und Vermögenseinkommen. Renten- und Pensionseinkommen spielen dabei keine Rolle. Daher weisen Rentner zumeist auch nur geringe Markteinkommen auf.

Die Ungleichheit ermittelte das IW Köln mit Hilfe des Gini-Koeffizienten. Er liegt zwischen null und eins. Beträgt er null, dann erhalten alle das gleiche Einkommen. Beim Wert 1 bekommt einer alles, die anderen nichts. Dieser Koeffizient sank seit 2005 für die Markteinkommen von einem Wert knapp unter 0,5 auf etwas mehr als 0,48. Die Hypothese, dass in jüngster Vergangenheit die Markteinkommen weiter auseinandergedriftet sind, weil zum Beispiel die Vermögenden vor allem von wachsenden Kapitaleinkommen profitierten, lässt sich somit nicht aufrechterhalten.


Bruttoerwerbseinkommen 2009-2013


Zweiter Fakt: Die Lohneinkommen sind nicht, wie oft behauptet, ein Treiber für Ungleichheit. Zumindest waren sie das den Zahlen zufolge in den Jahren von 2009 bis 2013 nicht, stellt das IW Köln fest. Im Vierten Armuts- und Reichtumsbericht, den die Bundesregierung im März 2013 vorgelegt hatte, hieß es noch, dass die realen Bruttoerwerbseinkommen für die unteren 80 Prozent Vollzeitbeschäftigten von 2007 bis 2011 zurückgingen. Aber schon dieser Bericht machte eine Einschränkung: Dieses Ergebnis ging maßgeblich auf die geänderte Zusammensetzung der Vollzeitbeschäftigten durch den großen Beschäftigungsaufbau zurück. Neu eingestellte Arbeitskräfte verdienen in der Regel weniger als langjährig Beschäftigte. Zwischen 2009 und 2011 deutete sich, so der Armuts- und Reichtumsbericht, bereits wieder die umgekehrte Entwicklung an.

Mindestlohn stärkt untere Einkommensgruppe

Dieser Trend, so die Autoren der IW-Studie, setzte sich weiter fort. Von 2009 bis 2013 nahmen die Bruttoerwerbseinkommen in den unteren Einkommensschichten deutlich schneller zu als in den oberen. Zwei Beispiele zum Vergleich: Im Zehntel mit den geringsten Einkommen stiegen die Löhne in diesem Zeitraum um 6,6 Prozent. Das Zehntel mit den höchsten Gehältern verzeichnete lediglich ein Plus von 2,8 Prozent. Obwohl noch keine jüngeren Zahlen vorliegen, kann mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Fortsetzung dieser Entwicklung ausgegangen werden: Zum 1. Januar 2015 wurde der Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt.

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